FN-Chefin Marine le Pen. Bild: Flickr / theglobalpanorama CC-BY-SA 2.0

Egal ob nun in Europa oder in den Vereinigten Staaten: Die Veränderungen in den politischen Landschaften beiderseits des Atlantiks werden immer deutlicher. Die Unzufriedenen und die Verlierer des Systems schlagen zurück.

Von Marco Maier

Nachdem das herrschende Establishment immer wieder zuschlug, schlägt nun das Anti-Establishment zurück. Die Masse der Unzufriedenen und jener, die als Verlierer des aktuellen Systems gelten, verabschieden sich nicht mehr in der Lethargie der Nichtwählerschaft, nein, sie stimmen zunehmend für jene Politiker und Parteien, die sich entweder klar gegen das Establishment positionieren – oder als "Stachel im Fleisch des Systems" wahrgenommen werden.

Was im Mainstream gerne als negativistisch dargestellt wird (Anti-Amerikaner, Einwanderungsgegner, Antikapitalisten usw.), um diese Menschen zu desavouieren, ist mit einer einfachen Schwarz-Weiß-Malerei nicht zu erklären. Man kann z.B. ein Gegner der NATO-Aggressionspolitik in Osteuropa sein und trotzdem auch einem deutsch-russischen Bündnis kritisch gegenüberstehen, dafür jedoch eine neutrale und auf die Interessen der eigenen Nation bezogene Außenpolitik des Ausgleichs gegenüber Ost und West wollen. Ein Gegner der unkontrollierten Massenzuwanderung kann sowohl eine reglementierte und kontrollierte Zuwanderung wollen, aber auch einen kompletten Zuwanderungsstopp samt sukzessiver Ausweisung von im Land lebenden Ausländern einfordern. Diese Beispiele zeigen, dass es durchaus viele Grautöne gibt.

Doch das, was die Wähler von Donald Trump, Gary Johnson und Jill Stein in den USA vereint, ist ihre Ablehnung gegen das Establishment von Republikanern und Demokraten, welches sich lediglich um die Interessen von Konzernen und Finanzoligarchie kümmern, nicht jedoch um jene der einfachen Menschen oder jener, die Dank der Spekulationsexzesse der Banken im Zuge der Immobilienkrise Haus und Hof verloren hatten, oder um jene, die Dank der Freihandelsabkommen ihren gutbezahlten Job in der Industrie verloren und dafür jetzt zum Mindestlohn bei McDonald's schuften müssen und keine Ahnung haben, wie sie so über die Runden kommen sollen.

Auch in Europa zeigt sich dieses Bild: Gerade jene Parteien, die sich als ernsthafte oppositionelle Kraft zu den dominierenden Parteienkartellen darzustellen wissen, profitieren von den aktuellen Problemen der Schulden-, Euro-, Wirtschafts-, Finanz- und Migrationskrise. Je nachdem, welche Krise als schlimmer empfunden wird, stärkt dies entweder die Parteien rechts oder links des Parteienkartells. In Portugal, Spanien, Griechenland und Italien beispielsweise sind es vor allem die linken Parteien, die an Zustimmung gewinnen. In Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden beispielsweise eher die rechten Parteien.

Loading...

Wer behauptet, die Wähler dieser Politiker und Parteien seien nur "gegen" und nicht "für" etwas, der irrt jedoch gewaltig. Klar, die meisten dieser Wähler sind vom Establishment enttäuscht und wollen eine strukturelle Veränderung, doch dies ist angesichts der verkrusteten politischen Strukturen auch nachvollziehbar. Das Anti-Establishment schlägt zurück – und das ist auch gut so.

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit ein ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

13 KOMMENTARE

    • Aversion macht manchmal blind, nich wahr?

      Bring die Pfründen der "Eliten" in Gefahr, und sie fangen an zu zittern.

      Das ist das einzige, worauf sie noch reagieren : Dienstwagen- Sekretärinnen- und Bedeutungsverlust.

      Mithin : Zeigt ihnen, wo Barthel den Most holt, wählt sie nicht auch noch.

      Und jetzt geh wieder Flaschen abfüllen.

      Aber erst, nachdem du dir deine Unterwäsche wieder richtig herum angezogen hast.

  1. In Deutschland schlägt nichts zurück! Und keine Partei wird gegen den eingeleiteten Untergang auch nur  einen Zentimeter verändern. Parteien sind Opium fürs Volk und Zeitgewinn für Amagedon. Und  um einen Bahnhof zu stürmen zu wollen, kaufen die Deutschen bekanntlich vorher noch eine Bahnsteigkarte.

    • Wenn nicht die Masse der Menschen um ihr Leben wird arbeiten müssen …

      InterNationalsozialismus als (gewollte) Folge eines Finanzcrashes.

  2. "Die Masse der Unzufriedenen und jener, die als Verlierer des aktuellen Systems gelten"

    Dieser Satz beinhaltet die Botschaft des Neoliberalismus : Selber Schuld.

    Der Westen ist ganz Neoliberalismus – Blockparteien des Neoliberalismus – das Soziale ist auf die Durchsetzung der Globalisierung reduziert – Das Soziale existiert nur als Mittel der Verführung und der Macht.

  3. Die dumpfe Masse der Wähler und plötzlich an's Ruder gekommene Aktivisten werden gar nichts bewegen. Es sind die Eliten, die entscheiden.

    Ohne bereitstehende alte Eliten wäre auch ein Pinochet erfolglos gewesen.

  4. Anti, also dagegen hat meistens Ursachen und wird in der Regel durch den Akteur selbst gespeist, auch wenn er dann anschließend versucht die Schuld von sich zu weisen, indem er mit fadenscheinigen Argumenten der Gegenseite Dinge unterstellt, die im Prinzip nur die Fortsetzung der Tiraden sind, weshalb sich die Gegner auflehnen. Wer so dumm daherschwätzt hat intelektuell garnicht soviel drauf wie er vorgibt, aber umsomehr Energie, sich zu Lasten anderer zu bereichern und anschließend spricht er von den zu kurz gekommenen, welch ein nachträglicher Hohn. Im Westen geboren, habe ich auch ein paar Jahre an unsere westlichen Befreier geglaubt, bis ich dann merkte, welche Ziele die verfolgen. Deshalb habe ich großes Verständnis für alle, die der Gerechtigkeit wegen viele Dinge kritisieren und das ist legitim und eine Frage des Geistes und hat nichts mit Zukurzgekommen oder mit anderen negativ belegten Argumenten der Verursacher zu tun. Mit solchen Worthülsen will man nur die Gegenseite schlecht machen und das ist Stiel -und Würdelos und triftt den Nagel auch in vielen Fällen nicht auf den Kopf, denn ich bin nicht arm, war auch durch meine berufliche Tätigkeit nicht geistig und gesellschaftlich unterprivilegiert und bin eigentlich das Gegenteil dessen, was die meinen. Diese Lumpereien welche von den etablierten Parteien abgesondert werden, beweisen nicht, daß sie intelligente und souveräne Menschen sind, nein, die sind genau das, was sie anderen unterstellen. In allen Schichten der Bevölkerung gibt es solche und solche und kein Mensch hat das Recht andere zu beleidigen, nur weil sie anders denken und fühlen. Wenn es ware Demokraten wären, dann müßten sie das eigentlich wissen und sich danach verhalten, denn jeder Mensch ist für sein Tun selbst verantwortlich, eine Sippenhaft für einzelne Organisationen gibt es nicht und wenn ich mir die Gegenseite so ansehe, dann kann ich auch nicht immer bestätigen, daß die nur mit der Intelligenzia durchdrungen sind.

  5. Naja in den Sumpf wurden schon ein paar Brücken gebaut und ich denke so langsam aber sicher wachen immer mehr Bürger auf. Es ist eine Frage der Zeit wenn man jahrzehnte lang eingelullt wird geht das aufwachen nicht von heut auf morgen. jedenfals bewegt sich was.

    • Fleisigen-Helfershelfer errichten Luftschlösser am Horizontgürtel der Aufgehenden-Sonnenuntergang im Land der Axialerde durch Münzberittenen Orakeln blauägigen Farcen nicht ausgehen in der Quelle der versunkenen Mittelerde  gepflastertert aus Bionismen aus der Evolution der Raumzeitkontinium..

  6. In Portugal, Spanien, Griechenland und Italien beispielsweise sind es vor allem die linken Parteien, die an Zustimmung gewinnen. In Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden beispielsweise eher die rechten Parteien.

    ————–

    Wer seine Stimme den ähäm…Linken gibt, hat schon verloren. Denn das sind ja alles keine okonomisch 'linke' Parteien, sondern pseudo-linke Parteien a la Fabian-Society, also Kulturmarxisten, InterNazis, die alle im Sold und Dienst der Hochfinanzbankster stehen, die ja auch keine 'Rechten', sondern InterNazis sind:

    “Demokratisch” ist heutzutage  das Codewort für “kulturmarxistisch” – oder kennen Sie eine im Bundestag vertretene Partei, die sich gegen Feminismus und Masseneinwanderung ausspricht, oder Rassismus für natürlich und damit vollkommen unproblematisch und nicht für erwähnenswert hält und die davon ausgeht, dass der sog.  'Antisemitismus'  durchaus auch am Verhalten von gewissen Juden liegen könnte?

    Ich auch nicht!

    Der Kanadier Maurice Strong (ein Bursche, den ihr neben George Soros kennen müsst) vereinigt beide Aspekte sogar in einer Person, er ist sowohl Multi-Milliardär als auch Sozialist, und er drückte das folgendermaßen aus:

    “communist in ideology – capitalist in methodology”

    was nichts anderes heißt als: Wir nutzen den Kapitalismus, um das viele Geld zu machen, das wir für die Propagierung des Sozialismus brauchen. 

    Das typische Beispiel für einen Pseudo-Linken im Sold der Hochfinanzbankster, ist der sog. 'linke' Volksverräter der griechischen 'Linkspartei',der Syriza, Tsipras, der bekanntermaßen und in  Wirklichkeit ein Soros und Goldaman/Sucks Agent ist.

    TSIPRAS, ALEXIS: FINANCIAL ELITE PUPPET 

    https://www.facebook.com/notes/guillem-belloc-carri%C3%B3/tsipras-alexis-financial-elite-puppet-english-edition/10150469691184967/

    Vergesst also die sog. 'linken Parteien', die einzigen Parteien, welche die Interessen der sog. kleinen Leute vertreten, sind die national-gesinnten Parteien, wie der Front National, die Schweden-Demokraten, die Britisch National Party u.ä. 

    Alle anderen Parteien arbeiten für die InterNazis von der Wall Street, City of London, Washinton D.C. und Tel Aviv.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here