Der Vorstandsvorsitzende der Bank of China, Tian Guoli, sagte laut Angaben der chinesischen Zeitung "People's Daily" kürzlich während eines Besuchs in London, dass der Renminbi Yuan eine stabile Währung sei und zukünftig eine wichtige Rolle im globalen Handel übernehmen solle. Die Entwicklung spricht für sich.

Von Marco Maier

Als nunmehr zweitgrößte Volkswirtschaft und größte Handelsnation der Welt soll China den Worten Tians zufolge auch dessen Währung eine deutlich stärkere Rolle als Handels- und Reservewährung erhalten. Dies, so der Manager, könnte sich stabilisierend auf die globale Wirtschaft auswirken, da China inzwischen 12,4 Prozent des Weltsozialprodukts erwirtschafte und dessen Anteil am globalen Handelsvolumen 11,4 Prozent betrage.

Nach Angaben der Chinesischen Zentralbank flossen im ersten Quartal des laufenden Jahres ganze 340 Milliarden Yuan (rund 39 Milliarden Euro) aus China ab. Damit wurden Ende März schon 2,4 Billionen Yuan auf ausländischen Konten gehalten, was etwa 1,51 Prozent aller Gelder auf Fremdwährungskonten weltweit entspricht. Zwischen dem letzten Quartal 2013 und dem ersten Quartal 2014 hat sich der Betrag von im Ausland gehandelten Yuan, so die veröffentlichten Daten, sogar vervierfacht.

Dank des intensiven Handels der Volksrepublik ist der Yuan schon jetzt ein wichtiger Bestandteil der Fremdwährungsportfolios einiger südostasiatischer, lateinamerikanischer und afrikanischer Länder. Zudem nimmt die chinesische Währung laut Daten der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) bei den Zahlungsvorgängen einen wachsenden Anteil in Anspruch. Lag dieser im April noch bei 1,43 Prozent aller Zahlungen, so stieg er im Mai schon auf 1,47 Prozent. Infolge der Bemühungen Pekings die internationale Rolle des Yuan zu stärken, dürfte die Marke von 2 Prozent wohl bald schon geknackt werden.

Einer Umfrage der Bank of China zufolge erwarten deren Kunden, dass das Volumen des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs in Yuan in den nächsten fünf Jahren um 20 bis 30 Prozent steigen werde. 61 Prozent der ausländischen Kunden sagten zudem aus, dass sie künftig ihre Geschäfte verstärkt in der chinesischen Währung abwickeln wollen.

Dai Xianglong, der ehemalige Gouverneur der Chinesischen Zentralbank, geht nach Angaben der CIIC davon aus, dass es etwa 10 bis 15 Jahre dauern wird, bis der Renminbi einen hohen Grad der Internationalisierung erreichen kann. Mit dazu beitragen werden die intensiveren Handelsbeziehungen mit Russland und den anderen BRICS-Staaten, diversen anderen afrikanischen, lateinamerikanischen und asiatischen Ländern, sowie die beiden Verrechnungsbanken in London (via China Construction Bank) und Frankfurt (Bank of China).

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