"Made in Germany"

Lange Zeit stand „Made in Germany“ für eine hohe Produktqualität. Das scheint sich inzwischen zu ändern. Der Standort Deutschland ist in Gefahr.

Von Marco Maier

Der Ruf qualitativ hochwertige Produkte zu erwerben sorgte in den letzten Jahrzehnten dafür, dass das Label „Made in Germany“ äußerst beliebt war. Viele Unternehmen beließen die Produktion trotz hoher Kosten in Deutschland, weil die höheren Preise durch das globale Image gerechtfertigt werden konnten. Doch das scheint sich zu ändern.

Laut dem „Trust Barometer“ der US-amerikanischen Kommunikationsagentur Edelman stürzte das Vertrauen der entwickelten Volkswirtschaften in deutsche Unternehmen innerhalb von wenig mehr als zwölf Monaten um 15 Prozentpunkte auf 44 Prozent ab. Das berichtet die „Welt am Sonntag“. Nie zuvor seit Beginn der regelmäßigen Messungen habe es einen derartigen Vertrauensverfall gegeben, hieß es.

Der Negativtrend verschont keine wichtige Branche. Automobilherstellern bescheinigt die Studie ebenso einen Vertrauensverlust wie der Chemie- und Pharma-Industrie, Technologiefirmen und Banken. „Der kumulative Effekt der Skandale beginnt, Folgen zu zeigen“, heißt es in der Auswertung. Besonders drastisch sei der Ansehensverlust in den USA. Viele potenzielle Kunden kauften konkret weniger deutsche Produkte.

Ursache des Vertrauensverlustes im Ausland seien Skandale in Serie wie der Dieselskandal und Bank-Affären, aber auch eine generell als intransparent, wenig bürgerschaftlich und korruptionsanfällig wahrgenommene Unternehmenskultur. Was man öffentlich nicht mitteilt: gerade die Amerikaner sehen auch im Zustrom unqualifizierter Arbeitskräfte aus dem Nahen Osten und aus Afrika ein Qualitätsproblem.

Loading...

Wie mich ein mir persönlich bekannter Amerikaner einmal fragte: „Wie soll Deutschland noch Qualitätsprodukte herstellen, wenn immer mehr Araber und Afrikaner dort arbeiten?“ In den Staaten traut man den Zuwanderern nicht zu, die deutschen Qualitätsstandards einhalten zu können.

Als vergleichsweise stabil erwies sich das Image Deutschlands in den Schwellenländern, vor allem in China. Dies liegt aber auch vor allem daran, dass das Vertrauen in die Qualität der einheimischen Produkte dort nicht so stark ist und der Ruf der deutschen Industrie in diesen Ländern weiterhin positiv besetzt ist. Allerdings machen sich die Chinesen auch schon über die deutsche Ingenieurskunst lustig, weil man den neuen Pekinger Hauptstadtflughafen innerhalb kürzester Zeit fertigstellen konnte, während die Deutschen beim BER mit Pfusch am Bau, Qualitätsmängeln und anderen Problemen zu kämpfen haben.

Für ein exportorientiertes Land wie Deutschland ist ein solcher Rufverlust dramatisch. Über kurz oder lang kann dies den Industriestandort in Gefahr bringen, zumal andere Teuerungsfaktoren – wie beispielsweise die verpfuschte industriefeindliche Energiewende – schon für Probleme sorgen. Deutschland schafft sich ab – auch wirtschaftlich.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

5 KOMMENTARE

  1. Der Verfall des Qualitätsbewusstseins hat nichts mit der Zuwanderung zu tun – im Gegenteil. Meine Beobachtung ist, dass diese Menschen einen besonderen Ehrgeiz für eine ordnungsgemäße Leistung haben, weil gerade sie dem Nachweisdruck verspüren.
    Als persönliches Beispiel hat ein Betrieb, dessen Meister sogar der Chef der Innung ist, eine grottenschlechte Arbeit abgeliefert. Die Einsicht über die mangelhafte Arbeit lag weit im negativen Bereich – dafür war die Rechnung stark überteuert.
    Es geht nur noch um den schnellen Profit, und das trifft man überall auf Hochglanzniveau.

  2. Ich habe seit ca. zwei Jahren einige Gegenstände im Haushalt und rund um meinen Computerarbeitsplatz erneuert. Es waren Markenprodukte, bzw. Erzeugnisse bekannter Firmen.
    Die alten Produkte hielten bis heute, waren „durchkonstruiert“ und sauber verarbeitet. Sie wiesen aber nach 20 Jahren und länger Gebrauchsspuren auf.

    Kurz und knapp, die neuen Produkte sind Nachfolgemodelle der vorhandenen. Die Preise sind exorbitant gestiegen, viele kleine „Nützlichkeiten“ der Vorgängermodelle fehlen. Es wurden Änderungen vorgenommen, die die Nutzungsbreite und wahrscheinlich auch die Nutzungsdauer einschränken, die Materialien wurden sichtbar „dünner“ und die Verarbeitung unsauber.

    Es ist also eine durchgehende Kette vom Entwurf/Design über die Produktion bis hin zur Gütekontrolle, die sich zurückentwickelt hat.

    Damit drücken die Produzenten auch ihre Meinung über den Kunden aus.

    Bei vergleichbaren direkten chinesische Produkten hätte ich etwa nur 1/3 bezahlt und die Verarbeitung wäre bestimmt auch nicht schlechter gewesen und manche chinesischen Produkte weisen kleine „Pfiffigkeiten“ auf, die ich bei deutschen Erzeugnissen schon lange vermisse.

    Das betraf nur meinen kleinen Haushalt, warum sollte es in der“großen“ Wirtschaft anders sein?

  3. In manchen Dingen sind wir besser geworden, in anderen schlechter und unser Alleinstellungsmerkmal wurde angekratzt weil uns die innere Einstellung zur Arbeit fehlt. Die anderen sind besser geworden, teils auch noch unter unserer Anleitung und so wird der qualitative Unterschied immer geringer und man sieht es daran, daß die Nobelpreisträger aus Deutschland immer weniger werden und die maßgeblichen Patentanmeldungen nicht mehr ihren Schwerpunkt hier im Lande haben. Die geistigen Errungenschaften werden nicht mehr verteidigt und ausgebaut und wir unser Dasein als Hobby betrachten, während die anderen es als Kampf um die Vorherrschaft sehen. Zu guter letzt auch noch die Einfältigkeit der sogenannten regierenden Elite, die in ihrer Unkenntnis von vielerlei Interessensgruppen hin und her geschüttelt werden und uns ihre Entscheidungen als das non plus Ultra verkaufen wollen und es soll ja auch noch welche geben die daran glauben und das ist der größte Fehler und beschleunigt unseren Untergang.

    • „Die anderen sind besser geworden, teils auch noch unter unserer Anleitung “
      Dieser Umstand zeigt gerade auf, wie vieles um Made in Germany nicht mehr verteidigt, ausgebaut oder verbessert wird.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here