Russlands Plan die iranischen Kräfte mindestens 100 Kilometer vom Golan entfernt zu halten, stößt in Israel auf Ablehnung. Jerusalem fordert den kompletten Abzug aus Syrien.

Von Marco Maier

Moskau hat versucht, für Syrien eine Kompromisslösung zu finden, welche die Israelis davon abhält, Ziele im Nachbarland zu bombardieren und gleichzeitig die Terroristenbekämpfung auf hohem Niveau zulässt. Das Angebot: Russland versucht, die Iraner mindestens 100 Kilometer vom Golan fernzuhalten, damit diese nicht auf die Idee kommen, dort Ziele anzugreifen, dafür stoppen die Israelis ihre Luftangriffe. Doch Premierminister Benjamin Netanyahu hält davon gar nichts.

Einem Bericht zufolge teilte ein israelischer Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass der Premierminister gegenüber dem russischen Außenminister, Segej Lawrow, bei einem Besuch einer russischen Delegation in Israel sagte, "wir werden es den Iranern nicht erlauben, sich selbst hundert Kilometer von der Grenze zu etablieren."

Die Karten unten zeigen, wo sich Berichten zufolge derzeit iranische (bzw. vom Iran unterstützte) Einheiten befinden. Dies würde einen ordentlichen Rückzug dieser Einheiten bedeuten.

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Israel verlangt laut "Axios" folgendes:

  • Der Iran muss alle Raketen und Waffen mit großer Reichweite aus Syrien abziehen.
  • Der Iran muss die Produktion von Präzisionsmunition in Syrien stoppen.
  • Der Iran muss seine Luftverteidigungssysteme aus dem Iran abziehen.
  • Die Grenzübergänge zwischen Syrien und dem Libanon müssen überwacht werden, um den Waffenschmuggel der Hisbollah zu beenden.
  • Die Grenzübergänge zwischen Syrien und dem Irak müssen kontrolliert werden, um eine Infiltration von schiitischen Milizen in Syrien zu verhindern.

Die Fronten bleiben also weiterhin verhärtet und es wird wohl weiterhin Luftangriffe der Israelis auf syrisches Territorium geben. Das ist etwas, was sehr sicher ist.

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2 thoughts on “Syrien: Israel lehnt russischen Plan ab”

  1. Ganz schön hohe Ansprüche, welche Israel da stellt. Dies um so mehr, da man zuvor selbst – wieder mal völkerrechtswidrig – direkt und indirekt,  den Nachbarn Syrien angriff. Und über Jahrzehnte einen Ausgleich mit Syrien abgelehnt hat, sowie alte UN-Resolutionen negierte. Somit trägt die israelische Regierung für die aktuelle Lage selbst Verantwortung, Netanjahu hat sich verspekuliert und pokert jetzt  noch recht hoch. Wie lange das noch gutgeht? Russische Garantien, also weit unterhalb der israelischen Forderungen könnten ein Ausweg sein…. Andererseits, zänkische Kleinstaaten, das Völkerrecht missachtend und ohne Willen zu akzeptabler Nachbarschaft, nur mit dem großen Bruder und der Bombe als Drohkulisse, ob das ewig trägt?! Und wie weit reicht der Langmut von Jave….

     

  2. Das ist doch ein israelischer Fake, der nicht zum ersten Mal angewendet wird. Russland würde dem doch nie zustimmen, den Wachhund für die Iraner zu machen.

    Das dient nur der Propaganda und soll die Russen schlecht dastehen lassen.

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