Die Bundeswehr soll in Afrika und Asien neue Missionen übernehmen. In Mali zur Unterstützung Frankreichs, in Ostasien um China zu provozieren.

Von Marco Maier

Offenbar scheint der militärische Enthusiasmus von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an verschiedenen Stellen auf Gehör gestoßen zu sein. Denn laut „Spiegel“ bereitet sich die Bundeswehr auf zwei neue Auslandsmissionen vor.

So habe Frankreich Deutschland gebeten, sich am Aufbau einer neuen Kommandoeinheit in Mali zu beteiligen. Im Zuge der Mission „Tacouba“ („Säbel“) sollten ab dem kommenden Jahr malische Soldaten zu Spezialkräften für den Kampf gegen Terrorgruppen ausgebildet werden. Bis zu 500 Soldaten, darunter auch Trainer des „Kommandos Spezialkräfte“, sind dafür scheinbar bereits vorgesehen.

Die französischen Pläne sehen demnach vor, dass die Ausbilder die von ihnen trainierten Einheiten auch bei militärischen Operationen begleiten. Dieses sogenannte Mentoring gilt als weitaus gefährlicher als die bisherigen Trainingsmissionen der Bundeswehr. Es ist zu erwarten, dass für die neokolonialistischen Avancen Frankreichs auch genügend deutsche Soldaten in Zinksärgen nach Hause geschickt werden.

Als ob das noch nicht genug wäre, hat das Auswärtige Amt laut dem „Spiegel“ den Vorschlag vorangetrieben, eine deutsche Fregatte ins Südchinesische Meer oder in die 180 Kilometer breite Meerenge zwischen dem chinesischen Festland und der Insel Taiwan zu entsenden. Damit könne man einerseits das Schiff für die Sanktionsüberwachung gegenüber Nordkorea einsetzen, andererseits auch als „Signal an China“.

Loading...

Bislang haben vor allem Amerikaner und Briten derartige Marinemissionen durchgeführt und damit scharfe Reaktionen Pekings hervorgerufen. Sollte sich Deutschland diesen Provokationsfahrten der Marine anschließen, wäre dies Gift für die außenpolitischen Beziehungen mit China. Berlin würde damit nur zeigen, dass es ein treuer Vasall Washingtons wäre…

Alles in allem wird deutlich, dass die derzeitige Berliner Republik offenbar eine deutlich aggressivere außenpolitische Linie fahren möchte – inklusive eines stärkeren internationalen Engagements der Bundeswehr. Geht es hier um eigene Großmacht-Ambitionen oder doch vielmehr um die Unterstützung des westlichen Imperiums?

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.