Putin skizziert die wichtigsten Bedrohungen für Russland

Wladimir Putin sieht vor allem im Terrorismus und Elementen einer hybriden Kriegsführung eine Sicherheitsbedrohung für Russland.

Von Redaktion

Im vergangenen Jahr wurden in Russland 72 Verbrechen im Zusammenhang mit Terrorismus vereitelt, 25 Prozent mehr als im Jahr 2019, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch bei einer Sitzung des Vorstands des Föderalen Sicherheitsdienstes. Experten betonen, dass extremistische Aktivitäten eine der größten Herausforderungen für die postsowjetischen Staaten bleiben. Fachleute warnen auch, dass der Terrorismus längst zu einem Element eines hybriden Krieges geworden ist, schreibt die russische Zeitung Iswestija.

Der Präsident forderte, dass der Fokus auf die Aufdeckung von Kontakten zwischen Terrorgruppen und ausländischen Nachrichtendiensten gelegt wird. Er erwähnte auch andere Bedrohungen, darunter Druck von außen, Wirtschaftskriminalität und Cyberattacken. Die Quelle aller Bedrohungen für Russland sei die Aktivität internationaler Terrorgruppen, die russische Bürger rekrutieren, sagte der Politologe Nikita Mendkovich.

Ein ernstes Problem ist jedoch die Rekrutierung von Bürgern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, die als Arbeitsmigranten nach Russland kommen. Diese Situation unterstreicht die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen den GUS-Staaten und der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, einem wichtigen post-sowjetischen Sicherheitsblock, weiter zu fördern.

Ein weiteres ernstes Problem für die gesamte Weltgemeinschaft ist der Terrorismus, der von Einzelkämpfern begangen wird, die unabhängig handeln, ohne mit einer größeren Gruppe verbunden zu sein. Der Präsident der International Counter-Terrorism Association, Joseph Linder, warnt, dass hinter den “einsamen Wölfen” oft “Puppenspieler” stehen, die sie beaufsichtigen oder ideologisch kultivieren.

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“Wir leben in einer Ära einer terroristischen Pandemie. Zudem ist der Terrorismus nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einem Element eines hybriden Krieges geworden, den einige Staaten nutzen, um ihre Ziele zu erreichen”, so der Experte gegenüber “Iswestija”. “Vor diesem Hintergrund sind Kooperation und Vertrauensbildung auch zwischen Ländern notwendig, die sich als geopolitische Gegner auf der Weltbühne sehen.”

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Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Putin trotz der offenen Feindseligkeiten der USA und der NATO gegenüber Russland diese nicht offen als größte Bedrohungen für sein Land bezeichnet, während diese im Gegenzug stets Russland (und China) als ihre Haupt-Feind erwähnen. Es scheint so, als ob der russische Präsident trotz alledem versucht, eine möglichst konstruktive Haltung einzunehmen.

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Ein Kommentar

  1. Hat man sich in früheren Jahren noch ohne zu fragen am anderen vergriffen oder gleich draufgehauen, so ist das alles heute subtiler geworden, weil man sich stellvertretend anderer bedient um freundlich lächelnd das Opfer der Begierde mit diesen Einzelmaßnahmen zu unterminieren um es anschließend mit Hilfe der Gegnerschaft von innen zu Fall zu bringen und zu beherrschen.

    Diese asymetrische Kriegsführung war schon immer Bestandteil der Menschheit, ist allerdings in den letzten 250 Jahren etwas in den Hintergrund getreten, weil man direkt auf den Gegner losging und heute aufgrund der hohen Risiken über die hochmodernen und zugleich zerstörerischen Waffen auf wieder ältere Methoden zurück greift und dazu gehört eben auch schon im Vorfeld das Untergraben der Statik eines Landes, in der Hoffnung es über deren eigene Schwächen über sich selbst stolpern zu lassen.

    Es ist allerdings trotzdem ein Hochrisiko-Spiel, denn die Infiltration ist auch dem Betroffenen bekannt und eigentlich eine Frage der guten Nerven und der genauen Übersicht und wenn das alles nicht ausreichend ist, dann könnte es zu Kurzschlußreaktionen führen und dann Gnade uns Gott, wenn dieser Zustand eintrifft, das wäre das Ende der Welt und wer das zu verantworten hat, wird, in dessen Haut möchte man nicht gerne stecken.

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