Angst vor der Unabhängigkeit: Cameron verspricht den Schotten mehr Autonomie

Beim politischen Establishment in London liegen die Nerven blank. In wenigen Tagen entscheiden die Schotten über ihre politische Zukunft – und jene Großbritanniens. In einem letzten Versuch, wenigstens einige Verfechter der schottischen Unabhängigkeit auf die Seite der Unionisten zu ziehen, versprach der britische Premieminister David Cameron Schottland nun noch mehr Autonomie.

Von Marco Maier

In einem Offenen Brief in der schottischen Tageszeitung “Daily Record” an die Schotten versuchen der britische Premier David Cameron (Konservative), Vize-Premier Nick Clegg (Liberaldemokraten) und Oppositionsführer Ed Miliband (Labour) das Ruder noch herumzureißen. Darin bieten sie den Schotten für den Fall des Verbleibs im Vereinigten Königreich weitere Zugeständnisse beim Autonomiestatus an. Darunter fallen dann auch die Gesundheitsausgaben, über die die Schotten selbst entscheiden sollen. Doch die stellvertretende schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon erklärte, der Brief sei unglaubwürdig und nicht ausreichend.

Die letzten Umfragen zeigten ein sehr knappes Rennen zwischen den schottischen Separatisten und den britischen Unionisten, so dass London vor dem Referendum am 18. September zurecht zittert. Zu erwarten ist demnach entweder eine knappe Zustimmung oder Ablehnung, was für beide Seiten schwierig wird. Immerhin brauchen sowohl die Befürworter als auch die Ablehner der schottischen Unabhängigkeit ein aussagekräftiges Mandat, um Protestaktionen der unterlegenen Seite möglichst einzugrenzen.

Alex Salmond, Chef der in Edinburgh regierenden Schottischen Nationalpartei (SNP), traf sich indessen mit Wirtschaftsvertretern in Schottlands Hauptstadt Edinburgh. Diese rückten, so Salmond, mehr und mehr auf die Seite der Unabhängigkeitsbewegung „weil sie wissen, dass das der einzige Weg ist, auf dem wir die benötigte Wirtschaftskraft bekommen können.“ Zuvor hatte Premierminister Cameron Konzernchefs und Top-Banker um sich geschart, die die finanziellen und wirtschaftlichen Folgen einer Unabhängigkeit in den dunkelsten Farben ausmalten.

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