Der Satiriker Martin Sonneborn will mit seiner Partei Jugendlichen auch ein Gegenangebot zu rechten Strukturen bieten.

Von Redaktion

„Wir erhalten viele Reaktionen, junge Leute politisieren sich über lustige Plakate und Videos. Das halte ich für enorm wichtig, dass man als Pubertierender in Cottbus, Wittenberg oder Dortmund von der PARTEI ein Gegenangebot zu den rechten Strukturen serviert bekommt, die dort Überhand nehmen“, sagte Sonneborn der „Rheinischen Post“.

„In Zeiten, in denen es kein Geld für Jugendzentren und Kultur gibt, bieten wir den Leuten etwas an. Viele entwickeln darüber ein Interesse für Politik. Und sogar für das Europaparlament.“

Schulz und Brok

Sonneborn hat auch die Arbeit von Martin Schulz als EU-Parlamentspräsident gelobt. „Schulz war ein Phänomen, weil er das EU-Parlament ins Bewusstsein der Leute gerückt hat. Was er für das Parlament geleistet hat, kann man nicht groß genug herausstellen.“ Der aktuelle Parlamentspräsident, Antonio Tajani, dagegen sei ein eher halbseidener Chef, ein langjähriger Gefährte von Berlusconi.

 

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Über den scheidenden EU-Parlamentariar Elmar Brok sagt er: „Elmar Brocken war so etwas wie ein König des Parlaments, er war fast 40 Jahre im Parlament und nebenbei über ein Jahrzehnt lang hochbezahlter Manager von Bertelsmann. Das ist absoluter Wahnsinn, was der im Konzerninteresse in den Vertrag von Lissabon eingebracht hat. Brocken kann Staatschefs anrufen, findet aber in Deutschland wenig Beachtung.

Sonneborn ist das Lachen nicht ganz vergangen

Martin Sonneborn lacht grundsätzlich nicht über Kabarett und Comedy. „Ich lache fast gegen meinen Willen über viele Überschriften des „Postillon“, weil das wirklich eine moderne und zeitgemäße Form ist, Dinge zu kommentieren. Ich lache über „Titanic“, aber auch über Korwin-Mikke, der ist ein begnadeter Irrer. Wenn der im Plenum aufsteht und sagt: Es ist korrekt, dass Frauen weniger verdienen, weil sie kleiner, langsamer und dümmer sind als Männer. Und ich dann sehe, wie verzögert durch die Übersetzung einer Spanierin das Gesicht entgleitet, das ist wie im Zeichentrickfilm“, so Sonneborn.

Auf die Frage ob es für Satire auch Tabus gebe, antwortete Sonneborn: „Es gibt keine absoluten Tabus. Die Grenzen der Satire kann man nur definieren, indem man sich jeden Einzelfall anguckt. Aber man kann nicht einfach sagen, dass man keine Witze über Schwule, Ausländer, Lesben, Neger machen darf. Das Wort „Neger“ versuche ich nicht mehr benutzen, weil die AfD es inzwischen auch benutzt – unangenehmerweise“, so der Politiker und Satiriker zur „Rheinischen Post“.

Bei der Europawahl 2014 wurde Sonneborn als Spitzenkandidat der Partei Die PARTEI, deren Bundesvorsitzender er ist, zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt.

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3 thoughts on “Martin Sonneborn: „Wir schaffen ein Gegenangebot zu den Rechten“”

  1. Divide et impera.

    Schön die alternative Opposition spalten, da freut sich das internationale Finanzkapital mit dem tiefen Staat.

    Diesmal kommt der Verrat vordergründig pseudo-lustig daher.

    Es war schon beim letzten Europa-Wahlkampf rätselhaft woher die Gelder dieser Partei kommen.

  2. Am vielen Lachen erkennt man den Narren.

    Während Wahrheit aus Schiss nicht mehr gesprochen wird,
    versuchen sich Intellektuelle im Verpacken.

    Das Ergebnis – ein Pfusch.
    Das Rad der Linken ist bereits entlarvt.
    Es brauchte dazu weder eine 2. noch braucht es heute eine 3. Gelegenheit, um es neu zu erfinden.
    Rund bleibt rund.
    Nur die dümmsten Ochsen eignen sich dafür, einen Karren immer im Kreise zu ziehen.

  3. Eine Satirpartei im Europarat, diese Absurdität zeigt die Verkommenheit und Abgedrehtheit der Weltpolitik. Diese Flachzange sollte lieber Alternativen gegen die Zukunftslosigkeit unserer Nachfahren anbieten.

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