Zerstörter Rettungswagen in Shijaiyah im Gaza-Streifen. Bild: Boris Niehaus CC-BY-SA 4.0

Ganze 51 Tage dauerte der jüngste Gaza-Krieg, der über 2000 Palästinensern das Leben kostete. Unter ihnen befanden sich viele Zivilisten – Frauen, Kinder und Alte. Heute leben viele Bewohner in Ruinen. Die internationalen Hilfsgelder können die vielen Narben jedoch nicht beseitigen.

Von Marco Maier

Der Gaza-Streifen gilt als das "größte Gefängnis der Welt". Etwa 1,8 Millionen Menschen leben auf diesem rund 360 Quadratkilometer großen Küstenstreifen, der sowohl von israelischer als auch ägyptischer Seite abgeriegelt wird. Lauren Booth, Menschenrechtsaktivistin und Schwägerin des früheren britischen Premierministers Tony Blair, sagte einmal über den Gaza-Streifen: "Ich bin Israel dankbar für die hervorragende Chance zu erfahren, wie es ist, im größten Konzentrationslager der Welt zu leben, wo die Menschen als Geiseln in einem 40 mal zehn Kilometer großen Lager festgehalten werden"

Israels vernichtender Krieg gegen die Hamas forderte unzählige Opfer. Raketen um Raketen schlugen im ganzen Palästinensergebiet ein und töteten dabei unzählige Menschen. Von den rund 2100 Opfern waren etwa 500 Kinder und 250 Frauen. Israel hingegen hatte 67 Tote zu beklagen, von denen 64 Soldaten waren. Im Gegensatz zu den Palästinensern konnten die Israelis ihre Zivilisten mit einem "Iron Dome" – einem Raktenschirm – weitestgehend schützen. Dementsprechend zeigt sich auch die Ungleichheit bei den kriegsbedingten Verwüstungen.

Schon im Jahr 2012 prognostizierten die Vereinten Nationen, dass der Gaza-Streifen bis zum Jahr 2020 unbewohnbar sein wird. So versalzt das Grundwasser, die Böden werden immer unfruchtbarer und die Abwässer gelangen ungefiltert ins Meer, da die Kläranlagen fehlen. Jetzt, nach den unsäglichen Verwüstungen sieht es noch schlechter aus. Doch einen Ausweg gibt es bislang nicht. Für die israelische Regierung gilt jeder Palästinenser im Gaza-Streifen als potentieller Terrorist, so dass eine Grenzöffnung zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung für sie nicht in Frage kommt.

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So schwindet die Hoffnung der Bevölkerung auf eine Besserung der Lage immer weiter. Eine politische Einigung erscheint angesichts der verhärteten politischen Fronten als unwahrscheinlich. Denn die rechtskonservative israelische Regierung sieht in der Palästinenserführung der Hamas eine terroristische Vereinigung. Und mit Terroristen verhandelt Israel nicht. Doch dass die Blockadepolitik dazu führt, dass sich die Palästinenser enger an die Hamas binden, versteht man in Jerusalem nicht.

Die zugesagten Finanzhilfen aus aller Welt werden auch nicht ausreichen, um die während des Gaza-Kriegs angerichteten Zerstörungen zu beseitigen. 

 

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