Die aggressive Haltung der USA gegenüber Russland könnte sich noch als Schuss ins eigene Knie erweisen. Peking leistet Moskau schon enorme diplomatische Schützenhilfe, so dass sich Europa und noch mehr die USA bald schon warm anziehen können, wenn beide Mächte ihre Beziehungen intensivieren.

Beide Staaten – Russland und China – eint eine Bedrohung: die militärische Expansion der Vereinigten Staaten von Amerika. Und beide Staaten wissen, dass der teure Militärapparat und das chronische Leistungsbilanzdefizit die Achillesfersen der Amerikaner sind. Wirtschaftlich mögen Russland und China zwar keine Riesen sein, doch die offiziell ausgewiesene Wirtschaftskraft der USA sind auch nur eine Farce. Dank hedonischer BIP-Berechnung wird ein um 1.000 Dollar verkaufter Computer beispielsweise mit rund 30.000 Dollar im BIP berücksichtigt. Ähnlich sieht es bei anderen Elektrogeräten und bei den Kraftfahrzeugen aus.

Dank des enormen Überschusses im Handel mit den Vereinigten Staaten besitzen die Chinesen gewaltige Dollarreserven. Diese könnte das Reich der Mitte unter Umständen dazu benutzen, das hoch verschuldete Korporatisten-Regime in Washington in arge Bedrängnis zu bringen. Auch Russland besitzt nicht unerhebliche Dollarreserven, welche dazu genutzt werden können, um die USA wirtschaftlich und finanziell zu schwächen. Sollten beide Länder dazu noch beginnen, ihren Handel und jenen mit anderen Ländern auf Basis einer anderen Währung abzuwickeln, wäre das ökonomische Desaster für die Amerikaner perfekt.

Jahrelang haben die Chinesen den Amerikanern für Dollars verkauft und inzwischen wohl einen Devisenberg von 3,82 Billionen Dollar angehäuft, das sind rund 30 Prozent aller Währungsreserven weltweit. Der Dollar selbst macht hier rund zwei Drittel aus. Russlands Devisenreserven liegen mit insgesamt knapp 500 Milliarden Dollar zwar deutlich darunter, können jedoch ebenfalls dazu genutzt werden, den USA im Falle von Sanktionen den Finanzkrieg zu erklären.

Custody Holdings_1Erst kürzlich trennte sich China schon von einer größeren Tranche (ca. 48 Milliarden Dollar) an US-Staatstiteln die dann vom hochverschuldeten Belgien aufgekauft wurden. Russland trennte sich in den letzten zwei Monaten von US-Titeln in Höhe von 11 Milliarden Dollar. Nun vermeldet die Fed (siehe Grafik von Zerohedge links, zum Vergrößern bitte klicken) weitere Verkäufe von Staatspapieren in Höhe von 104,5 Milliarden Dollar durch staatliche Anleger allein in den ersten beiden März-Wochen. Damit sinkt der Gesamtwert dieser hochliquiden Bonds auf 2,855 Billionen Dollar – dem niedrigsten Wert seit Dezember 2012.

Diese Abhängigkeit von ausländischen Kapitalgebern könnte dazu führen, dass sich die von der aggressiven US-Außenpolitik bedrohten Länder eben auf diese Weise rächen, zumal militärische Operationen recht aussichtslos sind. Zwar würden sich diese Länder damit auch selber schaden, doch was zählt im übertragenen Sinn schon der eigene Arm, wenn man dem Gegner den Kopf abreißen kann?

1 KOMMENTAR

  1. „Diese Abhängigkeit von ausländischen Kapitalgebern könnte dazu führen, dass sich die von der aggressiven US-Außenpolitik bedrohten Länder eben auf diese Weise rächen, zumal militärische Operationen recht aussichtslos sind. Zwar würden sich diese Länder damit auch selber schaden, doch was zählt im übertragenen Sinn schon der eigene Arm, wenn man dem Gegner den Kopf abreißen kann?“

    Jo, gut ausgedrueckt, so isset. Der letzte Satz ist witzig. Is det ein chinesisches Sprichwort, oder kommt det von deiner Oma? ^^ ;P

    Otto

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