Dem Ergebnis einer Umfrage nach glauben vor allem die jüngeren Menschen in Österreich, dass sie im Alter nicht von der staatlichen Pension leben können, oder gar überhaupt noch eine erhalten. Ist dies nur jener Panikmache geschuldet, um mehr Menschen zum Abschluss von Privatpensionsverträgen zu bringen?
Dass das österreichische Pensionssystem reformbedürftig ist, wird wohl kaum jemand absprechen können. Immerhin schießt der Bund - und somit die Steuerzahler - schon jetzt mehrere Milliarden Euro pro Jahr hinzu. Mit steigender Tendenz. Die Gründe dafür sind schnell erklärt: Trotz ständig steigender Lebenserwartung und längerer Ausbildungsdauer gehen nach wie vor viele Menschen in Frühpension. Zudem fehlt es Dank der vielen unterschiedlichen Pensionskassen an einheitlichen Regelungen, so dass manche Berufsgruppen im Alter deutlich besser gestellt werden als andere.
Der einzige momentane Vorteil für die staatlichen Finanzen ist die stark steigende Zahl der Erwerbstätigen, die mit ihren Beitragszahlungen zumindest derzeit das Budget entlasten. Doch irgendwann gehen diese Menschen auch in den Ruhestand. Und dann? Ewig kann die demographische Verschiebung nicht mit Zuwanderung abgefedert werden - sofern Österreich nicht irgendwann 20 Millionen Einwohner haben soll.
Für die österreichische Versicherungswirtschaft ist das Spiel mit der Angst ein gutes Geschäft. Da laut Umfrage von "marketmind" im Auftrag der Allianz-Versicherungsgruppe etwa die Hälfte der Österreicher glaubt, von der staatlichen Pension nicht leben zu können und gar 30 Prozent der Ansicht sind, überhaupt keine staatliche Pension zu erhalten, haben viele Österreicher eine private Pensionsversicherung abgeschlossen.
So stehen die Österreicher vor der Tatsache, dass sie einerseits schon Pensionsbeiträge von ihrem Einkommen bezahlen, zusätzlich noch über ihre Steuerleistung zur Kasse gebeten werden, und dann noch einmal Geld für die private Pensionsvorsorge beiseite legen. Doch die private Vorsorge mit Aktien und Anleihen hat ihre Tücken, wie Beispiele aus Deutschland und den USA belegen. Ohne eine wirklich nachhaltige Reform des Pensionssystems wird es wirklich düster.
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