Österreich: Ein Grenzzaun zu Slowenien wird kommen

Angesichts des weiterhin ungebremsten Menschenstroms via Slowenien wird die Errichtung eines Grenzzauns zur Kontrolle immer wahrscheinlicher. Präsident Fischer: "Österreich ist an die Grenzen der Kapazitäten gestoßen".

Von Marco Maier

Der Rückstau bei den Flüchtlingen und Armutsmigranten die in Richtung Deutschland strömen, macht sich in Österreich deutlich bemerkbar. Es kommen weitaus mehr Menschen ins Land als Deutschland über die Grenze lässt, so dass die Zahl der zu betreuuenden Personen immer weiter wächst. Doch die Alpenrepublik, die in den letzten Jahren infolge der regulären EU-Binnenmigration einen starken Bevölkerungszuwachs verzeichnete, besitzt keine ausreichenden Aufnahmekapazitäten mehr.

Bei einem Besuch in Pristina sagte Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ), dass Österreich ein Land sei, welches "viel Geschichte hat mit Flüchtlingen". Momentan jedoch sei "es aber eine Quantität, die wir noch nie gehabt haben". Seiner Ansicht nach wäre Österreich "an die Grenzen der Kapazitäten gestoßen". Allein die tausenden Menschen, die durch Österreich nach Deutschland marschierten, "schaffen große organisatorische und logistische Probleme", so Fischer weiter. Man bemühe sich die Lage zu verbessern, um "unangenehme Zwischenfälle" zu vermeiden.

Der Vorstoß von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), einen Zaun an der Grenze zu Slowenien aufzubauen um den Flüchtlingsstrom zu organisieren und regulieren, stößt auch bei Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auf offene Ohren. Allerdings gehe es hierbei nicht um eine Abschottung des Landes, sondern um eine rein technische Maßnahme: "Ein Zaun hat auch ein Tor", so Mikl-Leitner. "Weder Slowenien noch Österreich schicken die Menschen nach Deutschland", hielt sie fest. "Fakt ist, dass die Menschen nach Deutschland marschieren, weil sie sich eingeladen fühlen."

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Dass dieser Grenzzaun einen Rückstau auf dem Balkan verursachen wird, weiß man auch in Wien. Allerdings verweist man in Wien auch auf den schon vorhandenen Rückstau, der sich durch die Aufnahmegrenze Deutschlands in Österreich ergibt. Schlussendlich gilt nämlich auch in der EU das Motto "Jeder ist sich selbst der Nächste" – und so lange sich die anderen EU-Staaten nicht an einer Aufteilung der Flüchtlinge beteiligen, werden die Grenzen wohl schrittweise immer dichter. Damit wird sich die ganze Menschenmenge wohl vorrangig auf die Balkanstaaten verteilen, so lange es an den EU-Außengrenzen nicht zu einer kontrollierten Flüchtlingsabfertigung kommt, wo über das weitere Vorgehen (Aufnahme oder Abweisung) entschieden wird.

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3 Kommentare

  1. Was sind das alles nur für unpraktisch denkende Menschen. Dann hat ja innerhalb weniger Tage Slowenien mehr Flüchtlinge als Einwohner.
    Damit schützt das zweite Land – nach Ungarn – seine Landesgrenze und drückt aus, dass es der Rest nicht interessiert. Wenn es nicht so lächerlich wäre würde ich jetzt Reden zitieren. Von Politikern, von Abgeordneten des EU-Parlamentes und wer da sonst noch alles kluggeschissen hat.
    Gilt jetzt eigentlich das Abkommen von Schengen noch? Wenn nicht, ist dann alles andere auch ausgesetzt?

    1. @Thomas Roth

      Das nennt sich bei unserer Politik "situationselastische Meinungsumkehr" ^^^^

      War da nicht irgendwas mit der Erinnerung "an die schwärzeste Zeit des 20 Jahrhunderts" ?! Wenn ich mich recht entsinne, war das irgendso ein Taxler der da irgendwo Bundeskanzler ist und aufs beschämenste seine Nachbarn beleidigt hat.

      Tipp von mir, falls ein Politiker mitliest: "schafft dieses EU-Kunstprodukt sang und klanglos ab", denn ihr habt bereits jedes von euch selbst verfasste Gesetz gebrochen, alle Grundwerte des Gedankens eines vereinten Europa mit Füßen getreten und mehr Unfrieden in Europa geschaffen, als es selbst die schlimmsten Diktatoren nicht geschafft haben.

  2. Die Politiker und die sich so nennen, dürften bereits alle in Pension sein, denn wo sind denn die Reaktionen auf das, was sich bei uns abspielt ? Es gibt eine Menschenrechtskonvention, es gibt UN-Vorschriften für Flüchtlinge, aber es gibt keine Parlamente oder Politiker mehr, die die Gesetze, Vorschriften und Verfassungen verstehen und danach handeln. Vor noch nicht allzu langer Zeit wäre es unmöglich gewesen, als Einzelperson, Grenzen zu überschreiten, heute finden Invasionen statt, wo sich die Politik damit zufrieden gibt, dass Rotes Kreuz, Caritas u,a. Daten von Menschen aufnehmen, die nicht einmal Papiere haben. Glauben die den Flüchtlingen jeden Scheiß ? Und was ist mit den Flüchtlingen, die über die grüne Grenze kommen ? Wann werden denn die aufgerufen, sich ordnungsgemäß beim nächsten Gemeindeamt zu melden ?
    V. Orbán als Rechtsradikalen hinzustellen, weil er sein Land und seine Leute vor den Invasionen schützt, ist der Beweis dafür, dass (noch)unsere Blödmänner den Auftrag der USraeli ausführen, Europa zu zerstören. Beweise dafür gibt es schon zu Hauf. Und das Beste, auch Österreich wird einen Zaun errichten, nicht nur Ungarn, aber der große Unterschied, zu den bösen Ungarn ist, dass unser Zaun Tore haben wird. Haben die Ungarn bei den Grenzübergängen auf die Tore vergessen ?
    Wie sagte Minister Molterer ? Es reicht ! Das war ein Politiker mit Weitblick. Solche haben wir keine mehr.

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