Remdesivir – unnütz gegen Covid-19?

Ungeachtet des aktuellen Hypes um das Medikament Remdesivir von Gilead scheint es, als ob dieses relativ unwirksam gegen Covid-19 ist.

Via Xundheit

Remdesivir von Gilead Sciences wurde als unsere beste Hoffnung bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie angekündigt. Leider scheint das antivirale Medikament Patienten mit Covid-19, der durch Sars-CoV-2 verursachten Krankheit, nicht viel zu helfen. Und während der clevere Rollout des Unternehmens bei Investoren, Politikern und der Öffentlichkeit für Aufregung gesorgt hat, ist eine Kombination von Generika, die bei der Bekämpfung des Coronavirus wirksamer zu sein scheint, unbeachtet geblieben.

Die Verzweiflung über das begrenzte Angebot an Remdesivir ist so groß, dass Virginia eine Lotterie veranstalten wird, um festzustellen, welcher der fast 1.500 schwerkranken Patienten im Bundesstaat in der Lage sein wird, die mehreren hundert gespendeten Dosen des Arzneimittels zu erhalten. In Minnesota haben Staatsbeamte einen Aktionsplan ausgearbeitet, um ihre Versorgung mit der Covid-19-Behandlung zuzuteilen, der die Benennung von „Triage Officers“ vorsieht, die nach dem Zufallsprinzip unter gleichberechtigten Patienten auswählen. Und in Alabama bestimmen Ärzte einer vom Gouverneur eingesetzten Coronavirus-Task Force, welche Patienten Remdesivir erhalten.

Einige Krankenhäuser erhalten dort nur eine einzige Behandlung. Der staatliche Gesundheitsbeauftragte von Alabama, Dr. Scott Harris, dankte kürzlich Gilead, dem Arzneimittelhersteller, der der Bundesregierun, rund 940.000 Durchstechflaschen des Arzneimittels gespendet hat, die von den staatlichen Gesundheitsämtern verteilt werden. „Obwohl das Gesamtangebot an Remdesivir begrenzt ist, sind wir dankbar, dass hospitalisierte Covid-19-Patienten mit schwerer Krankheit in Alabama dieses potenziell lebensrettende Medikament erhalten können“, sagte Harris.

Inmitten dieser Gefühle der Knappheit und Verschuldung setzt Gilead den Preis für seine antivirale Medizin fest. Das Unternehmen, das bereits den Vertrieb von Remdesivir in 127 Ländern arrangiert hat, wird voraussichtlich bereits im Juni mit dem kommerziellen Verkauf beginnen. Und während eine 10-tägige Behandlung mit dem Arzneimittel, das als potenzielle Ebola-Behandlung mit einer Finanzierung der US-Regierung von mindestens 79 Millionen US-Dollar entwickelt wurde, nach einer Schätzung des Institute for Clinical and Economic Review nur etwa 10 US-Dollar kostet, wird sich der Marktpreis voraussichtlich das Hundertfache dieses Betrags belaufen.

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Dennoch ist das Ausstechen von Preisen nicht das, was viele Wissenschaftler über Remdesivir verärgert haben. Es ist die Tatsache, dass das Coronavirus-Medikament, das die Hoffnungen geweckt und den Aktienkurs von Gilead (und laut einigen Analysten den gesamten Aktienmarkt) in die Höhe getrieben hat, für Coronavirus-Patienten nicht viel zu tun scheint.

„Remdesivir wirkt, soweit ich das beurteilen kann, überhaupt nicht oder hat nur eine geringe Wirkung“, sagte William Haseltine, ein Wissenschaftler, der jahrzehntelang Viren untersucht und die Reaktion der US-Regierung auf die HIV/AIDS-Epidemie geleitet hat.

„Es ist vergleichbar mit Tamiflu und vielleicht nicht einmal so gut“, fügte Haseltine hinzu und bezog sich auf ein anderes antivirales Medikament, das seit 20 Jahren verschreibungspflichtig ist und voraussichtlich in den kommenden Monaten rezeptfrei verkauft wird.

Haseltine, der die Abteilungen für biochemische Pharmakologie und humane Retrovirologie an der School of Public Health der Harvard University gründete, wies darauf hin, dass Gilead keine Daten veröffentlicht hat, die die Wirkung von Remdesivir auf die Viruslast bei Menschen mit Covid-19 belegen. Die einzige verfügbare Information darüber, wie das Medikament die Menge des Coronavirus bei Patienten beeinflusst, ist eine chinesische Studie, die in The Lancet veröffentlicht wurde. Diese zeigte, dass das Medikament die Viruslast nicht senkte.

„Deshalb nenne ich es das Fuzzy-Wuzzy-Medikament“, sagte Haseltine. „Als die Chinesen versuchten, die antivirale Wirkung zu finden, war sie nicht da.“

Stattdessen basiert die Aufregung über Remdesivir größtenteils auf einer vom Nationalen Institut für Allergie und Infektionskrankheiten gesponserten Studie, die zeigte, dass sich Menschen, die das Medikament einnahmen, schneller erholten als diejenigen, die es nicht einnahmen: durchschnittlich 11 Tage im Vergleich zu 15 Tagen ein Placebo nehmen.

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Ein Artikel, der am 22. Mai im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, zeigte eine leichte Verbesserung bei Krankenhauspatienten, die Remdesivir einnahmen, obwohl das Medikament für die kranksten Patienten, die Sauerstoff über Beatmungsgeräte erhalten mussten oder andere Mittel, keine Hilfe zu sein schien. Das Medikament verbesserte auch nicht signifikant die Überlebenschance eines dieser Patienten auf Covid-19.

Da fragt man sich schon, warum man Covid-19-Patienten unbedingt mit einem völlig überteuerten Medikament wie Remdesivir behandeln will, welches zudem noch kaum eine therapeutische Wirkung zu haben scheint. Vor allem dann, wenn es derzeit im Verdacht steht, Nieren und Leber zu schädigen.

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