Explosion in Jemen. Bild: Youtube

Meldungen aus dem Jemen zufolge sollen bereits über 1.000 IS-Kämpfer in Aden angekommen sein um gegen die Houthi-Milizen zu kämpfen. Die Saudis und deren Verbündeten arbeiten offenbar an einem innerislamischen Religionskrieg.

Von Marco Maier

Gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Sputnik sagte eine jemenitische Quelle, dass die Bemühungen der Saudis, Katarer und anderer sunnitisch dominierter Staaten zur Bekämpfung der schiitischen Houthi-Milizen offenbar darin münden, dass nun auch größere Kontingente an IS-Kämpfern in das vom Bürgerkrieg und der militärischen Einmischung der arabischen Nachbarstaaten gepeinigten Land gebracht werden. Dass dies gar nicht so abwegig ist wie es klingt, zeigt sich in den ganzen Finanzierungsstrukturen des "Islamischen Staates". Auch die Lieferung von Waffen durch die Saudis (die dann im Gegenzug Drogen erhalten, wie die Festnahme des Saudi-Prinzen im Libanon zeigt) ist mehrfach belegt worden.

"Hunderte von bewaffneten Milizionären die aus anderen jemenitischen Provinzen und aus dem Ausland kamen, starteten ihr Training im Salah al-Din Camp in Aden", so die jemenitische Quelle. Die genaue Zahl dieser Kämpfer sei zwar nicht bekannt, allerdings soll es sich um etwa 1.500 bis 2.000 Personen handeln. "Unter größter Geheimhaltung und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen" seien demnach einige Flugzeuge mit hunderten Milizionären auf dem Flughafen der Hafenstadt gelandet. Erst am Dienstag sagte der Sprecher der syrischen Armee, Brigadegeneral Ali Mayhoub, dass ausländische Flugzeuge – zwei aus der Türkei und je eines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Katar – etwa 500 IS-Kämpfer von Syrien aus in den Jemen transportiert hätten.

Demnach würden die Islamisten vor den russischen Luftangriffen in Sicherheit gebracht um nun im Jemen den saudischen Stellvertreterkrieg gegen den Iran – welcher die Houthi unterstützt – zu führen. Indessen kämpfen die Houthi gemeinsam mit Einheiten der jemenitischen Armee gegen die Saudis, die ihren Marionettenpräsidenten Abd Rabbuh Mansour Hadi, der ins Exil geflohen ist, wieder im Amt zu installieren.

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Wie die iranische Agentur PressTV berichtet, sollen die Saudis für den Tod von mindestens 7.000 Menschen verantwortlich sein und etwa 14.000 weitere Personen bei ihren Angriffen verwundet haben. Dabei schrecken die Saudis (wie auch die Katarer und andere Verbündete) nicht davor zurück, zivile Ziele wie Hochzeitsfeiern und Krankenhäuser gezielt zu bombardieren um so die Opferzahlen möglichst in die Höhe zu treiben. Die IS-Kämpfer sind da ebensowenig zimperlich. Ziel der wahhabitischen Führung Saudi-Arabiens ist es scheinbar, einen innerislamischen Religionskrieg zu entfachen um so den schiitischen Erzfeind Iran mittels der vereinten sunnitischen Kräfte zu besiegen.

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1 KOMMENTAR

  1. Verständlich, sie bringen ihr Humankapital auf Seite. Wobei Ausbildung… was will man denn diesen Infanteristen beibringen? Das sieht eher nach stand by, nach Erholung aus.

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