Zwei der wichtigsten Mächte der Welt, Indien und Pakistan, befinden sich in einer äußerst gefährlichen Konfrontation über die erbittert umstrittene Bergregion Kaschmir im Himalaya. Beide sind nuklear bewaffnet.

Von Eric Margolis / Antikrieg

Kaschmir ist ein Brennpunkt, seit das imperiale Großbritannien Indien 1947 aufgeteilt hat. Indien und Pakistan haben zahlreiche Kriege und Konflikte um das mehrheitlich muslimisch bevölkerte Kaschmir geführt. China kontrolliert einen großen Teil des nördlichen Kaschmirs, bekannt als Aksai Chin.

1949 beauftragte die UNO ein Referendum, um festzustellen, ob die Kaschmiris Pakistan oder Indien beitreten wollten. Es überrascht nicht, dass Indien sich weigerte, die Abstimmung durchzuführen. Aber es gibt einige Kaschmiris, die einen unabhängigen Staat wollen, obwohl eine Mehrheit versucht, Pakistan beizutreten.

Indien behauptet, dass der größte Teil Nordpakistans tatsächlich Teil von Kaschmir ist, das es in vollem Umfang beansprucht. Indien regiert den größten Teil von Kaschmir, einen ehemaligen Fürstenstaat. Pakistan hält einen kleineren Teil, bekannt als Azad Kaschmir. In meinem Buch über Kaschmir „Krieg auf dem Gipfel der Welt“ nannte ich es „den gefährlichsten Konflikt der Welt“. So ist es auch heute noch.

Ich stand zweimal unter Beschuss an der indisch-pakistanischen Grenze in Kaschmir, bekannt als die „Line of Control“, und einmal auf 3.000 Metern Höhe auf dem Siachen-Gletscher an der chinesischen Grenze. Indien verfügt über mehr als 500.000 Soldaten und paramilitärische Polizeikräfte, die seinen Teil von Kaschmir besetzen, dessen 12 Millionen Menschen sich bitter gegen die oft korrupte und brutale indische Herrschaft stellen – mit Ausnahme der lokalen Minderheit der Hindus und Sikhs, die diese unterstützen. Seit 1989 ist ein blutiger, bitterer Aufstand gegen die indische Herrschaft entbrannt, bei dem etwa 42.000 Menschen, meist Zivilisten, ums Leben gekommen sind.

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Auf der anderen Seite der Waffenstillstandslinie befinden sich etwa 250.000 pakistanische Truppen in Stellungen.

Was diese Konfrontation so gefährlich macht ist, dass sich auf beiden Seiten bedeutende taktische und nukleare Kräfte gegenüber stehen. Dabei handelt es sich meist um nuklear bestückte Kurz-/Mittelstreckenraketen und mit Flugzeugen beförderte Atombomben. Strategische Atomwaffen unterstützen diese taktischen Kräfte. Ein nuklearer Austausch, selbst ein begrenzter, könnte Millionen Menschen töten, einen Großteil des asiatischen Grundwassers verschmutzen und radioaktiven Staub auf der ganzen Welt verbreiten – auch nach Nordamerika.

Indiens neuer Premierminister Narendra Modi ist ein hinduistischer Hardliner, der bereit ist, es mit Pakistan und den 200 Millionen Muslimen Indiens, die über 14% der Bevölkerung ausmachen, aufzunehmen. Im Februar schickte Modi Kampfflugzeuge, um Pakistan anzugreifen, nachdem Aufständische in Kaschmir die indischen Streitkräfte überfallen hatten. Pakistan hat ein indisches MiG-21-Kampfflugzeug abgeschossen. China, Pakistans engster Verbündeter, warnte Indien, sich zurückzuziehen.

Modi steht Präsident Donald Trump und Israels Benjamin Netanyahu sehr nahe, die beide für ihre antimuslimische Einstellung bekannt sind. Modi hat gerade Artikel 370 der indischen Verfassung widerrufen, der Nicht-Kaschmiris daran hindert, Land im Bergstaat zu kaufen, und dessen Telefon- und Internetsysteme heruntergefahren.

Der Widerruf bedeutet, dass Nicht-Kaschmiris nun dort Land kaufen können. Modi kopiert eindeutig Israels Netanyahu, indem er Nicht-Muslime ermutigt, Land aufzukaufen und die lokale muslimische Bevölkerung zu unterdrücken. Willkommen im Nahostkonflikt Ost. Auch China führt in seiner am weitesten westlich gelegenen größtenteils muslimischen Region Xinjiang (Sinkiang) eine ähnliche ethnische Durchmischung durch.

In einem unheilvollen Zeichen sagt Delhi, dass es die hochgelegene Region Ladakh (auch bekannt als „Kleines Tibet“) von seinem Teil Kaschmirs trennen wird. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass Indien plant, das indische Kaschmir in zwei oder drei Staaten zu zerstückeln, was Pakistan weiter erzürnen und jede zukünftige Friedensregelung vereiteln wird.

Es gibt wenig, was Pakistan tun kann, um Indiens Aktionen zu blockieren.

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Die riesigen Streitkräfte Indiens sind 4 oder 5 zu 1 größer als die Pakistans. Ohne Atomwaffen würde Pakistan schnell von indischen Streitkräften überrannt werden. Nur eine massive chinesische Intervention würde Pakistan retten.

In der Zwischenzeit geht Kaschmir, der älteste große Konflikt der Welt, weiter und droht zu einem schrecklichen Atomkonflikt zu eskalieren. Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl die indischen als auch die pakistanischen Atomstreitkräfte in höchster Alarmbereitschaft sind, mit einer Warnzeit von nur wenigen Minuten. Dies ist eine Region, in der die Elektronik oft durcheinander gerät. Ein Fehlalarm oder ein Vogelschwarm könnten einen massiven Atomkrieg in Südasien auslösen.

Indien und Pakistan, wo Menschen auf den Straßen verhungern, verschwenden Milliarden für Militärausgaben wegen des Kaschmirskonflikts. Jetzt drohen einige von Indiens extremen Hindu-Nationalisten, Pakistan, Bangladesch und sogar Sri Lanka wieder in Mutter Indiens Schoß aufnehmen zu wollen.

Frühere indische Führer waren vorsichtig. Aber nicht Premierminister Modi. Er zeigt Anzeichen von Machtrausch.

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8 thoughts on “Höchste nukleare Alarmbereitschaft über Kaschmir”

  1. Das ist doch ein exemplarisches Beispiel von einer Religion, die überall dort, wo sie aufgetaucht ist ihren Allmachtsanspruch geltend macht und alte Strukturen und andere Religionen beiseite drängen will und daß sich viele damit nicht einverstanden sind, versteht sich von selbst, nur bei uns scheint man die Gefahr nicht zu erkennen und der gesamte Nahe Osten, einschließlich der Türkei war einmal christlich geprägt und so verbreiten sie sich unentwegt und stellen überall große Bedenken in den Raum und auch die Chinesen gehen mit ihrer muslimischen Minderheit nicht zimperlich um, weil sie Dinge sehen, die bei uns tabu sind, warum auch immer und das wird uns noch zum Verhängnis werden, sollte es vorher nicht irgendwo auf der Welt richtig krachen.

  2. Zu einseitiger Artikel. Die Geschichte wird hier völlig ausgeblendet. Indien ist ein Vielvölkerstaat (Über 800 verschieden selbständige Sprachen in einem Land!), wo die Identität mit Indien von je her wichtiger war, als die mit der Religion. Der Islam ist eine Hinterlassenschaft Koran-Gläubiger Eroberer und war immer ein Fremdkörper in der indischen Gesellschaft. Wenn heute Koran-Gläubige Inder eine Sezession betreiben, so wird das von der indischen Mehrheitsgesellschaft niemals akzeptiert werden. Kashmir ist seit Jahrtausenden (die indische Kultur reicht nachweislich mehr als 90.000 Jahre zurück) indisches „Herz“-Land, von dem man sich niemals trennen wird. Die Unterdrückung der Bevölkerung in Kashmir ist sicherlich real, ist jedoch eine Reaktion auf die moslemischen kulturellen Abgrenzungs- und politischen Sezessionsbestrebungen! Aus indischer Sicht ist die Kontrolle Kashmirs unvermeidlich. Sie wäre in dem Moment überflüssig, in dem die dortige indische Bevölkerung die Sezessionsbestrebungen beenden würde. Der Ursprung des Konflikts liegt im islamischen Glauben, dem jeder Pluralismus fremd ist und der auch in Kaschmir nach der alleinigen Dominanz strebt.

  3. Es sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass genau genommen diese Konflikte ihren Ursprung in der britischen Kolonialpolitik haben.

    Und auch heute möchten dieselben Kreise, das internationale Finanzkapital, nicht, dass ein friedlicher, kooperativer Subkontinent entsteht.
    Hier würde die „Gefahr“ heraufziehen, dass man sich dann wohl noch mehr in Richtung Russland und China orientieren würde. Auch könnte es zu einer aktiveren Unterstützung von Drittstaaten, wie den Iran, kommen.

  4. @Achim
    Ich glaube Sie haben nichts verstanden, oder den Artikel nicht gelesen oder verstanden.
    Hier sind es die HIndus, als Modi als Hindu Hardliner, der die Konflikte schürt, und nicht die Moslems.

    1. Ich glaube, Sie haben nichts verstanden. Wie wäre es, wenn eine mehrheitlich islamische Gegend in Deutschland (z.B. die Stadt Pforzheim) plötzlich den Anschluss an die Türkei suchen würde? Ich weiss, der Vergleich hinkt, aber so ähnlich verhält es sich in Kaschmir. Modi tut, was er als Staatschef tun muss: den Zerfall des Staates aufhalten und eine integrationsunwillige Minderheit in die Schranken weisen.

  5. Wenn man bedenkt wie viel Geld International in Rüstung verbraten wird, dann wird einem Speiübel !
    Für diese Irrsinns-Summen könnte man allen Menschen auf diesem Planeten in Wohlstand leben lassen.
    Anstatt Raketen, U-Boote, Panzer und weiteren zukünftigen Schrott zufinanzieren, sollten Staaten die am Meer liegen z.B. mal Entsalzungsanlagen bauen für die Trinkwasserversorgung, da wäre das Geld besser angebracht !
    Es gibt viele soziale Angelegenheiten auf diesem Planeten wo die Gelder besseres angebracht wären als für gewalttätige Angelegenheiten !!!

  6. Kein weiterer Meter dem Islam!
    Warum hat Pakistan keine Touristikindustrie und Indien hat eine? Warum leben in Pakistan kaum noch Hindus, Sikh und Christen und in Indien neben den Hindus Muslime, Christen und Sikh in sehr großer Anzahl? Warum immigrieren (flüchten) prozentual sehr viel mehr muslimische Menschen aus Pakistan in den Westen als Menschen aus Indien in den Westen?

    Jeder deutsche oder europäische Mensch kann seine Heimat aufgeben und langfristig dem Islam überlassen. Es ist aber eine ungeheuerliche Unverschämtheit den Hindus in Indien vorschreiben zu wollen gefälligst das gleiche tun zu müssen. Sie haben das Recht zu handeln und keinen einzigen Meter weiter eigenen Landes dem Islam preis zu geben. Die Eroberungswut des Islam in der Geschichte bis heute sucht seines gleichen. Nur in der Vergangenheit das frühe und mittelalterliche Christentum kann da noch ein wenig mithalten. Wer dem Islam das Wort redet muss entweder ausgesprochen dumm oder ein Moslem sein und mit beidem kann ich absolut nichts anfangen.

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