US-Staatsanleihen: Japan baut Vorsprung gegenüber China aus

Während die Volksrepublik China zunehmend US-Staatsanleihen verkauft, deckt sich Japan immer stärker damit ein. Es findet eine Verschiebung statt.

Von Marco Maier

Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, baut Japan den Vorsprung gegenüber China deutlich aus, was den Besitz von US-Staatsanleihen betrifft. Peking ist seit einigen Monaten nur mehr der zweitgrößte Gläubiger der US-Regierung.

Wie die obige Bloomberg-Grafik verdeutlicht, gibt es bereits seit Jahren einen Abwärtstrend bei den von China gehaltenen US-Staatsanleihen, während sich Japan seit Ende 2018 stärker damit eindeckt. Mit Stand Oktober 2019 (die neuesten verfügbaren Zahlen) hält Japan 1,17 Billionen Dollar, China „nur“ noch 1,10 Billionen Dollar in den Schuldverschreibungen der US-Regierung.

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Die obige Grafik verdeutlicht, dass die Differenz inzwischen den höchsten Stand seit 2008 darstellt. Von 2004 bis 2011 zeigte sich eine massive Verschiebung weg von Japan hin zu China, um dann eine leicht nach oben geneigte Seitwärtsbewegung zugunsten Japans hinzulegen.

Insbesondere Belgien (oft als Proxy für chinesische Offshore-Beteiligungen angesehen), die Kaimaninseln (Hedge-Fonds) und die Saudis haben im Oktober einen Großteil ihrer US-Bonds abgeworfen:

  • Belgien hält US-Staatsanleihen im Wert von 208,3 Mrd. USD, ein Rückgang von 10 Mrd. USD gegenüber dem Vormonat
  • Die Kaimaninseln halten 225,1 Mrd. USD, ein Rückgang von 13,6 Mrd. USD gegenüber dem Vormonat
  • Saudi-Arabien hält 178,9 Mrd. USD, ein Rückgang von 2,6 Mrd. USD gegenüber dem Vormonat

Die chinesischen Verkäufe werden als Teil einer Entdollarisierungstrategie gewertet, wobei Peking offenbar versucht, keinen großen Schock auf den Finanzmärkten auszulösen. Ein umfangreiches Abstoßen von US-Staatsanleihen würde die Vereinigten Staaten ins Chaos stürzen und eine globale Finanzkrise verursachen.

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In einer eskalierenden Konfrontation zwischen den beiden Staaten wäre dies die ultimative „finanzielle Atombombe“, welche allerdings auch die Volksrepublik selbst arg in Mitleidenschaft ziehen würde. Dies dürfte auch ein Grund dafür sein, weshalb Peking mit diesem Schritt zögert.

Allerdings sorgt das chinesische Geld auch dafür, dass der Militärisch-industrielle Komplex der USA weiterhin Unsummen in die Aufrüstung der Vereinigten Staaten stecken und militärische Expeditionen rund um den Globus durchführen kann. Selbst die ständigen Provokationen der Amerikaner im Südchinesischen Meer werden mit dem Kauf von US-Staatsanleihen durch China mitfinanziert. Da stellt sich die Frage: Warum tun die Chinesen das?

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2 Kommentare

  1. Völlig einseitiger Artikel mit Lügen. China ist es das über 80% des südchinesischen beansprucht und dort Militäranlagen aufbaut aund die andere Länder unterdrückt. Ebenso droht es offen damit Taiwan mit GEWALT sich einzuverleiben unendlich hong Kong die Demokratie zu berauben. Dazu der ganze erzwungene Technologie Transfer sowie Technologie Diebstahl. China sollte Sanktioniert und boykottiert werden.

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