Warum Liebeskummer durch Corona schneller zur Depression wird

Wer schon einmal Liebeskummer hatte, der weiß, dass die Folgen denen einer Depression stark ähneln. Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme und ein mangelndes Selbstwertgefühl sind nur einige der Symptome, die sowohl bei einem gebrochenen Herzen als auch bei einer depressiven Erkrankung auftreten können.

Schuld an diesem emotionalen Tief sind vor allem Hormone und Botenstoffe in unserem Körper, die sich nach einer Trennung im Ungleichgewicht befinden. Nach einem Liebesverlust besteht fast immer ein Mangel an:

  • Dopamin: Verantwortlich für das Empfinden von Glück, Freude und Motivation
  • Serotonin: wirkt als Stimmungsaufheller, steuert den Appetit
  • Noradrenalin: Zuständig für Leistungsbereitschaft, Aufmerksamkeit und Motivation

Diese Botenstoffe, die auch als Neurotransmitter bezeichnet werden, übertragen im Normalzustand Signale an andere Nervenzellen. Bei Menschen, die unter Liebeskummer oder einer klinischen Depression leiden, weisen diese Nervenzellen jedoch eine viel geringere Aktivität auf, als die gesunder Menschen. Durch den Mangel an Glücksbotenstoffen werden positive Reize also vom Gehirn einfach nicht aufgenommen, da die Weiterleitung nur eingeschränkt funktioniert.

Corona verschlimmert Symptome

Der Unterschied zwischen einer Depression und Liebeskummer ist der, dass Liebeskummer mit der Zeit im Normalfall abnimmt. Die Hormonlevel normalisieren sich wieder, die Antriebslosigkeit und die niedergeschlagene Stimmung nehmen ab. Ein wichtiger Faktor spielt dabei soziale Unterstützung.

Klinische Studien zeigen, dass Versuchspersonen mit einem engen sozialen Netzwerk emotionale Rückschläge viel schneller verarbeiten, als Teilnehmer, denen ein solches Auffangnetz fehlt. In Corona-Zeiten trifft das aufgrund der Ausgangsbeschränkungen jedoch auf so gut wie jeden zu. Ein gemeinsamer Barbesuch mit Freunden oder ein Filmabend mit der besten Freundin ist momentan so gut wie unmöglich. Auch wenn moderne Technik Videotelefonate möglich macht, ersetzen diese jedoch nicht den Trost, den eine echte Umarmung spendet.

Weitere Faktoren, die das Verarbeiten einer Trennung derzeit erschweren, sind die fehlende Ablenkung und das Wegbrechen von Tagesstrukturen. Durch Homeoffice findet der Alltag vieler Menschen derzeit ausschließlich in der eigenen Wohnung statt. Ohne die Arbeit oder soziale Hobbies als Ausgleich bleibt viel mehr Zeit, auf Google nach „Ex zurück Tipps“ zu suchen und Gedanken an den Expartner nachzuhängen. So steigt die Gefahr, dass die Trennung nicht richtig verarbeitet und zu einer bleibenden Erkrankung wird.

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Experten empfehlen, Struktur zu schaffen und aktiv zu bleiben. So sollte man auch regelmäßige Spaziergänge und Sport in den Alltag integrieren.

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