Einkommenswachstum: Für die „Wettbewerbsfähigkeit“ zulasten der Arbeitnehmer

Bei den realen Nettoeinkommen werden die Arbeitnehmer zulasten der Unternehmer und Vermögenden benachteiligt. Um die "Wettbewerbsfähigkeit" zu erhalten, sorgt man für eine Verschärfung der Ungleichgewichte.

Von Marco Maier

Auch wenn die Reallöhne inzwischen wieder etwas stärker steigen, bleibt das große Ungleichgewicht zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern plus Vermögende weiterhin bestehen. Laut einer Schätzung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, sowie der Miteinbeziehung der jüngsten verfügbaren Daten, sind die realen Arbeitnehmerentgelte vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 um wohl etwa 7 bis 8 Prozent gestiegen. Im Gegenzug verzeichneten die Unternehmens- und Vermögenseinkommen seitdem ein Wachstum von mehr als 65 Prozent.

Mit ein Grund dafür ist der Umstand, dass die Parolen vom Erhalt der "Wettbewerbsfähigkeit" der deutschen Wirtschaft auf den internationalen Märkten einen entsprechenden Druck auf die Gewerkschaften ausübten. Anstatt gerade im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 dafür zu sorgen, die Binnenkonjunktur entsprechend zu stärken und die Abhängigkeiten vom Ausland wenigstens etwas zu reduzieren, sorgte man für Lohnzurückhaltung. Das Resultat – trotz niedriger Zinsen: Stagnierende Löhne und explodierende Einkünfte für Unternehmer und Vermögende.

Von der globalisierten deutschen Wirtschaft profitieren demnach hauptsächlich die Unternehmer (dort wiederum vor allem die Konzerne), während der Anteil für die Arbeiter und Angestellten insgesamt betrachtet weiterhin sinkt. So werden zwar auch Jobs gesichert und geschaffen, jedoch mit einem Lohnniveau, welches nicht wirklich der Leistung entspricht, die dafür erbracht wurde. Rein vom Preisniveau und den Erlösen her, müssten die Reallöhne seit dem Jahr 2000 doppelt so stark gewachsen sein als es tatsächlich der Fall war. Mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Binnenkonjunktur.

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8 Kommentare

  1. Abgaben und wahre Steuerlast des BRDDR-Malochers

    Man muß bedenken, daß der Arbeitnehmer (und auch der Rentner)  "Zwei Drittel" seiner für den Arbeitgeber abgelieferten geldwerten Leistung gezwungenermaßen in den BRDDR-Popo steckt. Es sind nicht nur die Abgaben der sozialversicherten Einkommen, sondern auch andere Steuern angefangen mit der Alkoholsteuer über die Salz- bis zur Versicherungs- und Vergnügungssteuer. Und der Betrug am Bürger wird bei der KFZ-Steuer überdeutlich; denn die soll dem Straßenbau in der BRDDR dienen und nicht dem militärischen Rollbahnen in Israel, Afghanistan und den NATO-Staaten!

  2. Dabei wird immer vergessen, dass die Einführung des EURO  die 3. Währungsreform in Deutschland bedeutete und man gerade deshalb ganz andere Löhne erwarten durfte.

  3. Wettbewerbsfähigkeit………..das ich nicht lache, obwohl das ist mir hier im BRD-system schon lange vergangen.

    ……Wettbewerbsfähigkeit, ich denke eher die Kosten für die " Neubürger und  Politkasper,Beamtenparasiten, Spekulanten und Wirtschaftskriminellen………

    Wie sagte einer , Hauptsache die Deutschen habens nicht………….elende verlogene Bande!

  4. Dazu mal einen Kommentar von Jens Spahn, Präsidiumsmittglied der CDU und Staassekretär. *Das Rentenniveau in DE muss fallen, 47,5% sind einfach zu hoch und Hilft nicht den Hilfsbedürftigen."  😛

    jep das geben die so von sich. Einem Verdurstendem Wasser zu geben macht keinen Sinn für die, man gibt es lieber denen die am Ertrinken sind. *lol*  Das hier ist ein Irrenhaus wo die Kranken den kompetenten Doctor spielen. 🙂

      1. Nicht nötig, das machen die von ganz allein selbst, nach oder während dem Finanzcrash.

        Dann wird der Laden vom Kopf wieder auf die Füße gestellt. Fertig.

  5. Die Reallöhne steigen nicht!

    Was ist eine Inflationsrate wert, wenn sie die Kosten des Wohnens nicht abbildet, etwas das bei vielen ein Drittel der Ausgaben bedeutet. Die Wohnkosten steigen extrem, denn der Pseudomarkt wird gerade jetzt von unten aufgerollt.

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