Papstbesuch in Portugal: Fatima zwischen Spiritualität Profitgier – Teil 2

Am Freitag landete Papst Franziskus in Portugal und nachdem er an den Feierlichkeiten des 100. Jahrestages teilgenommen hat, wird er in einem Flugzeug der TAP zurück nach Rom fliegen. Was bleibt, außer einer Werbekampagne für Fatima und heiliggesprochenen Kindern? Wo ist der „Papst der Armen“ bei all dem Kommerz rund um Fatima?

Von Rui Filipe Gutschmidt

In Portugals Marienwallfahrtsort Fatima ist die H…. ups, der Himmel los! Ob es eine Million oder „nur“ ein paar Hunderttausend sind, ist dabei Nebensache. Über das Chaos des Papstbesuches schrieb ich ja bereits. Für die meisten Menschen, die gestern und heute im „Santuario“ von Fatima zusammengekommen sind, ist selbst der Papst eher zweitrangig. Ihnen geht es um den Glauben an eine höhere Macht, um die Zusammenkunft mit anderen Gläubigen, um die Spiritualität! Um zu ergründen, was diese Menschen im einzelnen bewegt, reicht der Speicherplatz auf unserem Server nicht, selbst wenn man die Zeit anhalten könnte. 

Auf jeden Fall ist es für viele ein Erlebnis, bei dem die Gefühle übersprudeln und so sieht man bei der Ankunft der Pilger – und zwar in jedem Jahr, unabhängig davon ob zu einem der offiziellen Wallfahrten oder nicht – Tränen fließen. Es sind Tränen der Freude und der überschwappenden Emotionen. Dabei könnte man jetzt ganz wissenschaftlich den Adrenalinpegel dieser Leute messen, Zuckerspiegel oder Blutdruck prüfen und auch sonst die physischen Reaktionen dokumentieren. Doch „der Glaube“, der für viele eher ein Aberglaube ist, ist eine abstrakte Größe. Nicht messbar und nicht so einfach zu erklären, war der Glauben an etwas, auch ohne den Beweis für dessen Existenz, immer schon Teil unserer Menschlichkeit.

Es ist historisch belegt, dass dieser bedingungslose Glaube die Entwicklung der Zivilisation und die Evolution der Menschheit auf geistiger Ebene, immer wieder ausgebremst und zurückgehalten hat. Doch hat es auch sein Gutes, wenn wir glauben können. Der Glauben an eine bessere Zukunft, der Glauben, dass es möglich ist um die Welt zu segeln, auf den Mond zu fliegen, Krankheiten zu beseitigen, Imperien zu Fall zu bringen, ist also auch für unsere Evolution verantwortlich. Also ist der Glauben an sich weder gut noch schlecht, sondern eher ein Teil unserer menschlichen Existenz, die richtig eingesetzt viel bewirken kann. Unsere Spiritualität, unsere Fähigkeit also, für abstraktes Denken, macht uns zu dem was wir sind. Doch es ist eben auch diese Kapazität, die uns anfällig macht für Suggestion. 

Loading...

„…dies ist das Haus Gottes…“ Jesus jagte die Händler aus dem Tempel

Ja, die Emotionen überwältigen den Pilger, wenn er nach Fatima kommt und was einerseits eine Quelle der Kraft ist, macht die Menschen andererseits auch zu einem leichtem Ziel. Die Andenkenhändler stehen jedes Jahr bereit und füllen Regale und Lager auf, mit allerlei Marienfiguren und dergleichen mehr. Sogar Luft (!) aus Fatima wird in kleinen Fläschchen verkauft. Andenken sind eigentlich ganz normale Mitbringsel in aller Welt und auch die Wallfahrtsorte sind nichts anderes als eine Form des Tourismus. Genau gesagt, ist eine Pilgerreise so etwas wie die Urform des Tourismus und die Heiligenfiguren – zuvor die Götterfiguren – sind die ersten „Andenken“. 

Aber sind diese Dinge denn kompatibel mit der christlichen Doktrin? Im Matthäus-Evangelium wird Jesus Christus wie folgt zitiert: „Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein. Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle!“ So ist es schon etwas daneben, wenn ein solcher Rummel rund um das „Heiligtum“ veranstaltet wird. Ganz gewiss aber ist es nicht im Sinne seines Schöpfers – DES Schöpfers – was dort geschieht. So wird das Heiligtum also entweiht, auch wenn dies keinen wirklich zu interessieren scheint. Dieses Jahr, nicht nur wegen der Präsenz des Papstes, sondern auch auf Grund der 100-Jahrfeier, sind die Preise besonders hoch. Das ist in diesem Fall weniger auf die Andenken bezogen, die immer schon etwas teurer waren wie anderswo, sondern eher auf die Preise für Unterkünfte in und rund um Fatima. 

Seit Monaten, schon vor der Bestätigung des Papstbesuches, sind die Hotels und Herbergen ausgebucht. Die private Zimmervermietung boomte dieses Jahr und die Preise inflationierten auf beeindruckende Weise. Eine Nacht kann mehrere Tausend Euro kosten. Die oft verlangte Vorkasse führte auch zu Betrugsfällen und die Kriminalpolizei ermittelt. Klar, dass die Sicherheitsbehörden viel mit dem Vermeiden möglicher Anschläge beschäftigt sind, aber auch Taschendiebe und Trickbetrüger sind unterwegs. Bei alle dem muss man sich schon Fragen, wo hier „das Gute“ abgeblieben ist. Wo ist die christliche Nächstenliebe? 5.000 oder 6.000 Euro für ein Zimmer, für ein oder zwei Nächte? Die Menschen schaffen es nicht einmal an so einem Ort, bei all der „spirituellen Energie“ ihre egozentrische Gier abzulegen. Opportunismus vor der Kulisse eines Ortes, an dem die Mutter Gottes erschien, um der Menschheit drei Geheimnisse anzuvertrauen, ist einfach nur falsch.

Bleibt die Frage nach dem Papst. Franziskus, der Papst der Armen? Wo ist der Aufschrei, die Empörung, wo bleibt die Kritik am Kommerz? Dieser Papst hat ja einiges an Aufbruchstimmung mitgebracht und viele sind der Meinung, das diese uralte Institution namens Katholische Kirche mit dem Argentinier reformiert werden könnte. Tatsächlich aber zeigt der Besuch in Fatima, wie schon zuvor, dass Franziskus auch nur an der Oberfläche zu kratzen vermag. Tiefgreifende Veränderungen wird es auch mit dem südamerikanischem Papst nicht geben. Die Armen sind auch bei ihm nur Almosenempfänger und die Kirche bleibt auch unter ihm ein geschlossene Machtelite, die am Pokertisch der Schattenmächte nur noch eine Nebenrolle spielt. Davon einmal abgesehen, sollte jeder der an Gott glaubt sich bewusst machen, dass er die Kirchen und Religionsführer nicht braucht. Umgekehrt, brauchen diese Seelenfänger ihre Gläubigen.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. So ist es,lieber Autor.

    Wie ''spirituell'' die Kirche(-n) sind dürfte jeder wissen der einmal mit ihren so gar nicht spirituellen Organisationen wie Caritas&Diakonie zu tun hatte.

    Die Leute werden dort..na sagen wir's mal freundlich..über den Tisch gezogen.

    Über den Profit beim Migrantentum braucht man wohl auch kaum etwas zu schreiben.

    Dabei ist individuelle Spiritualität an sich etwas durchaus heiliges..doch braucht es dazu keine Führer aka Organisationen.

    Sehen wir uns doch die Natur an..läuft sie nicht ganz von alleine..(sofern der Mensch nicht dazwischenpfuscht)..für einen wahrhaft spirituellen Menschen zb.ist diese ''heilig.''

  2. Wer wie dieser sich Franziskus Nennende einen Schlächter-Karls-Preis aus Aachen annimmt, offenbart sich als Feind der Völker und als Anhänger einer Politik, die nicht nur wie bei Babyloniern, Persern und Römern auf ein Großreich abzielt, sondern auf die gleichschalterische Umprogrammierung und totale Kontrolle der Seelen der Menschen. UNO, EU, CFR und Nato folgen einem solchen universalistischen Programm. Vorgegeben wird es von der Hochfinanz; die nötige Kastration von politischer Tatkraft des Volkes bis hin zu gläubiger Gefolgschaft sogar bezüglich Tyrannei und Zinsknechtschaft flößt der Papismus in Komplizenschaft mit Regierungen und Massenmedien ein. Dieser Franziskus weiß genau, welchem Gott aus welcher Wüste er dient und dienstbar macht.

  3. Dei Päpste sind die Antichristen ! Also misanthropische Satanisten ! Siehe Hexenverbrennung und Inquisition ! 

    Das Alles soll mit der Scharia wieder kommen ! ? 

    Wollt ihr Frauen das wirklich ?

  4. Werd nicht ruhen,  noch rasten,  bis mein geliebtes Deutschland und Europa , endlich wieder die Freiheit erlangt ! Man kann mich beschimpfen und verunglimpfen,  man hat mir meine Existenzgrundlage entzogen ! Aber ich werde bis zum letzten Atemzug für den  Humanismus kämpfen ! Das ist jeder Aufrechte Europäer , den nachfolgenden Generationen einfach schuldig !

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.