Washingtons Versuch, die G7 zu einer antichinesischen Allianz zu machen, scheitert

Die wirtschaftlichen nationalen Interessen vieler G7-Länder sorgen dafür, dass Washington keine Anti-China-Allianz schmieden kann.

Von Redaktion

US-Präsident Joe Biden hat sich am Freitag in einer Videokonferenz gleich zweimal als Führer geoutet, der den Westen gegen äußere Feinde – China und Russland – vereinen will. Auf dem G7-Forum rief Biden zu einer kollektiven Antwort auf Pekings Herausforderung auf, während er auf der Münchner Sicherheitskonferenz darüber sprach, wie man dem Kreml Einhalt gebieten kann.

Peking sieht Washingtons Ambitionen als Versuch, einen neuen Kalten Krieg auszulösen, in dem China der Hauptrivale sein wird. Chinesischen Experten zufolge werden die USA nicht in der Lage sein, Deutschland und Japan auf ihre Seite zu ziehen, schreibt die Nesawissimaja Gaseta. Die Haltung von Biden und anderen G7-Führern könnte sich deutlich unterscheiden.

Für Berlin ist das asiatische Machtzentrum ein wichtiger Exportmarkt für seine Automobile, während Japan ebenfalls ein riesiges Handelsvolumen mit China hat. Es ist unwahrscheinlich, dass diese beiden Länder ihre Beziehungen zu Peking schwächen werden, um die USA zu verhätscheln, schreibt die in China ansässige Global Times.

Der stellvertretende Direktor des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, Alexander Lomanow, sagte der “Nesawissimaja Gaseta”, dass die Amerikaner und die Europäer ein gemeinsames Interesse daran haben, einen Hebel zur Eindämmung Chinas zu haben, der eher ein Verhandlungsinstrument wäre.

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“Diese Motivation ist besonders stark, was die Europäer betrifft, da sie nicht schwach aussehen wollen. Ich glaube, dass sich in Bezug auf Verhandlungen und Erklärungen zu Menschenrechten eine Allianz bilden wird. Aber das wird keine echte Allianz sein, die China wirtschaftlich oder militärisch-politisch schaden könnte. Die Europäer wollen keine Gewinne verlieren, indem sie die wirtschaftlichen Beziehungen zu China einschränken”, so Lomanow.

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Laut dem Experten entsteht ein neues Modell des Kalten Krieges. “Die wirtschaftliche Interaktion zwischen beiden Seiten wird weitergehen. Allerdings wird der High-Tech-Sektor zunehmend von dieser Interaktion isoliert. Er verwandelt sich in eine verbotene Zone. Das ist das Modell, das in diesem Jahrzehnt geschaffen wird”, sagte Lomanow.

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