(aek) Das gemeine Budgetloch taucht wie aus dem Nichts auf. Hinterlistig versucht es sich durch die Staatsfinanzen zu fressen und macht nicht mal bei den Koalitionsverhandlungen Halt. Solche Budgetlöcher kann man mit den berühmt berüchtigten "schwarzen Loch" gleichsetzen. Das schwarze Loch verschlingt alles, das Budgetloch kann jedoch nur die Regierungsparteien ins politische Aus manövrieren. Insbesondere dann, wenn der Wähler vor der Wahl arglistig getäuscht wurde. Zu guter Letzt bestünde noch Hoffnung, dass die Erinnerungen an diese Wählertäuschung keine fünf Jahre überdauern wird, sodass der naive Michel 2018 sein Kreuz wieder bei den Blockparteien anbringen wird.
Wenn sie, meine Herren von der Regierung glauben, wir Österreicher seien nur nutzloses Stimmvieh, dann haben sie sich gewaltig geschnitten. Wir wissen ganz genau was in Ihren Köpfen vor geht. Sie haben momentan noch ihre Stammwähler, die ihnen die notwendige Mehrheit zur Koalitionsbildung verschaffen. Wenn Sie diese letzte Chance vergeigen, dann finden Sie sich spätestens 2018 in der Oppositionsrolle wieder. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass wir ständig die gleichen Fehler machen und immer wieder eine große Koalition anderen Konstellationen vorziehen. Sie versprachen uns eine neue Art von Zusammenarbeit, was wir zwar nie glaubten - doch eine Chance hat auch diese Neuauflage der Koalition verdient. Wir müssen aber gleich zu Beginn feststellen, dass Sie uns wieder einmal hinters Licht geführt haben. Besonders vertrauensfördernd ist das mit Sicherheit nicht. Sie denken immer noch nicht an die Zukunft der in Österreich lebenden Menschen, sondern versuchen in Ihren Ämtern rücksichtslos über die Runden zu kommen. Sie wissen ganz genau, dass diese Koalition mit dieser Politik nicht über die nächsten 5 Jahre hinaus bestehen wird. Wir sehen es ähnlich. Geht es dem Ende zu, werden Sie sich noch gegenseitig Pöstchen zu schanzen, um danach noch ordentlich versorgt zu sein. Auch das ist für uns nichts Neues.
Nehmen Sie den Souverän endlich ernst. Vergessen Sie nie, Regierungen kommen und gehen, aber uns werden sie nicht so schnell los. Wenn wir mit unserer Regierung nicht zufrieden sind, dann tauschen wir sie aus. Am Ende freut sich der lachende Dritte, nämlich die FPÖ oder auch die GRÜNEN, die ebenfalls in eine Regierung drängen. Für uns ist es nur wichtig, dass eine Regierung wirklich für uns arbeitet - und das müssen nicht zwangsweise SPÖ und ÖVP auf der Regierungsbank sein.
Auszug aus dem Lehrbuch der Regierungsparteien im Kampf um Stimmen (Satire)
- Im Wahlkampf verweise stets auf die gute Wirtschaftslage in Österreich.
- Auch auf die niedrige Arbeitslosigkeit muss hingewiesen werden (selbst wenn diese mittels Kosmetik frisiert wurde).
- Auf Steuersenkungsvorschläge reagiert der Wähler positiv.
- Unangenehme Dinge verschweige besser, denn was du verschwiegen hast, kann dir später nicht als Lüge ausgelegt werden.
- Verlasse dich darauf, dass der Wähler schnell vergisst.
- Sprich von der Schaffung von Arbeitsplätzen.
- Schwärze den politischen Gegner an. Schiebe den "Schwarzen Peter" immer der Opposition zu.
- Falls die Täuschung auffliegt, negiere das Problem und schiebe es auf den Koalitionspartner.
- Verweise darauf, dass auch Politiker nur Menschen sind und diese ebenfalls nicht davor gefeit sind, Fehler zu machen.
- Hilft das alles nichts, hoffst du auf eine Katastrophe (Überflutung, Lawinenabgang, Erdbeben). Du begibst dich eiligst zum Unglücksort, krempelst die Ärmel hoch und tust so als würdest du Hand anlegen. In die Kamera lächeln nicht vergessen. Das zeigt der Bevölkerung, dass du immer für sie da bist, in guten wie in schlechten Zeiten.
Artikelbild: Andi Wenzel/ BKA
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