Die Lockheed Martin F-35 Lighning II. Bild: Youtube

Deutschland will keine F-35 für die Bundeswehr kaufen um die Tornados zu ersetzen. Das dürfte Trump gar nicht gefallen. Zudem bringt das die nukleare NATO-Strategie in Europa durcheinander.

Von Marco Maier

Das Bundesverteidigungsministerium sucht einen Ersatz für die alten Tornado-Kampfjets. In der engeren Auswahl standen die F-35 von Lockheed Martin, die F/A-18 Super Hornet von Boeing und der Eurofighter Typhoon von Airbus. Nun ist die F-35 aus dem Rennen und es scheint, als ob man sich schlussendlich doch für die europäische Gemeinschaftsproduktion entscheiden wird – den Eurofighter.

Allerdings müssen sowohl Boeing als auch Airbus detaillierte Informationen an das Ministerium von der Leyens liefern, inwieweit ihre Kampfflugzeuge auch US-Nuklearwaffen transportieren können, wie es Deutschlands NATO-Verpflichtungen vorschreiben. Auch muss das Ganze dann noch von Washington zertifiziert werden, damit diese Flugzeuge auch die US-Atomwaffen transportieren dürfen.

Doch der Eurofighter gilt den Amerikanern als veraltet und derzeit gilt lediglich die F-35 als kompatibel mit den US-amerikanischen Anforderungen hinsichtlich des Transports und ggf. des Einsatzes ihrer nuklearen Sprengköpfe. Sollte sich Berlin für den Eurofighter entscheiden, hieße dies laut Washington, dass Deutschland nicht mehr unter dem „nuklearen Schild der NATO“ stehen würde.

Loading...

Doch dies ist noch nicht alles. Wenn die Deutschen keine (teureren) US-Kampfjets kaufen, werden sie die US- und NATO-Forderungen nach Rüstungsausgaben in Höhe von 2 Prozent des BIP nicht so einfach erfüllen können. Auch Trumps Ziel, das Handelsbilanzdefizit der USA mit Deutschland deutlich zu verringern, geht damit flöten. Das ist erhebliches politisches Druckpotential für die US-Regierung.

Wahrscheinlich wird es so kommen, dass sich das Bundesverteidigungsministerium dafür entscheidet, den Kauf für den Ersatz von rund 90 „Tornados“ auf die F-18 und den Eurofighter aufzuteilen. Erstere ist immerhin auch bei der US-Navy im Einsatz. Aber die Aufrechterhaltung zweier Versorgungsketten für die Kampfflugzeuge ist insgesamt deutlich kostenintensiver. Zudem dürfte sich das auch auf die strategische Ausrichtung der NATO auswirken.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende unter dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE54 7001 1110 6052 6763 88, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

9 KOMMENTARE

  1. Naja… offenbar hat man im Verteidigungsministerium aus dem Sturmgewehr-Deaster gelernt und will sich nun Kriegsgerät anschaffen, das auch wirklich funktioniert. Was man vom F-35 Schrottvogel ja nicht gerade behaupten kann.

    • Das G36 erfüllt alle angeforderten Leistungen, das Versagen der Waffe im mittleren Osten und im Golf liegt daran, dass das Gewehr nicht für solche Anforderungen gebaut wurde und die Soldaten es teilweise unsachgemäß handhabten.

    • Arctos Horribilis

      Erklären Sie mal inwieweit das g36 Schrott ist.Wenn Sie vom militär keine Ahnung haben lassen Sie bitte diese Kommentare.
      Denn es zeigt nur das sie nicht einen Tag gedient haben

  2. @Marco Maier

    Dieser Artikel ist fern jeder Sachkenntnis dumpfe Stimmungsmache.
    1. Das Titelbild zeigt eine F35B. In Frage kam aber eine F35A.
    2. Der Eurofighter gilt den USA nicht als veraltet aber ist nicht als Nuklearwaffenträger zertifiziert. Dieser Prozess dauert Jahre. Die USA sind nicht generell abgeneigt dies durchzuführen, schließlich ist der TORNADO auch durch die USA zertifiziert worden.
    3. Trump wäre es egal ob wir Milliarden für die F35A oder die F18 ausgeben.
    4. Die nukleare Teilhabe ist keine Verpflichtung sondern die Berechtigung zur Mitsprache in nuklearstrategischen Fragen der Bündnisverteidigung. Das ist eine Eintrittskarte um am Erwachsenentisch sitzen zu dürfen. Aber auch ohne NT steht Deutschland weiterhin unter dem nuklearen Schutzschirm aller drei Nuklearmächte der NATO. Einer für alle, alle für einen.
    5. Die Luftwaffe hat mit dem Eurofighter und dem TORNADO auch jetzt zwei Muster zu unterhalten. Damit ändert sich also nichts und ist auch sinnvoll falls ein Flugzeugtyp durch technische Probleme kurzfristig ausfällt. Flugsicherheit geht schließlich vor.
    6. Zum Schluss ein Wort zum Handelsdefizit: Das betrug 2017 über 50Mrd €. Der Kauf von 80 F35A würde 6,4Mrd $ über mehrere Jahre verteilt kosten. Das ändert gar nichts.

    Ich hoffe sie lesen den Kommentar überhaupt und leben nicht nur in ihren Echokammer.

  3. Schrottvogel ist gut, das der überhaupt nee Zulassung bekommen hat ist ein Wunder.Zu mal dieF/A 18 auch nicht mehr der Jüngste Vogel ist, den Eurofighter kann man noch erweitern .
    Für „ECR“- EINSÄTZE als auch für die Nukleare Teilhabe technisch Erweitern.
    War es nicht Trump der mal gesagt hat, Europa muss Selbstständiger werden, also was ist hier noch zu überlegen was man Anschafft?!
    Eurofighter, man erhält Arbeitsplätze stärkt dabei die Wirtschaft und ist vom Amerikaner nicht abhängig. Das will Trump so, dann soll er es auch bekommen.

    • Die F/A 18 E und F Super Hornet war eine komplette Neuentwicklung im Vergleich zu den F/A 18 A,B,C und D und ist ein Jahr nach dem Eurofighter in Produktion gegangen, also kann man nach ihrer Aussage den Eurofighter auch als nicht mehr all zu jung bezeichnen. Und die Super Hornet wird auch durchgehend modernisiert und weiterentwickelt.
      Des weiteren gibt es von der Super Hornet eine spezielle Electronic Warfare Variante die E/A 18 G Growler, die seit 2004 produziert wird und somit neuer als der Eurofighter ist. Diese ist von Werk aus schon fähig die ECR Einsätze des Tornados zu übernehmen.

      Am klügsten wäre wohl eine gute Mischung aus Tranche 4 Eurofightern und F/A 18 E,F und G, um so schnell die alternden Tornados mit ihren exponential wachsenden Wartungkosten auszumustern.

  4. Ob die F-35 tatsächlich Schrott ist, muss sich erst noch erweisen. Was will die politische Führung aus dem Sturmgewehr-Desaster lernen? Die politische Führung ist lern unwillig! Zu-ungunsten der Soldaten, die mit mittel-alterlichem Gerät in Einsätze geschickt werden. Oder mit hoch-modernem, das nur zum Teil oder gar nicht funktioniert. Die Werra verlässt nach einer Woche im Einsatz bei der SNMG 1, den Verband. Die Gravely muss im Tirpitzhafen statt auf hoher See colltanken. Zuvor wollte Deutschland in Norwegen mit einer Masse an Material und Soldaten Flagge zeigen. Ja, was denn nun? Nimmt man seine eingegangen Verpflichtungen ernst, egal wer US Präsident ist oder nicht? Und Herr Trump hat zum Teil Recht. Diese Bundeswehr ist dank der Unionsregierungen zugrunde gerichtet worden. Und nicht etwa von der Die Linke oder von den Grünen. Ich hätte mich trotz allem für die Rafale entschieden, F-35 oder die F-18. Um Airbus zu befriedigen, hätte ich die Anzahl der Eurofighter von 144 auf 288 erhöht. Warum man bei der Entwicklung und Planung des Eurofighter so schlampig war und die nötigen Fähigkeiten der NATO Verpflichtung und der Tornado Fähigkeiten in einem Modell nicht eingebaut haben, und gleich beim 1. Dienstantritt zertifiziert haben, bleibt ein Rätsel. Bei der Planung des Eurofighter wusste man schon, das der Tornado nicht mehr lange macht. Das ist schlampigkeit hoch III und keinen vorrausschauendes Denken.

  5. Europäische Militärs sollten wenn möglich nur Europäische Waffen kaufen. Es geht ja auch um 100ü00 Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie. Wie sagt doch noch der amerikanisch President “ USA Frist ‚und wir sollten das gleiche sagen Europa Frist.
    Aber wie immer seit 1945 ducken wir wieder statt Haltung zu zeigen.

  6. Klasse das dieser überteuerter Spielzeug was nur halb so gut ist wie mig29smt oder su30 geschweige noch von su 35 oder su52 nicht geholt wird, das waffen System absolut unreif und tarn eigenschaften werden nur für 3t Ländern wirkungsvoll. Alos eigentlich pure werbung und Hollywood prapoganda, aber nichts dahinter.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here