Deutschland: Jeder achte Postbote krank

Das immer härtere Geschäft in der Paketzustellung macht den Mitarbeitern der Post offenbar zu schaffen. Mehr als zwölf Prozent der rund 80.000 Zusteller sind zurzeit krank gemeldet. Langzeitkranke sind darin noch nicht berücksichtigt.

Von Redaktion/dts

Diesen Umstand berichtet die "Welt" unter Berufung auf Angaben der Gewerkschafte Gewerkschaften DPVKOM und Verdi. Vor allem Rückenbeschwerden und Probleme etwa mit den Kniegelenken sollen den Mitarbeitern zu schaffen machen. Das wiederum soll mit höheren Gewichten der Sendungen und steigenden Mengen zusammenhängen. Die Post selbst hält diese Zahl "für zu hoch gegriffen", nennt aber für die Postzustellung keinen anderen Wert.

"Bei der Post werden zu wenige neue Mitarbeiter eingestellt", sagte Volker Geyer, der Bundesvorsitzende der Kommunikationsgewerkschaft DPVKOM, der "Welt". Bei einem hohen Krankenstand fehle dann das Personal, um Ausfälle abzufedern. Auch die bei der Post noch stärker vertretene Gewerkschaft Verdi berichtet von auffallend hohen Ausfallzahlen. In einzelnen Regionen wie etwa in Lübeck sind den Angaben zufolge derzeit sogar 16 Prozent der Zustellmitarbeiter krank geschrieben. "Die notwendige Verjüngung des Personals findet bei der Post nicht statt", sagte Geyer. Nach Meinung des Gewerkschafters besteht hier dringender Handlungsbedarf. "Nach unseren Schätzungen müsste die Post mindestens 5.000 Zusteller einstellen, damit die Arbeit reibungslos zu schaffen ist", sagte Geyer.

Wenig motivierend für die Postmitarbeiter dürfte eine aktuelle Aktion aus dem Management sein: Ende Mai ging die Anweisung des Geschäftsbereiches Brief der Post an die Niederlassungen, dass die sogenannte Springerzulage von 1,53 Euro am Tag zum 1. Juli gestrichen werden soll. Das Schreiben liegt der "Welt" vor. Betroffen sind rund 6.000 Brief- und Paketzusteller, die täglich in einem anderen Zustellbezirk eingesetzt werden und dort ihre Kollegen vertreten. Eingeführt wurde diese Zulage im Jahr 1991, nach Berechnungen der Gewerkschaft macht sie derzeit zwischen zwei Millionen Euro und 2,5 Millionen Euro im Jahr aus. Doch kurz bevor die Nachricht an diesem Wochenanfang an die schwarzen Bretter gehängt werden sollte, hat Uwe Brinks, der Produktionschef der Post, das Vorhaben seiner Abteilungsleiter zurückgezogen.

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7 Kommentare

  1. Das wird doch schon gar nicht mehr wahrgenommen, wie sich das Land verändert. Und gerade auch was die Arbeitswelt angeht, kann ich den MSM, inkl. GEZ, keinen großen Vorwurf machen. Aber es interessiert nicht.

    Bei Moslems und Negern in Massen werden ein paar Leute plötzlich munter, wollen die AfD die Heimat retten lassen. Zu spät: Es geht so oder so Richtung Entwicklungsland. Und wie man sieht, fast schmerzlos. Ein sanftes Hinüberdämmern nenne ich das.

  2. Deutschland wird auf allen Ebenen zerstört. Zum Schluss wird die Post von Privat-Firmen verteilt, die alle teuer bezahlen müssen. Auch eine Art der Ausplünderung und weiterer Verarmung der Bevölkerung.

  3. Nichts gegen Zusteller und ihre Arbeit, die wie jede andere Arbeit auch zu würdigen ist. Aber das ist wieder so eine Mitleidstour der Gewerkschaften mit dem Hintergrund Vorteile auszuhandeln. Was sollen denn Handwerker sagen, die nicht nur Wind und Wetter ausgesetzt sind sondern noch zusätzlich körperlich extrem belastet werden und oft Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt sind. Zimmerleute auf  den Dächern, Gerüstbauer auf hohen Fassaden, Maurer mit Schwerstarbeit auch in großen Höhen, Kumpel unter Tage, Pflasterer usw. Wer solche Arbeiten einmal ausgeführt hat, für den sind leichtere Tätigkeiten eher Erholung und nicht unbedingt bedauernswert.

  4. An der Haltestelle vor dem Hauptpostamt stehen min. 20 Zusteller mit ihren großen schwarzen Ledertaschen,den Trageriemen über die Schulter gelegt,um mit der Straßenbahn in ihren Zustellbezirk zu fahren.    Das war vor 40 Jahren

    Heute Lastenfahrräder mit Elektounterstützung,vorne und hinten voll bepackt.

    Um 11 Uhr,der Zusteller am Verteilerschrank   beim erneuten beladen des Lastenfahrrades.

    Um 14 Uhr wieder am Verteilerschrank für die letzte Ladung.

    Außer einem Brief der Staatsanwaltschaft habe ich letze Woche 9 Webesendungen und ein dickes Bündel Webebroschüren erhalten

    1. … kann ich nur zustimmen…. anstatt weniger Papier, wird es immer mehr….mit diesen Werbeschreiben verdient der Postkonzern ganz ordentlich… aber ausbaden müssen es die Zusteller…..

  5. Kann man für den Job nicht analphabetische Migratten, die zwar dringendstestenst benötigte Raketentechnicker, Gehirnchirurgen und Molekular-Klempner sind, zum Götterboten Hermes umschulen – das wäre doch ein beruflicher Aufstieg?

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