Sinkende Reallöhne, eine steigende Arbeitslosigkeit und die vergleichsweise noch hohe Inflation sorgen dafür, dass den Österreichern das Geld ausgeht. Schwache Investitionen und Exporte tun ihr Übriges dazu. Selbst die sinkende Sparquote hilft nicht dabei, die Konjunktur zu beleben. Der Alpenrepublik blüht keine goldene Zukunft.

Von Marco Maier

Von den angepeilten 1,4 bis 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum in diesem Jahr wird nicht mehr viel übrig bleiben. Gestern kam die Revision der Wirtschaftsforscher auf nunmehr 0,8 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Doch selbst dies könnte angesichts der Sanktionsspirale zwischen der EU und Russland und dem allgemein schwachen wirtschaftlichen Umfeld noch zu hoch gegriffen sein.

Besonders problematisch ist die Lage am Binnenmarkt. Seit 2010 sinken die inflationsbereinigten Nettolöhne und -gehälter pro Kopf durchgängig – und auch für nächstes Jahr sieht die Lage nicht besser aus.Belief sich das Minus im vergangenen Jahr noch auf -0,3 Prozent, so liegt es heuer bei -0,5 Prozent. Für nächstes Jahr wird ein Minis von weiteren 0,2 Prozent erwartet. Grund dafür ist vor allem die kalte Progression bei den Lohn- und Einkommenssteuern. Die privaten Konsumausgaben, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal ins Minus rutschten, steigen nur noch durch die Auflösung von finanziellen Polstern.

Von der Deflation braucht man sich jedoch – im Gegensatz zur restlichen Eurozone – in der Alpenrepublik nicht zu fürchten. Immerhin beläuft sich die Teuerungsrate in diesem Jahr auf etwa 1,8 Prozent.Geschuldet ist dies der steigenden Steuerbelastung, die auf die Preise umgewälzt werden, sowie den unablässig wachsenden Kosten für Wohnraum. Die sich langsam aufblähende Immobilienblase macht sich eben auch bei den Mietpreisen bemerkbar.

Auf dem österreichischen Arbeitsmarkt sieht es ebenfalls nicht nach Entspannung aus. Sicher, im EU-Vergleich steht Österreich mit seinen derzeit 8,4 Prozent (nach nationaler Berechnung) noch recht gut da. Doch im Vorjahr lag diese noch bei 7,6 Prozent und für 2015 wird gar eine Arbeitslosenquote von 8,8 Prozent erwartet. Angesichts der Unfähigkeit der Bundesregierung, sich auf eine Steuerreform zur signifikanten Entlastung von Bürgern und Unternehmen zu einigen, wird die sich weiter drehende Steuerspirale weiterhin hemmend auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken.

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Was bleibt sind Menschen die jedes Jahr den Gürtel enger schnallen müssen, sowie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen die sich jede Neuanstellung von Mitarbeitern zehn mal durchzurechnen haben. Damit lässt sich kein Wirtschaftswachstum aus dem Hut zaubern, zumal die Exportwirtschaft angesichts der schwachen Weltkonjunktur und den Sanktionen gegen Russland, sowie den russischen Gegenmaßnahmen leidet.

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