Am Sonntag wählt Griechenland ein neues Parlament. Doch die Umfragen zeigen, dass es wohl keine klare Mehrheiten geben wird. Möglicherweise kommt dann eine Technokratenregierung, die mit Unterstützung Brüssels agiert, um deren Pläne mit Griechenland voranzutreiben.

Von Marco Maier

Sowohl die linke Syriza als auch die konservative Nea Dimokratia (ND) liegen in den Umfragen derzeit Kopf-an-Kopf. Für eine absolute Mehrheit bei den Parlamentsmandaten wird es jedoch ziemlich sicher weder für die eine noch die andere Partei geben. Auch nicht mit dem Abgeordnetenbonus für die stärkste Partei.

Um eine absolute Mandatsmehrheit zu erreichen, müsste eine der beiden Parteien auf 36 Prozent der Stimmen kommen, doch je nach Umfrageinstitut liegen die Syriza und die Nea Dimokratie bei 26-28 Prozent. Eine Koalition miteinander haben die Parteiführer bereits ausgeschlossen. Bleibt also noch die Suche nach Koalitionspartnern, wobei die Konservativen – je nach Wahlergebnis – eine größere Auswahl hätten. Denn sowohl die sozialdemokratische Pasok als auch die neue bürgerliche Partei "To Potami" böten sich hierfür an.

Und die Syriza? Der bisherige Koalitionspartner, die rechtspopulistische ANEL, wird es wahrscheinlich nicht wieder schaffen, die Hürde von 3 Prozent für den Einzug zu knacken. Die kommunistische KKE und die Syriza-Abspaltung "Volkseinheit" werden sich wohl ohnehin (wieder) weigern, den Kurs von Premierminister Tsipras mitzutragen und den Ausverkauf Griechenlands voranzutreiben.

Doch einfach so lange wählen zu lassen, bis sich dann irgendwann mal Mehrheiten ausgehen, weil die Resignation unter den Wählern wächst, wird angesichts der massiven finanziellen Probleme wohl kaum möglich sein. Wahrscheinlicher ist es, dass es (ähnlich wie schon mal in Italien) zu einer von der EU "unterstützten" Technokratenregierung kommen könnte, die dann im Parlament variabel nach Mehrheiten suchen muss.

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Angesichts dessen, dass die Nea Dimokratia, die Pasok und To Potami ohnehin tief im Anus der Brüsseler Eurokratie stecken und sich die Syriza um Tsipras zum Bückstück Schäubles machte, dürfte eine solche Troika-Marionettenregierung durchaus "erfolgreich" agieren können.

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