Für den EU-Flüchtlingskommissar gilt, dass die NGOs sich an den italienischen Verhaltenskodex halten müssten. "Menschenhändler sind unsere größten Gegner", so Avramopoulos.

Von Redaktion

EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos hat eine bessere Koordinierung der Seenotrettung im Mittelmeer angemahnt. "Menschenhändler sind unsere größten Gegner", sagte er den Funke-Zeitungen. Alle Hilfsorganisationen sollten sich an den Verhaltenskodex halten, der von Italien vorgestellt worden sei. Dieser beinhaltet unter anderem auch die Vorschrift, bewaffnete Polizisten an Bord zu haben.

Für alle Beteiligten müssten ganz klare Regeln gelten. "Je breiter die geeinte Front, desto leichter wird es sein, die Schleppernetzwerke zu zerschlagen", sagte Avramopoulos. Zugleich nahm der EU-Kommissar private Seenotretter wie "Ärzte ohne Grenzen" oder "Sea Eye", die ihre Arbeit derzeit einstellten, gegen den Vorwurf in Schutz, sie würden den Schleppern das Geschäft erleichtern. "Die Mehrheit der Nichtregierungsorganisationen hilft uns bei unseren Bemühungen, Leben zu retten", sagte Avramopoulos.

Kritik an einzelnen Hilfsorganisationen hatte unter anderem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geäußert. Es gebe nach italienischen Informationen auch Schiffe, "die in libysche Gewässer fahren und vor dem Strand einen Scheinwerfer einschalten, um den Rettungsschiffen der Schlepper schon mal ein Ziel vorzugeben", sagte er den Funke-Zeitungen.

Auch Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka hat Strafen für „selbst ernannte Seenotretter“ im Mittelmeer gefordert. Einzelnen Hilfsorganisationen warf er in der "Bild" vor, direkt mit Schlepperbanden vor der libyschen Küste zu kooperieren. Wichtig sei, "dass selbst ernannte Seenotretter aus Europa nicht mehr bei den Schleusungen helfen, nicht mehr mit den Banden kooperieren", so der Minister.

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7 thoughts on “EU-Flüchtlingskommissar: NGOs sollen sich an Verhaltenskodex halten”

  1. Menschenhändler sind nicht unsere größten Gegner, sondern Regierungen und Behörden, die das zulassen. Denn die hätten doch sicher Möglichkeiten gehabt, das zu stoppen. Jetzt wird es ja zum Teil auch gemacht, warum nicht früher ???

  2. Na, was ist das denn?

    Ist Merkels absoluter Wahlsieg doch nicht so sicher?

    Das riecht sehr danach, dass bis zum Wahltag das "Einströmen" über Italien auf Sparflamme gehalten wird. Deshalb hatte Merkel wohl auch die "Flüchtlingskrise" in ihrer ersten Wahlrede direkt benannt – was schon etwas merkwürdig war, nach der langen Zeit des Schweigens/Verschweigens.

    Da wusste sie sicher schon, dass Soros die Aktivitäten vorübergehend etwas bremst, denn einen kurzfristigen Merkelersatz hat er noch nicht. Die infrage kamen, wurden ja von Merkel weggebissen oder stellten sich als absolute Luschen heraus, wie vdL

    In der Zwischenzeit läuft ja die Route über Spanien auf Hochtouren. Doch da müssen die Zuströmlinge durch Frankreich, bevor sie im gelobten Land sind. Das könnte auch noch interessant werden.

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