Orlando-Massaker: US-Evangelikale bedauern, dass zu wenige Menschen starben

Nicht nur bei so manchen Muslimen, sondern auch in einigen Kreisen der Christen gilt die Auffassung, dass Homosexuelle die Todesstrafe verdienen. Darunter auch die Evangelikalen, die sich auf entsprechende Passagen in der Bibel berufen.

Von Marco Maier

Nach dem Anschlag eines geistig gestörten IS-Sympathisanten auf einen Homosexuellenclub in Orlando, bei dem 49 Menschen starben und der Attentäter selbst von den Einsatzkräften erschossen wurde, richtete sich der Fokus vor allem auf die islamische Welt. Gab es einerseits dort viel Jubel über die Tat, so wurde dieser Anschlag jedoch auch von gemäßigten muslimischen Kreisen verurteilt.

Kaum Beachtung wurde jedoch den radikal-konservativen christlichen Kreisen gewidmet, die sich unter Berufung auf die Bibel für die Todesstrafe für Homosexuelle einsetzen. Ein Beispiel dafür ist der Pastor Roger Jimenez von der Verity Baptist Church in Sarcramento, California. In seiner Sonntagspredigt einen Tag nach dem Massaker spricht Jimenez seiner Gemeinde Empfehlungen aus, wie man als Christ auf Ereignisse wie das von Orlando reagieren solle. Auf jeden Fall, so Jimenez, solle man nicht um die toten Homosexuellen – die er als "Sodomiten" bezeichnet – trauern, denn Gott habe für Homosexuelle ohnehin die Todesstrafe vorgesehen.

Wörtlich sagte er in seiner Predigt, die auch auf (einem mittlerweile von Youtube gelöschten, aber auf der Website der Kirche (per Audiodatei anzuhörenden) Video zu sehen war: "Die Menschen fragen mich, warum ich nicht traurig bin, dass 50 Sodomiten gestorben sind. Das ist in etwa so, als würde man mich fragen, ob ich traurig bin, dass heute 50 Pädophile gestorben sind. – Nein. Ich glaube, dass das toll ist. Ich glaube, dass das der Gesellschaft hilft. Ich denke, dass Orlando heute Nacht ein bisschen sicherer ist. Die Tragödie ist, dass nicht noch mehr von ihnen gestorben sind. Ich ärgere mich, dass er seinen Job nicht zu Ende gebracht hat!" Allerdings betonte der Pastor ausdrücklich, dass er niemanden zur Gewalt aufrufen wolle – immerhin wäre dies bei aller Religionsfreiheit auch nach US-Gesetz strafbar.

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Seiner Ansicht nach müsse ein Staat, der sich tatsächlich an den "Gesetzen Gottes" orientiere, die Regierung um Homosexuelle kümmern: "Ich wünschte, die Regierung würde sie alle zusammentreiben, an die Wand stellen, ein Erschießungskommando vor ihnen antreten lassen und ihnen die Hirne rausblasen."

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Zwar äußerten manche christliche Gemeinden Kritik an Jimenez' Äußerungen, andere jedoch – wie Steven Anderson von der "Faithful Word Baptist Church" in Tempe – feierten dieses Massaker ebenfalls. Er sagte: "Die gute Nachricht ist, dass mindestens 50 von diesen Pädophilen Kindern nichts mehr antun können. Die schlechte Nachricht ist, dass jede Menge von den Homos in der Bar noch am Leben sind und weiterhin Kinder sexuell belästigen und Menschen für ihre schmutzige homosexuelle Lebensweise rekrutieren können."

Wie man sieht, braucht man den religiös begründeten Hass auf Menschen nicht nur bei den Muslimen und im Koran zu suchen. Man findet ihn auch zur Genüge bei christlichen Gruppen und in der Bibel. Da hat auch die so oft propagierte Nächstenliebe offenbar ihre Grenzen.

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7 Kommentare

  1. Nicht nur ein Geistesgestörter, sondern alle diese sind als Geistesgestörte zu erachten, denn fiktive Stimmen hören und Geister sehen, sind für geistesstörung symptomastisch..

    Alles weiterre ergibt sich im Umkreis von Schizophrenie.

  2. Fanatiker sind überall gleich

    Im Zweifelsfall verbünden sie sich gegen die "Normalos" und verschieben das gegenseitige Schädeleinschlagen auf die Zeit nach dem Sieg.

  3. Der Begriff "Nächstenliebe" macht sowohl zu den Homos als auch den Lesben nur Sinn, wenn man diese Perversitäten nicht noch mehr fördert, sondern ganz klar als Christ dazu Stellung nimmt. Zwar nicht mit der Wucht der amerikanischen Ungnade, aber dann doch in die politischen Machenschaften entgegen zu treten. Dazu ist und wäre die Kirche aufgerufen und im Stande ein deutliches zeichen zu setzen. Die Evangelikalen sind ja schon längst daran gescheiter/abgefallen. Vielleicht bleibt der Papst ja darin bis zu seinem Abtritt – Rausschmiss standhaft!

  4. Pädophilie blüht und gedeiht ja gerade in christlichen Sektenkreisen oft ganz besonders "gut" (siehe "Colonia Dignidad", siehe katholische Kirche) und hat dort wahrscheinlich auch satanisch-"kultische" Bedeutung (vgl. A. Rosenberg: Md20Jhds). Dazu sollte man nicht nur "ganz klar als Christ", sondern auch als geistig NICHT im Judentum (=Christentum) befangener Mensch Stellung nehmen!

  5. Nicht blenden lassen. Die Frage ist doch momentan, ob das Massaker Orlando nicht etwa ein Fake war??? Teile und Herrsche…

    Deshalb absolut unwichtig was gewisse "Personengruppen" äußern.Vordergründig erscheinen diese als Christ,moslem,jude usw. hintenrum sind diese in einer Bruderschaft und schwören auf 666. Die Schäfchen lassen sich lenken. Gute Nacht gäähn 😉

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