Liebe Leser und Leserinnen,
„die bisherigen Erkenntnisse aus dem Polizeialltag zeigen, dass rund 10 Prozent der Asylbewerber strafrechtlich auffällig werden und Taten aus dem Bereich der Eigentums-, Gewalt- und Drogendelikte begehen. Ca. 15 Prozent der Täter fallen dabei mehrfach auf. Sehr bemerkenswert dabei ist, dass so gut wie nie syrische Kriegsflüchtlinge unter den Tatverdächtigen sind. Die Täter sind in der Regel alleinreisende junge Männer aus dem Balkan, überdurchschnittlich häufig aus dem Kosovo, aus Georgien und Nord- und Zentralafrika.“ Quelle: Andre Schulz, Vorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter, am 14.09.15. (Nach ARDaktuell-Chefredakteur Kai Gniffke sind „80 Prozent der Flüchtlinge junge, kräftig gebaute alleinstehende Männer“.)
Eine aktuelle Analyse des Bundeskriminalamtes, die vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegeben wurde, konstatiert nun, dass Flüchtlinge nicht mehr Straftaten begehen als die einheimische Bevölkerung. Sie begehen keine Drogendelikte mehr, Rohheitsdelikte nur zu 16 Prozent. Entsprechend entspannt äußert sich Andre Schulz, der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter: „Die Erhöhung der Fallzahlen ist kriminologisch erklärbar und mit normaler kriminalpolizeilicher Arbeit in den Griff zu bekommen."
Nur zwei Monate liegen zwischen dem 14.09.15 und dem 13.11.15 und die Welt sieht schon wieder viel rosiger aus. Vorwiegend junge, kräftige gebaute alleinstehende Männer aus dem Balkan verüben nicht mehr Straftaten als die einheimische Bevölkerung zwischen 1–99 Jahren. Und ich dachte immer, es ist erwiesen, dass junge Männer statistisch häufiger kriminell sind als andere Gruppen. Der Heilige Geist muss diese jungen Männer bei Grenzübertritt erfüllen. So viel Erweckung war nie in Deutschland.
„Mit den Flüchtlingen steht Gott vor unseren Grenzen“, sagt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).
Das reine Gewissen der Deutschen
Folgende Pressemeldung flattert mir auf den Tisch: „Zum 500. Reformationsjubiläum 2017 will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) weitere Lehren aus der Haltung Martin Luthers zu den Juden ziehen. In einer in Bremen einstimmig beschlossenen Kundgebung distanziert sich die EKD-Synode von den judenfeindlichen Aussagen Luthers und anderer Reformatoren. Luthers Empfehlungen zum Umgang mit Juden seien widersprüchlich und hätten Schmähungen und Forderungen nach vollständiger Entrechtung und Vertreibung der Juden eingeschlossen. Im Vorfeld des Reformationsjubiläums können wird an dieser Schuldgeschichte nicht vorbeigehen. Luthers Sicht des Judentums und seine Schmähungen gegen Juden stehen nach unserem heutigen Verständnis im Widerspruch zum Glauben an den einen Gott, der sich in dem Juden Jesus offenbart hat.“
Und was ist jetzt mit der heiligen Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist? Wenn sich Gott in dem Juden Jesus offenbart hat, dann hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in dieser Woche das christliche Glaubensbekenntnis auf den Müllhaufen entsorgt.
Science files kommentiert: „Erstaunlich, dass die EKD-Synode wieder ins Dritte Reich zurückfällt und die Juden zum eigenständigen Volk mit entsprechend eigener jüdischer Nationalität erklärt. Wir waren z.B. der Ansicht, Judentum sei eine Religion, keine Nationalität, aber da liegen wir offensichtlich falsch, wie die EKD gerade erklärt hat. Juden sind ein von Deutschen und anderen Nationen getrenntes Volk, das man klar differenzieren kann und aus dessen Reihen, ‚nach unserem heutigen Verständnis‘ der Jude Jesus kommt.
Wie es die Evangelische Kirche schaffen will, den von ihr als Antisemiten abgelehnten Martin Luther von dem Martin Luther zu trennen, auf den sich die Evangelische Kirche ansonsten bezieht, wenn es nicht um Juden geht, ist eine Frage, die wir nicht beantworten müssen. Das ist zum Glück die Aufgabe derer, die ihrer politischen Korrektheit frönen und die Jahrhunderte durchforsten, immer auf der Suche nach Personen und Inhalten, von denen man sich zum Ausweis der eigenen Gutheit distanzieren kann.“
Heinrich Bedford-Strohm, der mit überragender Mehrheit für die nächsten sechs Jahre als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf der EKD-Synode in Bremen bestätigt wurde, ist Mitglied in einem Moscheebauverein.
Das schlechte Gewissen der Deutschen
„Auf den dringenden Aufruf des lokalen Flüchtlingshilfevereins hin habe ich meine recht neue, sehr gute, wasserdichte Winterjacke gespendet und mir eine noch bessere Jacke gekauft, die mir auch noch besser gefallen hat. Nutze ich so die Spende aus, um mich guten Gewissens dem Konsum hinzugeben, mal abgesehen von dem Verlust von fast 200 Euro?“ Quelle: Leser Hans F. fragt die Redaktion des Süddeutsche Zeitung Magazins.
Das schwarze Schaf der Woche
„Denn nicht nur in Asylbewerber müssen sich Christen einfühlen, sondern auch in diejenigen hierzulande, die sich Sorgen machen, dass wir die andauernd hohe Zahl ankommender Flüchtlinge nicht mehr bewältigen können. Solche Ängste müssen ausgesprochen werden dürfen, ohne dass sie gleich als politisch unkorrekt oder als unchristlich etikettiert werden. – Die Wortführer der radikalisierten AfD schüren unverholen rechtsradikale Ressentiments.“
Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm auf der Synodentagung in Bremen. Quelle: FAZ
Kirchliche Mitarbeiter scheinen für Angela Merkel eine Art Volksreserve bei der Bewältigung der Einwanderermassen zu sein. Nach Bedford-Strohm helfen allein in den evangelischen Gemeinden 120 000 Ehrenamtliche. Bei der beeindruckend hohen strafrechtlichen Auffälligkeit der nach Deutschland reisenden „Flüchtlinge“ (siehe oben 14.09.15) möchte ich besser nicht wissen, wie viele Kriminelle die Kirche in den vergangenen Monaten als unsere Nächsten betütelt hat.
Normalerweise ist es nicht schlimm, was ein Kirchenfürst sagt. Was die Sache für mich gespenstisch macht, ist der Gleichklang mit der Bundeskanzlerin. Die beiden könnten ohne jeden Reibungsverlust ihre Positionen tauschen und keiner würde einen Unterschied in Wortwahl und Ausdrucksweise feststellen. – Auch als Christ lebe ich nicht gerne in einem Gottesstaat!
Das weise Schaf der Woche
„Es gibt in der deutschen Öffentlichkeit eine große Bereitschaft, sich schuldig zu fühlen. Man hat viel dafür getan, die verbrecherischen Aspekte der Nationalgeschichte zu verstehen und sich zu läutern. Auch dadurch ist ein Übermaß an Moralisierung in die Politik geraten. Politik muss sich an moralische Grundsätze halten, aber sie hat keine moralische Mission. Der Diskurs über die Flüchtlinge wird teilweise so geführt, dass ein Staat die Pflicht hat, alle Flüchtlinge aufzunehmen. Merkel sagte, da gebe es keine Grenze. Das ist Unfug: Zur Souveränität eines Staates gehört es, sein Gebiet zu schützen, da kann man nicht sagen, die Grenze lässt sich nicht schließen. Natürlich lässt sich eine Grenze schließen, wenn man es will.“
Der Philosoph und Autor Rüdiger Safranski im Interview mit der Neuen Züricher Zeitung.
Mein Lektüretipp der Woche:
„Bei uns gibt es mehr Tote durch Glyphosat!“
Claus Folger
Frankfurt am Main
Contra Magazin News & Information 