Österreichs Arbeitsmarkt steht weiterhin unter Druck. Mit fast 355.000 offiziell arbeitslos gemeldeten Personen lag die Zahl um über 40.000 über dem Vorjahresmonat. Dies entspricht einem Plus von 12,8 Prozent. 73.000 Menschen befanden sich in Schulungsmaßnahmen. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition steigt damit auf 7,4 Prozent.
Von Marco Maier
Am österreichischen Arbeitsmarkt ist noch immer keine Entspannung in Sicht. Die steigende Steuer- und Abgabenbelastung, inklusive der nach wie vor hohen Lohnnebenkosten tragen dazu bei. Hinzu kommt die Suche nach Fachkräften, während insbesondere die Geringqualifizierten immer weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Neben der fehlenden fachlichen Qualifikation mangelt es hierbei insbesondere bei den Ausländern oftmals an den mangelnden Sprachkenntnissen.
Besonders stark war der Anstieg bei den Ausländern (+29,1 Prozent), bei den Menschen mit körperlichen Einschränkungen (+26,3 Prozent) und bei den älteren Arbeitsuchenden (+23,4 Prozent). Bei den Stellensuchenden unter 25 Jahren hingegen lag der Anstieg mit 10,1 Prozent unter dem Durchschnitt. Regional schnitten Wien (+21,3 Prozent) und Oberösterreich (+20,8 Prozent) besonders schlecht ab. Die geringste Zunahme gab es mit +6,8 Prozent in Vorarlberg und +10 Prozent in Tirol.
Für viele Unternehmen ist es eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens geworden, ob sie noch weitere Mitarbeiter einstellen können. Selbst ein Arbeiter der monatlich gerade einmal 2.000 Euro brutto verdient, kostet den Arbeitgeber jährlich rund 36.700 Euro. Dem Arbeitnehmer selbst bleiben davon jedoch (ohne Abzug von Freibeträgen) gerade noch 20.000 Euro übrig. Selbst Lohnerhöhungen über den kollektivvertraglichen Vereinbarungen zur Stimulierung des Binnenkonsums sind kaum noch rentabel, da der Fiskus gnadenlos zuschlägt. Damit dürfte auch eine baldige Erholung des Arbeitsmarktes noch längere Zeit ausbleiben.
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