Studie: Auch Polen profitiert von Nord Stream 2

Polen gilt als erbitterter Gegner von Nord Stream 2. Dabei würde das Land deutlich von den günstigen Gaspreisen profitieren.

Von Redaktion

Der Betrieb der Pipeline Nord Stream 2 wird die Erdgaspreise in Europa senken. Das zeigen die Ergebnisse einer jetzt veröffentlichten Studie von Frontier Economics und dem Energiewirtschaftlichen Institut (EWI) an der Universität zu Köln.

Einen preisdämpfenden Effekt auf den gesamten europäischen Gasmarkt sieht Dr. Simon Schulte, einer der Autoren der Studie: „Das liegt daran, dass LNG-Importe in der Regel teurer sind als Pipeline-Importe aus Russland. Dadurch würden nicht nur die Länder, die direkt an die Pipeline angeschlossen sind, von ihr profitieren, sondern auch benachbarte Länder.“ Der Kostenvorteil für Europa beläuft sich auf bis zu 4,8 Milliarden Euro pro Jahr.

In der politischen Debatte geäußerte Befürchtungen, dass die Inbetriebnahme der Nord Stream 2 die Gasversorgung in einzelnen EU-Ländern insbesondere in Zentral- und Osteuropa erschwere oder verteure, zeigen sich laut den Autoren bei kritischer Betrachtung als unbegründet. Dank der weit fortgeschrittenen Marktintegration in Europa – auch in den einzelnen Mitgliedsstaaten wie insbesondere in Polen – wird die Nord Stream 2-Pipeline einen länderübergreifenden positiven Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Die Studie ist Bestandteil des von der Nord Stream 2 AG bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) eingereichten Antrages auf Freistellung von der Regulierung. Das Unternehmen verweist darauf, dass bei Inkrafttreten der neuen EU-Gasrichtlinie im Mai 2019 bereits Investitionen von knapp 6 Milliarden Euro getätigt worden seien. „Es wäre daher klar diskriminierend, wenn Nord Stream 2 die einzige existierende Pipeline-Investition wäre, die von den neuen Regeln betroffen wäre“, unterstreicht ein Unternehmenssprecher.

Loading...
Lesen Sie auch:  Russische Su-35: Ägypten kümmert sich nicht um US-Sanktionen

Im Handelsblatt hatte der Tübinger Rechtsprofessor Stefan Thomas festgestellt, dass „die neue Regulierung unvermittelt und übergangslos Gasinfrastrukturen erfasst, deren Bau schon weit fortgeschritten ist. Hätten die Investoren bei der Planung und Beantragung von der neuen Regulierung gewusst, hätten sie womöglich ganz anders kalkuliert“. Bis zum 24. Mai 2020 will die BNetzA über den Antrag entscheiden.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. Polen ist Bezahl-Troll der Amis ! Sie haben sich verkauft an US-Armee, Nato, CIA.
    Anders ist das doch nicht mehr zu erklären.
    Man bekommt eine geladene Waffe, schiesst sich selbst ins Knie und bedankt sich anschliessend beim Waffenhändler !

  2. Das offizielle Polen wird, in seinen Entscheidungen, dominiert vom internationalen Finanzkapital und vom Deep State. Die Ursachen liegen weit zurück in der Geschichte und finden ihren Ausdruck in einer starken polnisch-jüdischen Lobby in den USA.

    In Europa gibt es für diese Clique immer zwei Hauptstoßrichtungen, das sind Deutschland und Russland. Unabhängig der Realität und den Wünschen, eines nicht geringen Anteils der eigenen Bevölkerung, werden permanent Störaktionen und offene Feindseligkeiten vorgenommen. Das war nach dem WK I gegenüber der Weimarer Republik, gegenüber dem Dritten Reich, selbst gegenüber der DDR und jetzt wieder gegenüber der BRD.

    Solange diese Verbindungen in den USA weiterbestehen, wird es weiterhin Feindlichkeiten gegenüber Deutschland und Russland geben. Für rationale, logische Überlegungen, mit dem Ziel guter nachbarschaftlicher Beziehungen ist in diesen Kreisen kein Platz. Sie wollen die Zerstörung Deutschlands und Russlands.

    1. Zitat vom alten Fritz: „Die Polen sind die elendste Nation Europas,
      sie fristen ihr Dasein nur durch das Misstrauen ihrer Nachbarländer.“

  3. Die Polen hatten 1600 a.d.. ein Riesenreich in Europa, dass es so nie wieder gab. Es zerbröselte, und daran leidet die polnische Seele noch heute. Aber die seinerzeit herrschende Lubawitscher Sekte ist in die USA übergesiedelt und gehört heute zu den einflussreichen clanwirtschaftlichen Gruppierungen dessen, was wir gemeinhin als Tiefen Staat kennen.

    NS2 wurde geplant als der Regime Change für die Ukraine noch keine konkrete Form hatte. Die Sache entwickelte sich aber dann doch sehr schnell, und damit war NS2 ein Störfaktor, denn Gazprom hätte damit mehr Spielraum für den Absatz seines Gases bekommen. —- Man soll sich nichts vormachen, die Gazprom Oligarchen sind auch keine Chorknaben, und wissen wie gut Geld auf dem eigenen Teller schmeckt.

    Jetzt muss Gazprom erst einmal für 5 Jahre ihr Gas durch die Ukraine liefern. Es besteht zur Zeit keine Eile mehr bei Gazprom die Leitung schnell fertig zu bauen, denn dass erkennt man u.a. daran, dass das Verlegeschiff Akademik Cherskiy sehr langsam in Richtung Ostsee fährt. Dann muss es umgebaut werden und könnte dann bauartbedingt nur 1km/Tag Rohr verlegen. Also noch mal schlappe 320 Tage + Erprobung der Leitung.

    Es ist abzusehen, dass NS2 erst Ende 2024 betriebsbereit sein wird, denn 2025 endet der momentan gültige Transitvertrag mit der Ukraine. Wer weiß, was sich bis dann politisch entwickelt hat.

    Die Polen haben vielleicht auch ihre Baltic Pipe für norwegisches Gas fertig. – Die würde dann aber dem Yankee LNG teils im Wege stehen. – Also mal sehen was kommt.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.