Die griechischen Unternehmen und Privatpersonen schulden dem Staat insgesamt 182,5 Milliarden Euro an Steuern. Damit könnte Athen mehr als die Hälfte der Schulden begleichen.

Von Marco Maier

Weil die Einnahmen oftmals gerade einmal ausreichen, die laufenden Kosten und Ausgaben zu begleichen, türmen sich in Griechenland die Steuerschulden von Unternehmen und Privatpersonen geradezu auf. Die rigide Austeritätspolitik, die zu massiven Senkungen der Staatsausgaben und der scharfen Erhöhung von Steuersätzen führte, sorgte quer durch das Land zu einer massiven Geldknappheit, die sich auch in den Steuereinnahmen widerspiegelt.

Daten der Unabhängigen Behörde für öffentliche Einnahmen zeigen, dass die Steuerrückstände am 10. August 182,5 Milliarden Euro betrugen. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die laut einer Meldung von AP letzte Woche von der Behörde an das Parlament geschickt wurden. Das ist mehr als die Hälfte der gesamten Staatsschulden des Landes. Und: über 80 Milliarden Euro davon bestehen aus Zinsen und Strafzahlungen für die Zahlungsversäumnisse – unter anderem auch von Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren nicht mehr im Geschäft sind.

Insgesamt haben 3,7 Millionen Griechen als Privatpersonen Steuerschulden. Das sind rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung oder einfach der Großteil aller Erwachsenen des Landes. Und wenn man bedenkt, dass inzwischen mehr als ein Fünftel der gesamten Wirtschaft des Landes „schwarz“, also in Form der Schattenwirtschaft, läuft, dann kann man sich vorstellen, wie schwierig die Lage der Menschen sein muss, wenn sie ohnehin schon recht viel am Fiskus vorbei arbeiten und trotzdem nicht in der Lage sind, ihre Steuerschulden zu begleichen.

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Es ist also kaum davon auszugehen, dass der griechische Fiskus einen größeren Teil dieser Steuerschulden jemals bezahlt bekommt. Anstatt den Staatsbankrott anzumelden und mithilfe von Reformen neu anzufangen wurde die griechische Regierung dazu erpresst, rigide Austeritätsmaßnahmen durchzuführen, die das Land auspressen wie eine Zitrone und ohne Hoffnung auf eine baldige Besserung der Lage.

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