Bis in den Untergang: Merkel-Wahlverein CDU

In Nibelungentreue steht die CDU hinter Parteichefin und Bundeskanzlerin Merkel. Selbst die wenigen Kritiker kuschen lieber, anstatt Nägel mit Köpfen zu machen. Aber was kommt danach?

Von Marco Maier

Auch wenn Volker Kauder, immerhin ein enger Vertrauter von Angela Merkel, den Hut nehmen musste und stattdessen Ralph Brinkhaus zum Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag gewählt wurde, so macht das nicht wirklich viel aus. Der Neue ist zwar etwas christlich-konservativer und etwas weniger ruppig als sein Vorgänger, doch auch er hält der Parteichefin die Stange.

Wenn nun der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ sagt, die CDU sei „keine Partei von Revolutionären, die alles in Schutt und Asche legen“ und in der Wahl von Brinkhaus eine personelle Neuaufstellung für die Bundestagswahl 2021 sieht, so ist das ein Sittenbild der Partei. Man steht in Nibelungentreue hinter der Chefin, auch wenn man sich damit längerfristig nur selbst damit schadet, weil man so noch für eine Weile seine Posten behalten darf.

Die CDU ist zum totalen Merkel-Wahlverein der Sesselkleber und Abnicker verkommen. Brinkhaus hätte den Posten nicht erhalten, wenn er sich zuvor als Merkel-Kritiker profiliert hätte und Kauder muss sich ganz sicher auch keine Zukunftssorgen machen – auch wenn er es bislang nicht geschafft hat auch nur ansatzweise als kanzlerfähig betrachtet zu werden und als Merkel-Nachfolger ins Gespräch zu kommen.

Aber: In der CDU scheint ohnehin das Motto „Alles bleibt wie immer, nur schlimmer“ zu gelten. In Sachen Parteivorsitzenden gab es seit Bestehen der Partei keine qualitativen Verbesserungen mehr. Helmut Kohl und dessen „schwarzen Kassen“ (Wolfgang Schäuble sollte sich noch sehr gut daran erinnern) samt der Deckung von Geldgebern aus der Industrie war da schon ein Tiefpunkt – den Angela Merkel nun auch mit Leichtigkeit unterbietet. Man kann nun also auch erwarten, dass ihr Nachfolger (ob Spahn, „AKK“ oder jemand anderes ist hier nebensächlich) es schaffen wird, die Messlatte noch tiefer anzusetzen.

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6 Kommentare

  1. Hier wird Pokern mit „Nibelingentreue“ vertauscht.
    Diesem Gesinde l sind solch angedachte Werte weltfremd.
    Dagegen findet ein Hauen, Stechen und Aussitzen unter ihresgleichen zu jeder Zeit statt.

  2. Von Ende 2015 bis Ende 2016 bestand die Möglichkeit, dass die CDU sich selbst erneuern kann.
    In jedem Landesverband gibt es die sogenannten konservativen Kreise. Sie sind meist mit qualitativ besserem Personal bestückt, als die Funktionärsebene der Landesverbände. Doch diese Personen wurden niedergemacht oder sind erbärmlich umgeknickt.

    Jetzt findet der Untergang statt. Es wird auch nicht an den eigentlichen Souverän gedacht, es geht nur noch um die klägliche Verlängerung der eigenen Postenlaufzeit oder überhaupt um das Ergattern eines Platzes am Futtertrog.

    Da zeigt sich überdeutlich welch armselige Kreaturen, ohne Anstand, Charakter, Ethik, Moral, Verantwortungsbewusstsein sich in dieser Partei (wie auch in den anderen) zusammengefunden haben. Selbst im Untergang ist sich immer noch jeder selbst der nächste.

  3. Wer hätte denn was anderes erwartet und heute hat sie noch die Debattenkultur im Internet und in den Kommentarspalten bemängelt, die Morde, Vergewaltigungen und andere Straftaten sind für sie kein Anlaß es zu rügen und mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz versuchen sie doch schon lange, die Leute mundtot zu machen, fehlt nur noch das Umerziehungslager für Aufmüpfige die es anders sehen, aber das wäre auch noch gekommen, wenn sie nicht selbst ums eigene Überleben kämpfen müßte und hoffentlich wird sie abgesägt, denn wenn sie überlebt würde mir bei dieser Mentalität noch manches einfallen, was uns erwarten könnte, denn Rechtsbrüche durch Eigenermächtigung sind ja aktenkundig, dann kommt es zukünftig auf die eine oder andere Veränderung zum Nachteil der Gegner auch nicht mehr an.

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