Was macht man an der Wall Street, wenn die Gewinne sinken und unzählige Mitarbeiter auf die Straße gesetzt werden? Richtig: Man erhöht die Boni für das Spitzenpersonal. Mit durchschnittlich 164.530 Dollar bekamen die Wall-Street-Mitarbeiter 2013 um etwa 15 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Ein neuer Rekord seit dem Vorkrisenjahr 2007.

Insgesamt erhielten die Börsenzocker an der New Yorker Wall Street Boni in Höhe von 26,7 Milliarden Dollar – vom kleinen Angestellten bis hin zu den Top-Managern in den oberen Etagen der Glaspaläste. Trotz des schwierigen Umfelds und den finanziellen Schwierigkeiten gilt scheinbar das Motto, dass nur exorbitant hohe Boni gute Leute anlocken. Dabei sank der Gewinn dieser Unternehmen um 30 Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar.

Doch die 26,7 Milliarden Dollar sind nur Schätzungen anhand der Einkommensteuerdaten. Nicht darin enthalten sind Aktienoptionen und aufgeschobene Vergütungen. Für die New Yorker Stadtkasse sind die steigenden Boni natürlich eine willkommene Sache, da sie dadurch schätzungsweise 100 Millionen Dollar mehr an Steuern erhält. Dennoch gibt es auch viel Unverständnis bei den Menschen, zumal solche exorbitant steigenden Bonuszahlungen schlecht zu den vielen Kündigungen passen. Dieses Missverhältnis zeigen auch folgende Zahlen: Während nur 5 Prozent aller New Yorker Beschäftigten in der Finanzindustrie arbeiten, kassieren sie 22 Prozent aller Einkommen.

Dabei sinkt die Zahl der Mitarbeiter in dieser Branche seit zwei Jahren: Allein letztes Jahr musste ein Jobabbau von 1,2 Prozent verkraftet werden, und für dieses Jahr dürfte wohl ebenfalls kaum ein Plus machbar sein. Doch während der Durchschnittslohn eines Wall-Street-Mitarbeiters mit 360.700 Dollar im Jahr (2012) durchschnittlich das Fünffache dessen beträgt, was in der gesamten Privatwirtschaft bezahlt wird, schaffen sie ja keinen echten Mehrwert. Im Gegenteil: Sie schaffen aus Geld noch mehr Geld und können mit ihren Casinospielchen die ganze Realwirtschaft ins Elend stürzen.

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One thought on “Die Abzocker von der Wall Street”

  1. „Allein letztes Jahr musste ein Jobabbau von 1,2 Prozent verkraftet werden“

    Mir kommen die Tränen, nein was für ein grausames Schicksal…
    Lol Das meinst Du doch wohl nicht ernst, oder? 😀
    Je weniger es von den empathielosen Börsenzombies gibt, desto besser. Ganz zu schweigen von deren Bossen, die ihre Werkzeuge einsparen wo sie können um weniger teilen zu müssen.

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