„Der Fußball hat keine Angst“: Belgien-Portugal in Leiria statt in Brüssel

Die Terroranschläge und die Gefahrenlage in Belgien haben das Fußballländerspiel zwischen Belgien und Portugal gefährdet. Um nicht das falsche Signal auszusenden wurde das Spiel nicht abgesagt, sondern nur von Brüssel nach Leiria, Portugal verlegt. Dabei ist es viel mehr als ein Fußballspiel. Es ist ein Symbol für den Widerstand gegen den Terror!

Von Rui Filipe Gutschmidt

Der portugiesische Trainer Fernando Santos sprach aus, was alle denken: „Der Fußball hat keine Angst!“ Damit wird klar, dass es hier um mehr geht, wie ein Sportereignis. Ein Freundschaftsspiel, das ursprünglich nur der Vorbereitung der Teams auf die Europameisterschaft dienen sollte, bekam durch den Anschlag in Belgiens Hauptstadt eine ganz neue Bedeutung. Ob Cristiano Ronaldo jetzt geschont wird oder nicht, interessiert nur noch am Rande, wo es normalerweise ein halbes Stadion leeren kann wenn der Weltstar nicht spielt. So kann Ronaldo wohl für das Spitzenspiel der spanischen Liga zwischen Real Madrid und Barcelona geschont und in der Halbzeit ausgewechselt werden. Viele werden nämlich auch aus einem anderem Grund  ins Stadion gehen.

Die Portugiesen werden das Spiel dazu nutzen, um den Opfern zu gedenken, die auf so grausame Art ihr Leben verloren, verletzt wurden oder Angehörige und Freunde unter den Opfern hatten. Es ist ein klarer Ruf, rüber nach Belgien: „Wir stehen zu euch, fühlen mit euch, trauern, leiden, kämpfen mit euch!“ Die Portugiesen sind nun mal ein emotionales Volk, sonst hätten sie nicht den Fado und die Saudade erfunden. Aber für die Portugiesen gab es auch einen direkten Kontakt, der sie mitfühlen lässt. Sie kennen den Schmerz, denn 27 Portugiesen liegen mit Bombensplittern in Brüsseler Krankenhäusern. Schon in Paris waren Portugiesen unter den Opfern, was aber nicht weiter verwunderlich ist, da Paris zu den größten portugiesischen Städten gehört…

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Doch in Portugal selbst können sich die Menschen in Sicherheit fühlen. Für die belgischen Nationalspieler ist es die Möglichkeit, durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Die Anreise war noch von starken Sicherheitsmaßnahmen begleitet worden und natürlich sind auch in Portugal die Sicherheitskräfte zum Schutz der Mannschaften im Einsatz, doch wohl eher in einer Routineform. Belgiens Trainer Marc Wilmots, gemeinsam mit den Spielern Witsel und Lombaerts, haben auf dem Börsenplatz in Brüssels Zentrum der Opfer des Terrors gedacht. Heute werden Tausende Portugiesen im Stadion Fernão Maguelhães Pessoa, in Leiria, dasselbe tun und dem Terror die Rote Karte zeigen.

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6 Kommentare

  1. Ich halte überhaupt nichts davon Fussball für politische Zwecke zu missbrauchen. Ist immerhin einer der wenigen Unterhaltungsmöglichkeit wo man nicht zugemüllt wird mit irgendeiner unterschwelligen Propaganda

    Daher ist für mich das Freundschaftsspiel zwischen Portugal und Belgien kein Symbol, sondern das was es einfach ist -> Ein Freundschaftsspiel wie jedes andere

  2. Ablenkung und unauffälliges Herunterfahren der Gefahrenstufe über den Fußball. Nichts anderes ist es. Sie können nicht einfach sagen:, "Hallo Leute, wir machen mal ne Pause". Denn wenn sie so ein Spiel benützen, um einen Terror wie in Brüssel oder Paris zu veranstalten, dann haben sie die Masse gegen sich!

  3. Der Autor möge bitte genau erklären, wen er für alle hält, die so etwas denken.

    Langsam schleicht sich der Verdacht ein, das hier ein neu rekrutierter Atlantiker seine ersten Gehversuche absolviert.

     

    1. Ich lasse mich nicht rekrutieren und schreibe für Contra von Anfang an. Davon abgesehen denken "alle" portugiesischen Fussballfans, dass der Fussball keine Angst hat. Was bitte schön soll so eine Aussage – ein "wir lassen uns vom Terror nicht daran hindern unsere Leben zu leben" – mit der (von mir verhassten) Atlantikbrücke bzw US-Finanzoligarchie zu tun? Echt jetzt, da brauchen wohl einige gaaaanz dringend eine tiefgehende Psychotherapie. Das nennt man Paranoia, wenn jemand überall Atlantiker, und sonstige "rekrutierte" Trolle sieht. 

      Oder ist der Kommentator selbst ein Troll? 

  4. Merkwürdigerweise wurde kein Djihad mehr seit dem Mittelalter in Europa ausgetragen. Nämlich ist die 500 Jahre währende maurische Herrschaft  der Iberischen Halbinsel durch die Reconquista seitens der abendländisch-christlichen Gotteskrieger im fernen 13. Jahrhundert (Portugal) bei uns zu Ende gegangen. Aber da waren wir noch weit weg von der "Oil Economy" und den damit zusammen hängenden geostrategischen Schachzügen (und verhängnisvollen Kriegen) entfernt.

     

     

     

     

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