Migranten unkontrolliert auf dem Weg nach Deutschland. Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0

Der Brain Drain aus den Entwicklungsländern in die Industriestaaten verschärft die Probleme in den Herkunftsländern, die Armutsmigration jedoch jene in den Zielländern. Migration ist per se weder positiv noch negativ.

Von Marco Maier

Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, sein Heimatland zu verlassen und in der Fremde eine neue Heimat – oder einfach eine Existenzgrundlage – finden zu wollen. Seit Anbeginn der Menschheit gab es immer wieder Wanderungsbewegungen über die Kontinente hinweg. Zuerst in die „menschenleeren“ Gebiete außerhalb Afrikas (wo jedoch bereits Neanderthaler, Denisova-Menschen und andere ausgestorbene humanoide Spezies lebten), später dann eben auch in bereits bewohnte Gebiete. Die Flutung des amerikanischen Doppelkontinents mit zuerst Europäern und danach auch Afrikanern und Asiaten war die letzte der ganz großen Völkerwanderungen, die auch zur Vernichtung der heimischen Kulturen führte.

Heute erleben wir eine auf zweifache Art und Weise stattfindende Migration aus den Entwicklungs- und Schwellenländern in die Industriestaaten: Einerseits sind es viele Wirtschafts- und Armutsmigranten, dazu noch einige Kriegsflüchtlinge und teilweise auch Mitglieder der gebildeten Oberschichten, die von den Unternehmen angeworben werden und für gutes Geld arbeiten dürfen. Im Gegenzug haben wir auch eine Auswanderung aus Europa, Australien und Nordamerika in ärmere Länder. Hier auf den Philippinen beispielsweise leben vor allem Rentner und Pensionisten, die ihren Lebensabend bei angenehmem Klima unter Palmen und diese Zeit möglichst noch mit einer hübschen jungen Frau verbringen möchten. Für beide Seiten eine sogenannte „win-win-Situation“, da sie so quasi rundum finanziell versorgt ist und er sozusagen seine Pflegerin für die letzten Jahre bei sich hat.

Doch welche Auswirkungen hat diese Migration auf die einzelnen Länder? Die Armuts- und Wirtschaftsmigration beispielsweise lindert zwar nicht den starken Bevölkerungsdruck in den Entwicklungsländern, sorgt jedoch in den Zielländern für Probleme. Denn diese belasten die Sozialsysteme und vor allem der starke Überschuss an jungen Männern macht sich auch bei den sexuellen Übergriffen bemerkbar. Hinzu kommt, dass sie unter Druck stehen, möglichst viel Geld nach Hause zu schicken, was jedoch mit der Sozialhilfe nicht möglich ist, wodurch der Gang in die Kriminalität manchem nicht schwer fällt.

Der Versuch der entwickelten Länder vor allem gut ausgebildete Fachkräfte anzuwerben sorgt jedoch auch für Probleme – und zwar in den Herkunftsländern. Der sogenannte „Brain Drain“ führt dazu, dass diesen Staaten die gebildete obere Mittelschicht erodiert und die Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung immer schwieriger wird. Die Geldsendungen nach Hause sorgen zwar für das Überleben, doch der dadurch zunehmende Konsum reicht nicht aus, um den stark wachsenden Bevölkerungen genügend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, was wiederum die Armuts- und Wirtschaftsmigration vorantreibt.

Ein Paradebeispiel für solch ein „vampirisches“ Verhalten sind die USA, in deren Technologiezentren Unmengen an Russen, Ukrainern, Indern und so weiter arbeiten, weil die US-Techkonzerne einfach enorme Gehälter anbieten können, die sie in ihren Heimatländern niemals erhalten würden. Ohne diese Zuwanderung von Fachkräften wäre das marode und teure US-Bildungssystem nicht in der Lage, den entsprechenden Bedarf zu decken. Die US-Dominanz im Tech-Bereich basiert auch auf dieser Art der „Ausbeutung“ ärmerer Länder, denen die eigenen Fachkräfte quasi weggenommen werden. Deutschland vollzieht dieses Spiel übrigens vor allem mit seinen ärmeren europäischen Nachbarn.

Im Grunde genommen ist es so, dass es zwar seit Anbeginn der Menschheit Migration gab und diese immer wieder zu größeren gesellschaftlichen Verwerfungen führte, doch das heißt nicht, dass man sich hier als Staat nicht auch Gedanken machen sollte. Klar, die Zuwanderung von Fachkräften mag zwar aus der kurzfristigen ökonomischen Perspektive heraus für das eigene Land positiv sein, doch der Schaden der damit in anderen Ländern angerichtet wird, dürfte sich dann wie ein Rattenschwanz durch die Zukunft ziehen. Denn so schafft man nur die Armuts- und Wirtschaftsmigranten von Morgen. Gleichzeitig können die Industriestaaten mit der Aufnahme von Armuts- und Wirtschaftsmigranten den Entwicklungsländern auch nicht helfen – durch das enorme Bevölkerungswachstum dort wächst die Bevölkerung schneller nach als die wohlhabenderen Staaten überhaupt an Aufnahmekapazität hätten.

Nicht zu vergessen der kulturelle Aspekt: Klar, ein Staat wie Deutschland könnte theoretisch innerhalb zweier Jahrzehnte auch 20 Millionen Menschen aus dem Nahen Osten und aus Afrika aufnehmen – aber binnen weniger Generationen hätte man dort genau dieselben Verhältnisse wie jene, die in den Herkunftsländern dieser Migranten herrschen. Nur weil sie nun in einem anderen Land leben, ändern sie ihre Kultur und gesellschaftlichen Normen nicht. Man kann (sinnbildlich gesprochen) keine Kuh in einen Pferdestall stecken und dann darauf hoffen, dass sie die Pferde imitiert und versucht genauso zu leben.

5 KOMMENTARE

  1. Ich bin nach Südafrika gegangen, um Afrika kennen zu lernen ( in den 60igern).
    Ich bin nach England gegangen, um noch besser die dortige Sprache zuerlernen.
    Ich bin nach den Usa geganegn,um den größten Binnen-Markt der Welt ( in den 70igern) zu erobern.
    Ich habe mich anpassen und umorientieren müssen. Ich habe die Gewohnheiten und Usancen aufnehmen und perfektionieren müssen, um mein geld zu verdienen- und ich habe gelernt, dass es keien Weg gibt, ein free lunch zu bekommen und daß nobody was going to pay my bills!
    Es hat mir nicht geschadet- im Gegenteil: ich bin selbstbewußter, stärker und erfahrungsreicher geworden, kann mehrere Sichtweisen neutral beobachten und kann mich von meinen Heim-und Hauserfahrungen lösen , ohne dabei verloren zu gehen. Als perma- Ausländer habe ich viele Freunde gewonnen,mit denen ich auch heute nioch in Kontakt bin. Aber ich betsehe auf meinem Recht, eine schlechte Politik eine schlechte Politik schimopfen zu dürfen. Um Klartext zu bitten: das ist weder Fremdenfeindlichkeit, noch menschenverachtend, noch Rassismus.
    Distinktion und Differenzierung sind die Kenrelemente guter Beobachtung und Wahrnehmung- wer dies wegzaubern will durch politica correctnes hat von Sprache und Kommunikation NULL Ahnung.

  2. Schweden galt früher als beneidenswertes Utopia. Schweden war nicht nur
    ABBA, Bullerbü und Köttbullar. Es war ein vorbildliches Land weil es
    friedlich, wohlhabend und sorglos war. Viele Linke sahen in Schweden ein
    Vorbild, dem es nachzueifern galt. Schweden bietet großzügige Sozialleistungen. Ziel ist es u.a. dass die Herkunft oder das Einkommen nicht die berufliche Zukunft einschränken. Außerdem bietet Schweden eine Daseinsfürsorge für Staatsangehörige und Geduldete an. Auch bei der Kriminalität gibt es enttäuschende Ungleichgewichte. Die Hälfte aller Vergewaltigungen werden von Einwanderern begangen. Und auch wenn sozioökonomische Verhältnisse berücksichtigt werden sind Einwanderer aus Afrika und dem mittleren Osten dramatisch überrepräsentiert. Mittlerweile listet die schwedische Regierung sogenannte gefährdete Bereiche in denen die Kriminalität überdurchschnittlich hoch ist. Und auch wenn sozioökonomische Verhältnisse berücksichtigt werden sind Einwanderer aus Afrika und dem mittleren Osten auch hier dramatisch überrepräsentiert.

    • „Schweden galt früher als beneidenswertes Utopia.“

      Aber auch nur für Träumer und Utopisten auf der einen Seite. Denen gegenüber schönten die Reklamefritzen, sprich Volksverführer den Sozialismus zum 0 Tarif.
      Die Bilanz dessen liegt gerade vor.

  3. Es geht in EU nicht um Migration, es geht um Umsiedlung und Umvolkung.

    Und was Deutschland angeht , haben wir es zusätzlich mit einer Jahrzehnte andauernden Ausplünderung zu tun. Hierzulande wird von den Politeliten vor den Augen der Öffentlichkeit die Rolle des Export(vize)weltmeisters hervorgehoben, doch niemand wagt den Verbleib der jährlichen Außenhandelsüberschüsse von +/- 200 Milliarden anzufragen. Seit der Aufhebung der Golddeckung des Dollars 1971 verschwinden jährlich hohe Milliardensummen des deutschen Bruttosozialproduktes in den Taschen unserer alliierten Freunde und anderer Mitglieder der sog. westlichen Wertegemeinschaft. Selbst auf die bis 1971 erwirtschafteten und in Gold „angelegten “ Außenhandelsüberschüsse hat das nunmehr vereinte D. keinen Zugriff.

    Vor unseren Augen findet diese Ausplünderung statt und wir diskutieren über Asyl/Migrations/Flüchtlingsproblematik. D. hat fertig!

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