Official White House Photo by Pete Souza

Mit britischem Humor, auch dem der schwärzesten Art, ist nicht zu erklären, was der englische Außenminister Hague als Erklärung für die Kämpfe im Irak genannt hat: die Zustände in Syrien seien schuld, die dort „fehlende Regelung“, was die Gedankenverbindung zu dem ursprünglichen Plan Großbritanniens und der USA herstellt, die Regierung Assad in Damaskus mit Waffengewalt zu stürzen. Putin nahm ihnen den Vorwand weg, jetzt sieht die Welt, so Hagues Unterton, was sie davon hat.

Von Florian Stumfall

Diese Volte lockt selbst den sonst zurückhaltenden russischen Außenminister Lawrow aus der Reserve. „Wir wissen“, sagte er, „dass unsere englischen Kollegen eine einmalige Fähigkeit besitzen, alles zu verdrehen. Aber einen solchen Zynismus habe ich nicht einmal von ihnen erwartet:“ Tatsächlich sollte der Außenminister Ihrer Majestät überlegen, ob sich nicht noch einige Beobachter des Krieges entsinnen, mit dem hauptsächlich die USA und Großbritannien den Irak überzogen haben und daran, dass der Sturz Saddam Husseins am Anfang einer sich immer mehr ausbreitenden Welle der Gewalt gestanden hat.

Auch wäre ein zeitlicher Zusammenhang zu bedenken: Als sich die westlichen Alliierten im Jahre 2011 trotz des herrschenden Chaos aus dem Irak zurückzogen – „Der Krieg ist beendet“ – wurde kurz darauf der Aufstand in Syrien angezettelt. Die islamistische Infektion konnte schon wegen der zeitlichen Abfolge nur vom Irak ausgehen, soweit sie nicht von außen nach Syrien gebracht worden ist. Lawrow dazu: „Vor elf Jahren hatte der damalige US-Präsident (Bush) den Sieg der Demokratie im Irak verkündet. Seitdem verschlimmerte sich die Lage im Land in geometrischer Progression.“

Vielleicht war Hagues verbaler Vorstoß als Entlastung für einen sehr hilflosen Obama gedacht. Die USA beschränkten sich vorerst auf Hilfszahlungen für die Regierung Maliki in Bagdad und erklärten, sie würden die Entwicklung „besorgt“ beobachten. Die Sprecherin des Außenamtes versicherte, ein Eingreifen der US-Army sei „zum jetzigen Zeitpunkt“ ausgeschlossen. Das war am 12. Juni.

Loading...

Einen Tag später erklärte Obama, er schließe ein Eingreifen amerikanischer Truppen angesichts der Lage nicht mehr aus. Der Irak sei ein “Notfall“. So schnell kann das gehen. Einen Anknüpfungspunkt könnte ihm die irakische Luftwaffe gegeben haben. Sie hatte sich ermannt, Widerstand zu leisten, wobei die USA zunächst ein bisschen mitbomben könnten. Das wäre das bekannte Muster. Sobald dann das letzte Mal versichert sein wird, dass keine Bodentruppen eingesetzt würden, kann man diese dann in Marsch setzen.

Bitte unterstützen sie uns!

Wir konnten im Laufe der Zeit viele Leser dauerhaft für uns begeistern. Wenn Sie liebe Leser, uns dauerhaft unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE28 7001 1110 6052 6699 69, BIC: DEKTDE7GXXX, Inhaber: Andreas Keltscha oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

1 KOMMENTAR

  1. Im Westen nichts Neues – nur lauter Vollidioten, wie es scheint! Und keiner sperrt sie ein, schließt sie weg oder verfrachtet sie auf den Mond, gern auch im Sarg. Also können sie weitermachen udn die Welt von einem Übel ins andere stürzen. VERRÜCKTE halt!

    Da kann auch Rußland wenig ausrichten; es könnte allenfalls Europa in umgekehrter Richtung diesmal "überfallen", um zu säubern und zu befreien. Aber das würde freilich falsch ausgelegt werden von der "NATO". …. LOL!!!

    Verfahrene Kiste mit den Nacktäffchen auf dem Planeten! Die einzige Hoffnung hatte vor 65 Jahren ein gewisser Hubbard mitgebracht. Die Sache ist am Wachsen!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here