Die öffentlichen Pensionsfonds in den Vereinigten Staaten haben zu wenig getan, um die klaffenden Lücken nach einem Jahrzehnt der unzureichenden Finanzierung zu decken. Analysen ergaben, dass rund die Hälfte all dieser Fonds zu geringe finanzielle Mittel aufweisen, um die versprochenen Pensionsleistungen auszuzahlen.

Pensionsfonds gleichen immer mehr einem Pyramidenspiel, bei dem einigen wenigen "Gewinnern" unzählige "Verlierer" gegenüberstehen werden. Um die Ansprüche bedienen zu können, müssten die Pensionsfonds zweistellige Renditen einfahren, doch das Wirtschafts- und Finanzsystem lässt sich nicht austricksen. Liegen die Schwächen der umlagefinanzierten Pensionssysteme primär in der demographischen Entwicklung, so ist das Hauptproblem der US-Pensionsfonds die Entwicklung auf den Finanzmärkten.

Grundsätzlich kann man zwar davon ausgehen, dass die Entwicklungen an den Börsen längerfristig weitestgehend über der allgemeinen Wirtschaftsleistung liegen, da das Volumen des Finanzkapitals schneller wächst als die Realwirtschaft – doch diese Kapitalblase hat ihre Ablaufzeit. Das heißt: Irgendwann werden (auch wegen der demographischen Veränderungen) die Einzahlungen niedriger ausfallen als die Auszahlungen. Damit setzt sich dann eine Abwärtsspirale in Gang, die nicht nur die bisher eingepreisten Kurssteigerungen zunichte macht, sondern gleichfalls einen Großteil der Pensionsansprüche. Diese mathematische Tatsache erklärt einem kein Vermögensberater.

Genau in dieser Falle befinden sich die US-Pensionskassen. Zwar konnten sie im Zuge der Hausse an den Aktienmärkten während der letzten Jahre wieder etwas an Boden gutmachen, doch irgendwann ist damit Schluss. Zwar können die Kommunen und Bundesstaaten noch versuchen, ihre Verpflichtungen mittels Steuern und Abgaben querzufinanzieren, doch irgendwann erreichen sie ihre Grenzen. Schon jetzt stellen die öffentlichen Pensionskassen für viele US-Gebietskörperschaften den größten Ausgabenposten dar, den sie oftmals lediglich durch die Aufnahme von Krediten bedienen können.

Die bankrotten Städte Detroit, Stockton und San Bernadino beispielsweise hatten einen nicht unerheblichen Schuldenberg aus diesen Pensionsverpflichtungen zu tragen. Damit stehen sie nicht allein. Immer mehr Städte in den Vereinigten Staaten wissen nicht mehr, wie sie ihre Pensionsverpflichtungen einlösen sollen. Detroit versucht im Rahmen der Konkursverhandlungen nun sogar die Pensionen jener ehemaligen Bediensteten zu kürzen, die sich schon im Ruhestand befinden. Wird dies richterlich erlaubt, könnten viele weitere Kommunen den Schritt in die Insolvenz wagen und damit unzählige Pensionisten in die Altersarmut schicken.

Für die Bundesstaaten, die keinen Konkurs anmelden dürfen, ist diese Option hingegen nicht gangbar. In fast allen Bundesstaaten ist der Schutz der Altersversorung in den jeweiligen Verfassungen verankert. Durch die massiven Verluste an den Börsen nach dem Crash 2008 mussten sie große Verluste hinnehmen, und konnten nur durch rigorose Sparmaßnahmen bei den Schulen, den Krankenhäusern, der Polizei, den Feuerwehren und den Bibliotheken vorübergehend vor dem völligen Kollaps gerettet werden.

Wie lange die aktuelle "Verschnaufpause" in Sachen Pensionsfonds Dank der starken Entwicklung der Aktienmärkte noch anhalten wird, kann niemand mit Gewissheit sagen. Immerhin stiegen die Vermögenswerte der öffentlichen Pensionsfonds laut einem Bericht der Fed seit 2009 von 2,83 auf 3,88 Billionen Dollar im vierten Quartal 2013. Doch der nächste Börsencrash könnte zu einem breiten Kollaps von US-Kommunen führen, deren finanzieller Spielraum in den letzten Jahren größtenteils gegen Null tendiert.

3 COMMENTS

  1. Erst 3 Staaedte in den USA sind bankrott? (Detroit, Stockton und San Bernadino)
    Was ist mit Kalifornien, die waren doch schon kurz vor der Pleite, als dort noch der Gouvernator Schwarzenegger regierte…

    • Diese 3 Städte sind die größten Fälle. Was die Bundesstaaten anbelangt, so verbietet es die Verfassung (steht auch im Artikel drin), diese in den Konkurs zu schicken. Die können dann nur noch anfangen, auf absoluter Minimalspur zu fahren.

  2. Na ist ja klar wo die dann als Erstes sparen… am Sozialetat. Fuer die Kriegsindustrie dagegen ist immer genug Patte da. Was fuer ein zurueckgebliebenes dummes Land, und ausgerechnet DIE wollen der Welt erzaehlen wo es lang geht *lol*.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here