Die USA dementieren Verhandlungen mit Deutschland über das Schicksal von Nord Stream 2

Zuvor hatte die stellvertretende Regierungssprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, gesagt, dass sich die deutsche Regierung mit Partnern, darunter den USA, über den Bau der Gaspipeline austausche.

Von Redaktion

Die Behörden der Vereinigten Staaten führen keine Konsultationen mit Deutschland mit dem Ziel, eine informelle Vereinbarung zu erreichen, die die Fertigstellung des Nord Stream 2-Projekts ermöglichen würde, berichtete das Portal Axios am Samstag. Amerikanische Diplomaten machten diese Aussage während eines speziellen Telefon-Briefings für Vertreter des US-Kongresses.

Laut der Publikation dementierte Molly Montgomery, die stellvertretende Staatssekretärin im Büro für europäische und eurasische Angelegenheiten, dass die USA mit Deutschland über ein mögliches Nebenabkommen verhandeln, um die Fertigstellung der Pipeline zu ermöglichen.

Zuvor hatte die stellvertretende Regierungssprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, erklärt, dass sich die deutsche Regierung mit Partnern, darunter auch den USA, über den Bau der Nord Stream 2-Gaspipeline austausche.

Während des Briefings betonten Vertreter des US-Außenministeriums, dass das Wort “Austausch” nicht als Verhandlung ausgelegt werden sollte und dass die Biden-Administration im Rahmen normaler diplomatischer Gespräche ihre Bedenken über die Pipeline bei den Deutschen angemeldet habe, so das Portal.

Loading...

Zuvor hatte die Financial Times berichtet, dass Deutschland an einer Lösung arbeitet, die die Administration von US-Präsident Joe Biden überzeugen soll, die Sanktionen gegen Nord Stream 2 fallen zu lassen. Laut der Zeitung erwägen deutsche Politiker insbesondere die Möglichkeit, einen Mechanismus anzuwenden, der es Deutschland erlauben würde, Nord Stream 2 unabhängig zu blockieren, wenn Russland beispielsweise Druck auf die Ukraine ausübt und willkürlich die Lieferungen durch sein Gastransportsystem reduziert.

Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Pipelinesträngen mit einer Gesamtkapazität von 55 Mrd. Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland vor. Der Bau wurde im Dezember 2019 ausgesetzt, nachdem Allseas, ein Schweizer Unternehmen, das die Rohre für die Nord Stream 2-Pipeline verlegt, die Verlegearbeiten wegen möglicher US-Sanktionen eingestellt und seine Schiffe zurückgerufen hatte. Die Nord Stream 2 AG nahm die Verlegearbeiten im Dezember 2020 wieder auf. 95 Prozent von Nord Stream 2 sind bereits fertiggestellt.

Teilen Sie diesen Artikel:
Lesen Sie auch:  Verstehen Sie: Ein wahres Verständnis der amerikanischen Politik

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.