UNO erklärt „Krieg gegen die Drogen“ für verloren

Seit dem 19. April tagt in New York eine Generalversammlung der UNO, in der unter anderem das weltweite Drogenproblem erörtet werden soll. Zu diesem Anlass gab es kürzlich auf ARTE eine interessante Doku zu sehen. In „Drogen kann man nicht erschießen“ wird die Problematik von allen Seiten beleuchtet; unterm Strich kommt man dabei zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass in diesem Punkt wohl oder übel ein komplettes Umdenken stattfinden muss. Schmackhaft gemacht werden soll dieses Umdenken in erster Linie durch die Aussicht auf jede Menge Gewinn.

Von Marcello Dallapiccola

Tatsächlich sprechen die Zahlen für sich: Drogensucht explodiert geradezu, und das weltweit. Dank Chemie gibt es mittlerweile auch eine viel breitere „Angebotspalette“; während man vor 30 Jahren noch mühsam sein eigenes, nur mäßig potentes Gras an einem einsamen Plätzchen im Wald ziehen musste, reichen heute einige Ingredienzien aus der Apotheke nebst einer Anleitung aus dem Internet, um sich das abgefahrenste Zeugs in Eigenregie zusammenzuköcheln.

Auch mit der Bekämpfung klassischer Drogen sieht es nicht gut aus. Cannabis, Kokain und Opium überschwemmen in immer neuen Wellen den Markt; trotz jahrzehntelanger, erbitterter Drogenkriege im kolumbianischen Dschungel und in Afghanistan wird weiter fröhlich gejunkt, gekifft und gerupft. Wobei Gras sowieso immer schon und seit jeher geraucht wurde, nur dass das Kraut von heute dank kunstvoller Züchtung um das x-fache stärker ist als von Natur aus und man es beinahe an jeder Ecke kaufen kann.

Entsprechend sind auch die Umsätze des internationalen Drogenhandels; obwohl hier nur Schätzungen vorliegen, die auch noch recht unterschiedlich ausfallen, zeigt sich dennoch, dass es sich um die zweitstärkste Branche der Welt handeln dürfte – nach der Rüstungsindustrie. Genau mit diesem Argument soll jetzt auch ein komplettes Neudenken der weltweiten Drogenproblematik angestoßen werden. Schlüsselsatz: „Wir dürfen dieses Geschäft nicht den Banden überlassen!“

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Diese Argumentation kommt nicht von ungefähr, denn nur so lassen sich die im Drogenkrieg verhärteten Fronten aufweichen. Denn nur wenn man den Staaten, respektive den Bankstern und Konzern-Gangstern, die diese Staaten weitgehend im Geheimen führen, die Aussicht auf fantastische Gewinne unter die Nase reibt, kann man ein solches Umdenken anstoßen. Das wissen die vielen Ex-Politiker aus aller Welt, die sich eigens zu diesem Zweck zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen haben (siehe Film!), sehr wohl; genauso wie sie auch aus ihrer eigenen Regierungszeit wissen, dass ein Bekämpfen der Drogenszene schlicht sinnlos ist.

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Und in der Tat zeigen erste Versuche einer Cannabis-Freigabe in den USA (bisher Washington D.C., Alaska, Colorado, Oregon und die Stadt Washington; Kalifornien, Nevada, Massachusetts und Florida könnten noch heuer folgen) überraschende und auch beeindruckende Ergebnisse: Die Kriminalität ging spürbar zurück, viele neue Arbeitsplätze entstanden, die Steuereinnahmen sprudeln; trotz gesetzlicher Auflagen für die legalen Cannabisproduzenten, -Händler und auch deren Kunden konnten sich das staatlich organisierte Modell – bei gleichen Verkaufspreisen – gegenüber dem Schwarzmarkt durchsetzen. Im Moment profitieren die Freigabe-Staaten zusätzlich noch von einem regen „Kiffer-Tourismus“ aus den Grenzregionen, was natürlich die Kassen dort noch süßer klingeln lässt.

Doch auch abseits des hedonistischen Vergnügens, das manche dabei empfinden mögen wenn sie sich das Hirn vernebeln, könnte eine totale Drogenfreigabe so einiges in unserer Gesellschaft verändern. Opium, das Rohmaterial für Heroin, wurde von Alters her als Narkotikum bei Operationen und schweren Krankheiten benutzt, Cannabis verfügt über so vielfältige, heilsame Eigenschaften, dass die Forscher von einer wahren Wundertüte sprechen, die sie da erst langsam im Begriff sind zu öffnen. Dasselbe gilt für Kokain, von dessen wundersamer Wirkung sich so mancher Südamerika-Reisende überzeugen konnte, wenn es hinauf in die Anden ging. Dort wird nämlich direkt im Zug „Mate di Coca“ angeboten, ein Aufguss mit den Blättern der Coca-Pflanze, der einen zwar nicht high macht, dafür aber binnen Minuten von jeder Höhenkrankheit erlöst.

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Nicht wenige Botaniker und Pharmakologen sind felsenfest davon überzeugt, dass in der Natur für jedes Wehwehchen des Menschen die richtige Pflanze zu finden ist. Unsere Altvorderen wussten noch um diese Heilkraft der Natur, jahrhundertelang hatte die Menschheit nichts anderes, um sich im Krankheitsfall zu helfen; dass es uns als Spezies immer noch gibt beweist, dass sie so falsch nicht liegen konnten.
„Allein die Dosis macht, dass ein Ding ein Gift ist“, verkündete dereinst Paracelsus. Nicht die Pflanzen, die „Gottes Apotheke“ uns bietet, sind das Problem – es ist unser Umgang damit. Eine Drogenfreigabe kann der richtige Weg sein, wenn damit einhergehend die Menschen lernen, mit diesen Gaben unserer Mutter Natur verantwortungsbewusst umzugehen.

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16 Kommentare

  1. Es scheint eine optimistische Annahme, dass die Menschen es lernen werden, verantwortungsvoll mit Drogen umzugehen, sobald diese legalisiert werden. Es handelt sich um Substanzen, die abhängig machen und mittels Schmerzunterdrückung, exzessiver Stimulanz und Rauschzustand die Wahrnehmung verändern und natürliche Schutzmechanismen unterdrücken (Schmerz, Ermüdung). Wer sie wiederholt nimmt, wird schlicht abhängig und zeigt Auffälligkeiten in der Interaktion mit seinen Mitmenschen bzw. Devianz gegenüber gesellschaflichen Normen. Dies bedeutet nichts weiter als eine Form der Unfreiheit, sogar eine besonders gefährliche Form der Unfreiheit, denn sie wird nicht von Außen erzwungen, sondern wird von Innen her durch die Psyche des Konsumenten verursacht. Labile Menschen und potenziell Gefährdete sollten staatlicherseits  auch weiterhin davor geschützt werden.

  2. Man benötigt die Sicherheitsstrukturen für andere Aufgaben. Auch zum in schach halten der Bevölkerung. Und Menschen auf Drogen leisten keinen Widerstand! Und die Schattenwirtschaft floriert, in der auch Geheimdienste und anderes Gesindel mitverdienen. Ich möchte nicht wissen, wie viele false flag Operationen mit Drogengeldern finanziert werden?!

  3. der kokainanbau in kolumbien ist innerhalb des letzten jahrzehnts stark zurückgegangen. das problem ist, dass der yankee immernoch kolumbien zurechtweist und über die produktion in "befreundeten" staaten grosszügig hinwegsieht. mit heroin handelt er – der yankee – offen und über die uno brauchen wir erst gar nicht zu reden! 

  4. Ich habe diese Werbesendung für Drogenlegalisierung ein Stück weit verfolgt, dann habe ich es nicht mehr ausgehalten und weggeschalten.

    Man kann und sollte davon ausgehen das, wenn es „von oben gewünscht“ ist eine Legalisierung durchzusetzen, dann werden damit völlig konträre Ziele als die verbreiteten verfolgt.

    Die wollen einfach willenlose Zombies durch massenhaften Drogenkonsum heranziehen.
    Wie soll denn die Beschaffungskriminalität (harte Drogen) eingedämmt werden? Soll die Allgemeinheit den Junkies den Konsum bezahlen? Arbeiten gehen die ja dann wohl nicht.

    Natürlich wurde auch wieder der Alkohol als Droge angeführt. Ist er meiner Meinung nach nicht. „Alkoholismus“ ist keine Krankheit sondern eine Charakterschwäche.

    Jeder kann mit seinem Körper (und Geist) grundsätzlich alles tun was er möchte, solange anderen nicht geschadet wird. Man sollte dann allerdings auch die Konsequenzen tragen und nicht erwarten, daß sich die ganze Welt nur um einen selbst dreht.

    1. Kleine Zusammenfassung. Drogen wurden schon immer genutzt, zum Berauschen, als Heilmittel, als Sakrament in Religionen……

      Drogen wurden erst durch deren Verbot zum Problem. Der maß- und sinn-voller Gebrauch schadet in der Regel niemandem. Aber es wird immer eine gewissen Menge X geben, die damit nicht umgehen kann, bzw. will. Das haben wir auch jetzt schon mit den legalen Drogen Alkohol und Nikotin.

      Wer Drogen nehmen will, der besorgt sie sich auch heute, trotz Verbot! Auf dem Schwarzmarkt gibt es natürlich keinen Verbraucherschutz, deshalb kommen viele Konsumenten durch giftige/bedenkliche Steckmittel zu Schaden. Und genau diese Schäden landen dann als "Drogenproblem"! in den Schlagzeilen der z.B. XXXX-Zeitung. D.h. das Problem ist hausgemacht.

      Drogenpolitik wurde/wird  als Alibi benutzt um irgendwelche politische Schweinereien zu rechtfertigen. Die Schattenregierung der USA finanziert damit z.B. ihre "geheimen Aktivitäten" zu denen sie im Kongress niemals die Mittel dafür bekämen. In Südamerika wurde das gerne so gemacht. Wieviele, den USA unpassende Regierungen wurden dort wegen Verstrickungen in angebliche "Drogengeschäften" gestürzt? 

      Das Ende der Prohibition muss kommen. Keine Angst, die Bevölkerung wird sich nicht in eine willenlose Masse von Zombies verwandeln. Das ist eh schon passiert, durch unkontrollierten TV-Konsum ab frühester Kindheit. 

       

      1. Sorry, aber das ist Blödsinn. Wem schadet Heroin oder andere harte Drogen nicht??? In alten Kulturen wurden gewisse halluzinogene Drogen, eingebettet in religiöse oder schamanistische Rituale, benützt. heute dienen sie nur, um sich zuzudröhnen oder "chillen".

        1. Nun ja, ich habe von verantwortungsbewusstem Konsum gesprochen, ja das ist möglich.

          Probleme machen nur psychisch kranke Konsumenten, welche mit Drogen versuchen ihre Probleme zu lösen / überdecken.

          Da sind aber nicht die Drogen die Ursache, die Ursache ist der "kranke" Mensch.

          Das andere Problem ist die schwankende Qualität der Substanzen. Auf dem Schwarzmarkt gibt es keine Qualitätskontrollen. So stirbt nun mal der Junkie der 30%tiges Heroin gewohnt ist, wenn die nächste Lieferung plötzlich 90%ig ist und er sich die "gewohnte Dosis" spritzt.

          Durch das Drogenverbot experimentieren die Geschäftemacher, indem sie einfach das Molekül der Substanzen so verändern, dass der Stoff nicht mehr unter das BTMG fällt. Bis der Gesetzgeber reagieren kann gibt es schon zahlreiche Opfer der neuen, meist giftigen Substanz. Ein Wettlauf welchen immer die gewissenlosen Geschäftemacher gewinnen.

          Staatlich lizensierte, kontollierte Abgabe in Drogenfachgeschäften (Alterskontrolle, Qualitätskontrolle etc.). Um dort einkaufen zu können, kann man ja einen "Drogenführerschein" einführen, bei welchem der Bürger die Risiken der einzelnen Stoffe kennen lernt.

    2. Selbstverständlich ist Alkohol eine Droge, sogar eine harte Droge nach der üblichen Klassifikation. Alkoholismus ist darüberhinaus eine physisch bedingte Sucht, keine psychisch bedingte. Das heisst, man kann sich dem suchtpotential auch nicht mittels gefestigtem Charakter entziehen.

      1. "Man kann sich dem Suchtpotential auch nicht mittels gefestigtem Charakter entziehen".  —  Da habe ich in den zurückliegenden 48 Jahren auch andere Erfahrungen gemacht. Wohl haben Sie recht, wenn es um sog. harte Drogen bei Jugendlichen geht. 

  5. Der sog. Krieg gegen die Drogen war nichts anderes als eine Alibiveranstaltung. Beispiel: Mutter Barbara Bush engagierte sich im Kampf gegen die Drogen, während Vater und Sohn mit ihrer Firma tonnenweise Kokain einflogen. Momentan scheint man auf US-Seite mehr in den Heroinhandel involviert zu sein, nachdem die Kokskartelle nicht mehrzu infiltrieren waren.

  6. Böser Drogenkireg. Da müht man sich, und vernichtet, ohne Rücksicht auf Verluste, Droge um Droge, doch dann wächst das Zeug einfach nach. Und all die Drogentoten, die Veteranen dieses entschlossenen Feldzuges, denen kein Zug zuviel (außer natürlich der Letzte) und kein Trip zu weit war, die wie berauscht der Drogenvernichtung sich ganz verschrieben; die düngen nun auch noch den Boden mit ihren ausgedorrten Leibern, so dass die Drogen nur umso besser sprießen. Was für ein Teufelszeug. Wenn dieser Trend anhält, haben die Drogen spätestens 2023 oder, wenns mal wieder länger dauert, 2033 die Herrschaft über die Erde an sich gerissen. Die Menscheit überlebt dann nur noch, stark reduziert und degeneriert, in Höhlensystemen. Doch die werden dann weitestgehend Drogenfrei sein, da die Droge an sich, in Höhlen stets Angstattacken schiebt, und schnell wieder das Weite sucht.

  7. Es ist auch klar das der Krieg verloren ist wenn die amerikanischen Geheimdienste, samt wallstreet, nicht Drogen bekämpfen sondern deren Handel kontrollieren wollen.

    Russland führt jetzt selber Krieg gegen Drogen. Ich sage die Russen werden erfolgreicher sein, weil für die das Menschenleben wichtiger ist als Geld.

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