Lotteriesüchtige Amerikaner?

Die Amerikaner geben mehr Geld für Lotterielose als für Filme, Computerspiele, Musik, Sporttickets und Bücher zusammen. Das spricht Bände.

Von Marco Maier

Irgendwer nannte die Lotterie einmal eine Deppensteuer. Immerhin kassiert der Staat beim Glücksspiel ordentlich ab. In den Vereinigten Staaten fließt derzeit enorm viel Geld für diese "Deppensteuer", wie ein kritischer Bericht zeigt. Immerhin handelt es sich hierbei um ein Milliarden-Dollar-Geschäft.

Gerade die Super-Jackpots bei "Mega Millions" und "Powerball", die zusammen wieder einmal mehr als 350 Millionen Dollar aufweisen, sorgen dafür, die Bereitschaft der US-Bürger zum Kauf von Lotterielosen anzukurbeln. Dazu kaufen sie auch gleich oftmals welche von beiden Lotterien (plus Rubbellose und welche von anderen, kleineren Lotterien).

Doch die Wahrscheinlichkeit beide Jackpots zu knacken, liegt bei 1 zu 75.648.252.765.957.300. Oder in Prozent ausgedrückt, liegt die Wahrscheinlichkeit dies zu erreichen 0.000000000000000013 Prozent. Aber auch die Wahrscheinlichkeit, selbst nur einen beider Jackpots zu knacken, ist nicht sonderlich hoch: 1 zu 292 Millionen bei "Powerball", 1 zu 259 Millionen bei "Mega Million".

Insgesamt gaben die US-Amerikaner im letzten Jahr mehr als 80 Milliarden Dollar für Lotterielose aus. Das ist mehr Geld, als sie für Filme, Computerspiele, Musik, Sporttickets und Bücher ausgaben. Und das ist noch nicht alles: Statistisch gesehen sind es vor allem die armen Amerikaner, die sich solche Lose kaufen – in der Hoffnung, vielleicht doch einmal Glück zu haben und reich zu werden.

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Doch im Endeffekt profitieren von diesem Wunsch von zig Millionen Amerikanern nur der Staat und die Lotteriegesellschaften. Von den 251 Dollar, die im Schnitt jeder erwachsene Amerikaner jährlich ausgibt, kommen 118 Dollar nicht in die Gewinnausschüttung, weil Staat und Lotterie ja auch etwas abhaben wollen.

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4 Kommentare

  1. Naja, 80 Mrd. USD entsprechen 250 USD pro Person und Jahr. Die Deutschen geben ca. 14 Mrd. Euro aus, also 170 Euro bzw. umgerechnet 200 USD pro Person. Also kein so gewaltiger Unterschied.

     

  2. Grad wurde die Opiumkrise in USA ausgerufen 60000 Tote in Jahr schreibt man, dazu noch 5 Millionen süchtige  und jetzt auch noch die Lotteriekrise. Früher hat man nur Tellerwaschen müssen um Millionär zu werden. Da aber millionen von Amis gar keine Teller mehr brauchen sind die Aussichten Millionär zu werden gering.

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