Isoglucose: Gefährlicher Industriezucker auch bald in der EU

Während man in den USA damit begann, mittels teurer Aufklärungskampagnen den Konsum von Isoglucose einzudämmen, fallen die Importbeschränkungen im nächsten Jahr. Der billige Industriezucker soll nun auch die Menschen hier krank machen.

Von Marco Maier

Schon jetzt ist der reguläre Zuckerkonsum in Deutschland, Österreich und der Schweiz viel zu hoch. Die Folge: Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 greifen immer weiter um sich. Die Deutschen sind im Schnitt sogar schon die dicksten in Europa – und das mit steigender Tendenz. Doch nicht nur der normale Zucker – zumeist aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen – stellt in größeren Mengen eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, deutlich schlimmer ist die aus Mais hergestellte Isoglucose. Dieser Industriezucker wird nicht nur für die Fettleber verantwortlich gemacht, sondern durch die Hemmung der Insulinwirkung auch für Diabetes Typ 2.

Bislang wird der Industriezucker vor allem in Eiscremes, Softdrinks und Teigwaren verwendet. Durch die Importbeschränkung auf 5 Prozent des gesamten Zuckermarktes wird die Isoglucose auch nur in Teilbereichen angewendet. Allerdings erlaubt die EU ab 2017 den freien Import, wodurch der deutlich billigere Industriezucker auch in immer mehr Produkten und zu einem immer größeren Anteil Verwendung finden wird. Auch in Mexiko, wo ein Großteil des US-Industriezuckers derzeit verarbeitet wird, steigt die Rate an fettleibigen Kindern und Menschen mit Diabetes stark an – ein Schicksal, welches dann auch die Europäer zugunsten des Profits der Konzerne ebenfalls erleiden werden.

Einer Schätzung zufolge könnte der Anteil der Isoglucose am gesamten Zuckerverbrauch zumindest technisch von derzeit unter 5 auf 25 bis 30 Prozent steigen. Da der Preis von Isoglucose bei (je nach Maispreis) zwischen 310 und 370 Euro je Tonne liegt, ist er deutlich billiger als der gewöhnliche Zucker. Dieser kostet derzeit rund 500 Euro je Tonne. Für die Lebensmittelindustrie ist eine Umstellung dann doch verlockend.

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9 Kommentare

  1. Isoglucose ist nichts anderes als der auch hier in Europa seit langem konsumierte Stärkezucker oder wie er in den Deklarationen der Nahrungsmittel genannt wird, Glucose-fructosesirup. "Neu" für uns Europäer wird ab nächstem Jahr der Stärkezucker aus USA und Kanada sein, aus Gen-Mais. Seit 2000 geht in den USA der Zuckerkonsum zurück, entsprechende Einbußen der Zuckerindustrie waren die Folge. So müssen neue Märkte her, der "hörige" EU-Verbraucher soll's richten.

  2. Das Beste für uns wird sein, alle US-Waren nicht zu kaufen und strengstens zu meiden. Was den Zucker betrifft, bei Fertignahrung (auch Konserven) ist so gut wie überall Zucker zugesetzt, auch dort wo überhaupt kein Zucker reingehört. Aber der Menschenmasse ist das wohl egal, Hauptsache es schmeckt und ist billig.

    Wenn man z.B. abnimmt, seine Ernährung umstellt und dabei auf das achtet was man ißt, so wird man oft gefragt ob man kank ist. Die Menschen gewöhnen sich an den Anblick von vollen Gesichtern, dicken Bäuchen, und es wird als ungewöhnlich empfunden, wenn einige wieder auf Normalgewicht kommen.

    Ich kann nur sagen, Zucker und Nahrung mit zugesetztem Zucker vermeiden wo es nur geht. Das trifft natürlich nicht auf Obst, Früchte oder Gemüse zu, die einen natürlichen Zuckergehalt haben. Wenn man stets auf Verpackungen genau auf die Zutaten sieht, kann man ins Staunen kommen, wo überall Zucker mit drin ist.

    1. @ Der kleine Trompeter

      "Das Beste für uns wird sein, alle US-Waren nicht zu kaufen und strengstens zu meiden."

      Dieser Aufruf kann nach TTIP oder CETA teuer werden.

      1. Mal abwarten, ob TTIP und CETA "durchgeht". Obwohl, die deutschen "Volkstreter" werden es beführworten. Man kann nur auf andere EU-Länder (außer Deutschland natürlich) hoffen, die es blockieren. Für den Verbraucher selbst kann es nicht teuer werden, der entscheidet selbst was er kauft und was nicht. Der Markt regelt sich über die Käufer, so haben wir`s gelernt. Aber keine Angst, es wird genug Käufer für die Ami-Gifte geben, denn die vielen Gutmenschen und Gutgläubigen machen das schon, bis ins Grab.

    1. In GB trinken die schon sone Plörre aus dem Zapfhahn. Schon beim Anblick wie die das Bier trinken wird mir ganz anders. Ein Frisches ohne CO2 ist kein Frisches mehr, eben nur noch Plörre.

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