„Ärzte ohne Grenzen“ will von EU und Mitgliedsstaaten keine Gelder mehr

Aus Protest wegen der Abschottungspolitik der EU gegenüber Flüchtlingen aus aller Welt,  wird die NGO "Ärzte ohne Grenzen" keine Gelder mehr von der EU und deren Mitgliedsländer annehmen. Ohnehin finanziert sich diese Organisation zu 92 Prozent aus Privatspenden. Die Kritik am EU-Türkei-Deal ist natürlich berechtigt.

Von Redaktion/dts

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" will keine Gelder mehr bei der EU und ihren Mitgliedstaaten beantragen: Dies sei aus Protest gegen "die Abschottungspolitik der Europäischen Union" entschieden worden, teilte die Organisation am Freitag in Brüssel mit. Man verzichte damit auf Finanzierungen in Höhe von derzeit rund 50 Millionen Euro jährlich und setze verstärkt auf Privatspender. Auch bei der Bundesregierung sollen keine neuen Gelder beantragt werden.

"Die verheerenden Auswirkungen der EU-Abschottungspolitik für Menschen auf der Flucht, besonders für verletzliche Gruppen wie Schwangere, Kinder und unbegleitete Minderjährige, erleben unsere Teams täglich – in Europa, an dessen Außengrenzen und bis in die Herkunftsländer hinein", so Florian Westphal, Geschäftsführer von "Ärzte ohne Grenzen Deutschland". "Der EU-Türkei-Deal ist kein Erfolg, wie die deutsche Regierung behauptet. Er versucht nur, Notleidende aus Europa fernzuhalten." Man sehe schon jetzt einen "Dominoeffekt geschlossener Grenzen".

"Die EU-Staaten sind durch ihre Abschottung zur Türkei mit dafür verantwortlich, dass im Norden Syriens rund 100.000 Vertriebene nur wenige Kilometer entfernt von der Front mit dem sogenannten `Islamischen Staat` an der türkischen Grenze festsitzen, die ebenfalls geschlossen ist", sagte Westphal. "Ärzte ohne Grenzen" finanziert sich nach eigenen Angaben zu 92 Prozent aus Privatspenden. Der Anteil institutioneller Gelder liegt demnach bei knapp sieben Prozent. Im Jahr 2015 habe man 19 Millionen Euro von EU-Institutionen, 37 Millionen Euro von EU-Mitgliedstaaten sowie 6,8 Millionen Euro von Norwegen, von dem ebenfalls keine Gelder mehr angenommen werden, erhalten, so die Organisation.

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9 Kommentare

  1. Über die Finanzierung und Interessen dieses recht fraglichen Vereins – Ärzte ohne Grenzen – weiss man inzwischen doch einiges mehr . Vor allem – wer – da so alles  privat spendet und warum . Es gibt heute tatsächlich keine große Hilfsorganisation mehr die nicht  von den Amis oder Concernen verseucht sind . Und im Schulderschlùß die Medien gleich mit .

  2. Was denn – sie nehmen unser Geld nicht mehr?

    Dann haben sie wohl ein Zusage Derer, die sich am Flüchtlingswesen dumm und dämlich verdienen.

    Ist doch logisch, dass man seine Angestellten bezahlt, oder?

  3. Die von der Redaktion genannten Zahlen sind nicht nachvollziehbar – 50 Mio. öffentliche Fördermittel? – Die Gewinn und Verlustrechnung von Ärzte o.Gr. beziffert sämtliche Einnahmen auf 125,1 Mio., wovon 93,2% private "Spenden und Zuwendungen" sind. Die Ausgaben 2015 von 140,2 Mio. mussten durch Rücklagen mitfinanziert werden. Die öffentlichen Fördermittel betrugen 3,9 Mio. Euro (vom Auswärtigen Amt). – – –  Ich würde die Arbeit dieser Organisation als positiv betrachten, entgegen den Meinungen mancher Kommentarschreiber ist der Einfluß von Konzernen und Regierungen nicht mittelbar, er wird z.T., wie bei Ebola in Westafrika, direkt über die von WHO und CDC instruierten Behörden vor Ort ausgeübt. Was mich allerdings davon abhält, deren Arbeit uneingeschränkt positiv zu nennen, ist die durchgehende auf Schulmedizin basierende Praxis der Ärzte o.Gr., Impfserien gegen Masern , Hepatitis…..eingeschlossen. Dieses Vorgehen sollte ein von überwiegend privaten Mitteln geförderter "Verein" überdenken.

  4. Wo viel Geld (aber kaum Kontrollen ) ist,ist meistens auch Korruption im Spiel.

    Viele der GUTMENSCHEN verdienen sich an der Asylpolitik eine goldene Nase und logisch das sie Befürworter der Willkommenskultur von Merkel sind. Dass,das aber uns,Deutschland und ganz Europa  schadet, ist denen in ihrer Geldgeilheit total egal.

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