In Kriegen geht es nur noch um den maximalen Schaden

In unserem Jahrhundert, wie auch im vergangenen, sind nicht mehr Taktik und Geschick in den Kriegen weltweit entscheidend, nur noch, wer den größtmöglichen Schaden anrichten kann.

Ein Gastkommentar von Max

Als den hohen Offizieren in den Generalstäben der europäischen Armeen im ausgehenden 19. Jahrhundert das erste Maxim-Maschinengewehr vorgeführt wurde, sollen sich viele der altgedienten Militärs skeptisch gezeigt haben. Das Maxim war eine technische Glanzleistung, das erkannten die Generäle natürlich. Beeindruckend, aber militärisch und strategisch kaum von Wert, so sollen sie anfangs geurteilt haben. Pure Munitionsverschwendung. Wozu sollte es gut sein, hunderte oder gar tausende Patronen in schneller Folge hintereinander abzufeuern, wenn doch ein Schuss aus einem herkömmlichen Karabiner ausreichte, um einen Gegner zu töten oder kampfunfähig zu schießen? Oder gar im Nahkampf ein schneller Hieb mit dem Säbel oder ein präziser Stich mit dem Bajonett – chirurgisch sauber, das tat’s doch auch.

Ein ehrlicher Kampf – Mann gegen Mann. Galt es nicht als unritterlich, hunderte gegnerische Soldaten aus der sicheren Deckung heraus quasi im Alleingang wie mit einer glühenden Sense niederzumähen? Es ging den Militärs selbstverständlich um Sieg oder Niederlage, aber nicht ums Abschlachten. Sie sahen sich vielleicht eher als strategisch denkende Spieler, die sich an einem Schachbrett gegenübersitzen. Der fließbandartige Tod war noch nicht erfunden. Kein Wunder, es gab ja auch keine Fließbandproduktion. Später erst, aber da waren die alten Generäle längst tot. Das Kommando übernahmen folglich irgendwann General Dynamics, General Motors, General Defense, General Electric, General Wallstreet und rangniedere Obristen und Vasallen … – was ja natürlich eine ganz andere Geschichte ist – und überhaupt, um das ein für alle Mal klarzustellen, hat das alles nichts zu tun mit … mit irgendwas.

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Zum Glück hatte man auch damals bereits moderne und weltoffene Politiker und Herrscher, die im Gegensatz zu den konservativ geprägten, ewig-gestrigen Militärs sofort die Vorteile und den zivilisatorischen Wert dieser hochwirksamen automatischen Waffe erkannten. Die vorausschauenden politischen Führungskräfte hatten im Gegensatz zu den sicher erfahrenen, aber hoffnungslos verknöcherten Militärs auch keine unnötigen Skrupel oder Vorbehalte, sondern Visionen. Sie blickten nach vorn, nicht zurück. So wie auch der legendäre Ballkünstler Lothar Matthäus einst sagte: „I look not back, I look in front“. Eben, eben. An der Front, da spielt die Musik…

Fazit: Fortschritt und Effizienz – das sind die Grundfesten, auf denen unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten beruht. Demokratie natürlich nicht zu vergessen – wo sich weitsichtige und eloquente Politiker hervortun, die Entscheidungen treffen, die dem Wohle aller Menschen dienen. Eben wie beim Maschinengewehr, dessen Erfinder einst vom britischen Premierminister Lord Salisbury als größter Wohltäter der Menschheit bezeichnet wurde, da er mehr Männer davor bewahrt habe, im hohen Alter zu sterben, als jeder andere Mensch vor ihm. Das war aber schon 1900. Danach gab’s bekanntlich noch viel mehr Wohltäter. Es wachsen auch immer welche nach.

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5 Kommentare

  1. Wenn man diese Logik zu Ende denkt, würden nur noch Atom- oder Wasserstoffbomben eingesetzt werden? Da dem nicht so ist, liegt wohl daran, dass nicht der maximale Schaden sondern der maximale Umsatz angetrebt wird. Und dieser wird nur mit Neuentwicklungen erreicht. Das diese effektiver sein müssen, liegt auf der Hand. Nur, maximal dürfen sie nie sein, sonst wäre ja das Geschäftsmodell versaut!

  2. sehr schön sarkastis geschrieben. wäre ein schmunzeln wert wenn es nicht traurig- wahr wäre. krieg ist etwas wunderbares für die menschheit und unser system: es kurbelt die wirtschaft an und verhindert (nicht besonders gut aber dennoch), dass zu viele von diesen gierigen parasiten die welt bevölkern….als denn menschen…..

    bei solchen gedanken komme ich nicht umher fassungslos auf den bildschirm zu glotzen, unfähig alles zu begreifen.

  3. Es geht in den jetzigen Kriegen nicht um materiellen Schaden, Landgewinn, sondern um den grösstmöglichen Schaden an Menschenleben. Es dient der Ausrottung der Zivilisation, und wenn Kriege nicht genug Schaden anrichten, dann verbreitet man biologische Kampfstoffe, wie Viren, Ebola und ähnliches oder züchtet Mücken, die in Südamerika und der Karibik herumschwirren, das nennt man dann Denguefieber. Es sind alles Bausteine zur Reduzierung der Menschheit. Wenn die Mücke dich nicht umbringt, dann kommt der Onkel Doktor und verpasst dir eine Impfung, mit Quecksilber, Formaldehyd und Aluminium und das wirkt nachhaltig, ein Tod auf Zeitlupe.

    Es ist sicher kein Zufall, dass im ersten Weltkrieg die Zivilbevölkerung um zehn Prozent, im zweiten Weltkrieg um ca. 50 Prozent und nun in diesen Kriegen um 80-90 Prozent betroffen sind.

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