Parlamentsgebäude in Wien

Glaubt man den jüngsten Umfragen, liegt die FPÖ derzeit in der Gunst der Österreicher mit 27 Prozent auf Platz 1. SPÖ (24 Prozent) und ÖVP (20 Prozent) verlieren damit ihre absolute Mehrheit. Zu den Gewinnern zählt auch die liberale Jungpartei Neos, die in der Wählergunst mit 13 Prozent inzwischen vor den Grünen (12 Prozent) liegt.

Umfrage Nationalratswahl März 2014Scheinbar haben die Österreicher ihr Vertrauen in die rot-schwarze Bundesregierung verloren. Angesichts der völligen Selbstdemontage von Faymann und Spindelegger ist dies kaum ein Wunder. Nach dem gewaltigen "Budgetloch", welches man offenbar erst nach den Nationalratswahlen entdeckte, dem Totalversagen beim Hypo-Desaster, und dem Belastungspaket sind SPÖ und noch mehr die ÖVP beim Wähler offensichtlich völlig unten durch.

Vom Niedergang der einstigen Großparteien und der Eintagsfliege "Team Stronach" profitieren dabei FPÖ und Neos. Erstere hatten im September 2013 noch 20,5, Letztere 5,0 Prozent erhalten. Die Grünen (NRW: 12,4 Prozent) verharren dagegen auf der Stelle und können die Schwäche der Regierungsparteien nicht für sich ausnützen. Für die SPÖ bedeutet die aktuelle Umfrage einen weiteren Stimmenverlust von fast 3 Prozentpunkten, während die ÖVP sogar ein Minus von 4 Prozentpunkten verkraften müsste.

Wenn es darum ginge, den Bundeskanzler direkt zu wählen, müssten SPÖ-Chef Werner Faymann (18 Prozent) und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache (17 Prozent) ihr "Kanzlerduell" ausfechten. ÖVP-Nochchef Michael Spindelegger kämpft derweil nicht nur parteiintern um Rückhalt: gerade einmal 9 Prozent der Österreicher würden ihn direkt zum Kanzler wählen, wenn sie die Möglichkeit dafür hätten. Abgeschlagen auf den Rängen liegen Neos-Obmann Matthias Strolz (7 Prozent) und Grünen-Chefin Eva Glawischnig (6 Prozent).

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6 KOMMENTARE

  1. Als die FPÖ einst unter dem von Freimaurern ermordeten Haider das Sagen hatte, wurde Oesterreich doch von Der EU sanktioniert.
    Was wird passieren, wenn die FPÖ wieder an die Macht kommt, wahrscheinlich in einer Koalition?

    Ich wuerd mich uebrigens freuen, wenn Du uns Nicht-Oesterreichern vielleicht mal ein paar Bilder einbaust von all den unbekannten Politikern, wir kennen uns doch kaum aus in eurer ebenso wirren Politik wie die unsrige.

    Gruss Otto

    • Wahrscheinlicher wäre eine Koalition aus SPÖ, ÖVP plus Neos oder Grünen.

      Ich würde jedoch ein politisches System wie in der Schweiz befürworten, in dem sämtliche größeren Parteien als Direktorium regieren. Das würde einerseits den Populismus eindämmen, andererseits die Clientelwirtschaft der ständestaatlich agierenden (ehemaligen) Großparteien massiv eindämmen.

  2. Marco, was meinst Du mit Direktorium? Ist das wie eine Art „Oval Office“ oder „Round Table“, wo alle Vertreter an einem Tisch sitzen? 😛
    Wahrscheinlich haben da dann die Konzern- und Bankenvertreter 90% aller Sitze, ueber alle „Parteigrenzen“ der Hydra hinweg…

    Ich versteh nicht wie Du glauben kannst, das wuerde den „Populismus“ eindaemmen, schliesslich sitzen doch die populistischsten Luegenparteien am laengsten im Parlament. Ich werd mich hueten diese Mogelpackung auch noch als „Volksparteien“ zu bezeichnen.

  3. Aha aha aha… Danke fuer den Hinweis, nein sowas, da waere ich ja NIE drauf gekommen, haha 😀
    Nun gut, ich hatte ein paar erlaeuternde Worte aus Deinem Mund erwartet, aber offensichtlich bist Du gerade schwer am rechercheschwitzen, wa… ;P

    Auf jeden Fall wieder was Neues erfahren, obwohl ich wickimicki nicht mag wegen seines vielen Betrugs und Zensurerei.
    Bisher kannte ich nur die Volksabstimmungen/Referenden, die mir sehr sympathisch sind.
    Aber das Konkordanzsystem, was nichts anderes uebersetzt heisst als Uebereinstimmung, hats in sich, ist echt ein Vorbild! Zeit das auch in Deutschland und Oesterreich besser bekannt zu machen!

    Ein Ausschnitt:
    Als Konkordanzdemokratie wird ein Typus der Volksherrschaft bezeichnet, der darauf abzielt, eine möglichst große Zahl von Akteuren (Parteien, Verbände, Minderheiten, gesellschaftliche Gruppen) in den politischen Prozess einzubeziehen und Entscheidungen durch Herbeiführung eines Konsenses zu treffen. Demzufolge spielt die Mehrheitsregel als Entscheidungsmechanismus keine zentrale Rolle im politischen System! Das Gegenmodell zur Konkordanzdemokratie wird als Konkurrenzdemokratie oder Mehrheitsdemokratie bezeichnet.
    6 Eigenschaften machen eine Konkordanzdemokratie aus: Mehrparteienregierungen, kulturelle Autonomie, Proportionalität der Behörden, Minderheitenschutz, gesellschaftliche Segmentierung und Elitekooperation.
    Die Parlamentarier müssen sich nicht in den, in Konkurrenzsystemen üblichen, Koalition–Oppositions-Auftritten laufend abgrenzen. Auch müssen sie nicht, wie auch die Regierungen nicht, nach den Wahlen Koalitionen bilden, sich aufwändig suchen.

    • Tja, ich habe eben auch noch andere Dinge zu erledigen als auf jeden Kommentar zu antworten. 😉

      Nun, in Sachen repräsentativer Demokratie halte ich das Schweizer System durchaus für äußerst sinnvoll, zumal es durch starke direktdemokratische Elemente ergänzt wird.

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