China und Saudi-Arabien verbessern ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Ein Schachzug Pekings gegen den Petrodollar und zur Stärkung des Yuan?

Von Marco Maier

Die politische Führung in Peking gilt als pragmatisch und mischt sich prizipiell nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staate ein. Ebenso spielt die außenpolitische Ausrichtung anderer Länder prinzipiell keine große Rolle, so lange diese nicht eine Bedrohung für die Sicherheitsinteressen des Reichs der Mitte darstellen. Berücksichtigt man dies, desto verständlicher wird auch der Ausbau der Beziehungen des Landes mit Saudi-Arabien.

Denn die wahhabitische Golfmonarchie setzte mit ihrem Abkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika erst den Grundstein für den Petrodollar, da die Saudis die anderen ölproduzierenden Staaten der OPEC dazu bringen konnten, das Schwarze Gold in US-Dollar zu handeln. Nun könnte sich das Blatt aber wenden.

Haben China und Russland beispielsweise schon damit begonnen, den bilateralen Handel sukzessive in Yuan und Rubel abzuwickeln und den Dollar fallen zu lassen, könnte dies auch bald schon beim Handel der Chinesen mit Saudi-Arabien der Fall sein. Der Abschluss von Geschäften in Höhe von 65 Milliarden Dollar beim Besuch König Salmans in Peking war hierbei ein Anfang.

Inzwischen sehen Beobachter eine wachsende Möglichkeit, dass die beiden Staaten ihre Geschäfte künftig in Yuan abwickeln werden und längerfristig sogar eine Abkehr von Petrodollar stattfindet. Stattdessen könnte sich die chinesische Währung als Handelswährung für das Erdöl etablieren. Nach dem umgerechnet 400 Milliarden Dollar umfassenden Pipeline-Deal der Chinesen mit Russland, der das Ganze samt den Folgegeschäften in Yuan abwickeln lässt, könnte Peking einen ähnlichen Deal mit den Saudis abschließen.

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Für den US-Dollar als internationale Leitwährung wäre dies ein herber Schlag, während der chinesische Yuan dadurch eine enorme Aufwertung als globale Reservewährung erhält. Ebenso ist es denkbar, dass das Gold einen wichtigeren Status als Handelswährung bekommt, zumal sowohl China und Russland einige Schritte dahin unternehmen.

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3 KOMMENTARE

  1. Die Ent-Dollarisierung schreitet unaufhaltsam voran. Sie wird der USrael-Oberclique den Rest geben. Deren Baustellen sind so vielzählig, deren Schuldenlast immer unerträglicher, deren Gläubiger werden immer mächtiger, deren technisches Know-how immer stumpfer – dafür haben wichtige Schwellenländer – China, Indien, afrikanische Staaten ziehen nach – immer mehr Technik-Wissen sich angeeignet und entwickeln das weiter, während die Westler von unten nach oben langsam verdummen, so dass eine Produktionausweitung auch von dieser Sicht her gar nicht mehr ohne weiteres möglich ist. Für eine gute nachhaltige Produktion mit Wertschöpfung, die im eigenen Land bleibt, braucht es gut ausgebildete Leute. Die aber haben heute Mühe, im Westen in der Produktion unter zu kommen, die ist ja mehrheitlich ins asiatische Ausland ausgelagert worden.

    Wer also die nächste katastrophale Finanzkrise gut überstehen will, deckt sich weder mit Gold noch mit Silber ein, sondern mit Rubel, Renminbi und Rupie. Die Zukunft liegt im Osten des Globus.

    • Was denken Sie eigentlich wo die gesamten US Goldvorräte hin sind? Und erst das Deutsche Gold, das Ukrainische, das Irakische und das Libysche? In Fort Hoax? Lach!

  2. " Die politische Führung in Peking gilt als pragmatisch und mischt sich prizipiell nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staate (sic!) ein. "

     

    Also außer in Tibet, Taiwan, Indien, Nordkorea, Vietnam, den Philippinen, Malaysia,…

     

     

    " Haben China und Russland beispielsweise schon damit begonnen, den bilateralen Handel sukzessive in Yuan und Rubel abzuwickeln und den Dollar fallen zu lassen "

    Wenn China nicht mehr in USD handeln will, müsste China den CNY nur freigeben. Der Handel in einer Drittwährung oder der Abschluss spezieller Handelsabkommen sind ja nur nötig, weil der CNY nicht frei konvertierbar ist.

     

    " Für den US-Dollar als internationale Leitwährung wäre dies ein herber Schlag, "

    Das wird seit wieviel Jahren prophezeiht? Tatsächlich wäre ein schwächerer USD ja prima für die US-Wirtschaft, aber offenkundig ist in den letzten Jahren das Gegenteil eingetreten. Der USD hat gegenüber praktisch allen Währungen weltweit massiv aufgewertet – und das trotz der Aufnahme des CNY in den IWF-Währungskorb, der doch angeblich das Ende des USD einläuten sollte….

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