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Die neue Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat angekündigt, die Flutung der Finanzmärkte mit billigem Geld – dem sogenannten Quantitative Easing (QE) – etwas einschränken zu wollen. Angesichts der schon seit Jahrzehnten recht lockeren Sichtweise darüber, was die umlaufende Geldmenge betrifft, dürfen an ihren Aussagen durchaus Zweifel angemeldet werden.

USA Geldmenge M2 1980-2014Seit dem Jahr 1980 hat sich die umlaufende Geldmenge M2 (siehe Grafik links, zum vergrößern klicken) versiebenfacht. Im selben Zeitraum konnte das ohnehin beschönigte nominale Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten lediglich eine Versechsfachung aufweisen. Das heißt: Die Fed pumpt deutlich mehr Geld in die Wirtschaft als nötig wäre. Grund dafür ist auch die zunehmende Vermögenskonzentration bei den reichsten fünf Prozent der Bevölkerung. Diese lassen den Großteil ihres Einkommens nämlich nicht wieder in die Realwirtschaft zurückfließen, sondern legen einen nicht unerheblichen Teil davon an den Finanzmärkten an.

USA VermoegensverteilungEin Blick auf die Vermögensverteilung in Form der Umlegung auf die Fläche der USA exklusive Alaska und Hawaii lässt erahnen, wer schlussendlich den größten Teil des frischen Geldes für sich beanspruchen wird. Die kapitalistische These, wonach die unteren Schichten von der enormen Vermögenskonzentration an der Spitze profitieren würden (der sogenannte "thickle-down-effect"), führt sich angesichts der finanziellen Realitäten selbst ad absurdum.

USA Geldmenge M2 2009-2014Wie die Grafik links zeigt, verzeichnete die umlaufende Geldmenge allein in den letzten fünf Jahren ein Plus von etwa 35 Prozent. Dieser grafisch nur gering anmutende Anstieg entspricht einem Geldmengenwachstum von mehr als einem Drittel. Selbst wenn Yellen den Geldhahn leicht zudreht, werden 2019 mindestens 14 Billionen US-Dollar zirkulieren. Es ist allerdings fraglich, ob sie ihre Ankündigung tatsächlich in die Tat umsetzen wird können, da die Finanzmärkte und der US-Bundeshaushalt auf das Notenbankgeld angewiesen sind.

Falls es in den nächsten Jahren nicht zu Extremsituationen wie einem völligen Zusammenbruch der Finanzmärkte, dem US-Staatsbankrott samt folgender Hyperinflation, oder ähnlichen Szenarien kommt, wird sich das Geldmengenwachstum mittelfristig eher an der Marke von 40% alle fünf Jahre orientieren müssen. Nur so kann die Renditegier befriedigt werden, ohne die Realwirtschaft durch den massiven Geldentzug in die Preisdeflation zu drücken.

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