Das Pentagon behauptet, nicht in den Jemen-Krieg involviert zu sein. Ausgerechnet hauseigene Dokumente zeigen jedoch, dass dem nicht so ist. Die USA beteiligen sich am dortigen Völkermord.

Von Marco Maier

Kürzlich veröffentlichte Dokumente aus dem Pentagon bestätigen, dass die Rolle der Vereinigten Staaten bei den Bombenanschlägen der saudischen Koalition im Jemen seit langem viel tiefer ist als zuvor von Verteidigungsbeamten anerkannt wurde. Tatsächlich zeigen sie, dass die wiederholte Pentagon-Linie, dass die USA „weder am Bürgerkrieg im Jemen teilnehmen noch die eine oder die andere Seite unterstützen“, wie es der Vorsitzende General Joseph Dunford, Vorsitzender des Generalstabs erst kürzlich behauptete, sind eine einfache Lüge, um die Öffentlichkeit zu täuschen.

Die neuen Regierungsdokumente, die vom Luftwaffen-Zentralkommando über das FOIA erhalten und vor wenigen Tagen vom nationalen Sicherheitsreporter Nick Turse veröffentlicht wurde, zeigen, dass die USA die Koalitionspiloten von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten trainiert haben, die den Luftkrieg über Jemen führen, was zu Zehntausenden zivilen Todesopfern geführt hat, wie von den Vereinten Nationen und anderen internationalen Überwachungsorganisationen dokumentiert wurde.

Seit der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi in Saudi-Arabien wurde das Vorgehen der Koalition von den Medien und der Öffentlichkeit eingehender geprüft. Eine britische Überwachungsgruppe erklärte über die Zahl der Todesopfer, die durch Luftangriffe der Koalition verursacht wurden: „Wir schätzen die Zahl der zwischen Januar 2016 und Oktober 2018 getöteten Zivilisten und Kombattanten auf etwa 56.000“, wobei die Gesamtzahl zwischen 70.000 und 80.000 Opfer liegt.

So zeigen die Dokumente, dass die Vereinigten Staaten seit 2015 ein integraler Bestandteil des von den Saudis geführten Vernichtungskrieges gegen das verarmte Nachbarland sind. Ziel ist es vor allem, die Houthi-Milizen dort zu bekämpfen, denen Verbindungen zum ebenfalls schiitischen Iran nachgesagt werden, während die illegitime Regierung von Präsident Mansour Hadi weiterhin von den Saudis unterstützt wird, da dieser Sunnit ist und als Marionette Riadhs gilt.

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