Poroschenko in der Werchowna Rada. Bild: Ukrainisches Präsidialamt

Während die ukrainischen Oligarchen ihre Millionen und Milliarden Offshore bunkern, sollen IWF, EU, USA & Co dem finanziell maroden Land mit Unsummen aus der Patsche helfen. Da läuft etwas gewaltig schief.

Von Marco Maier

Ganze 17,5 Milliarden Dollar hatte der IWF der ukrainischen Regierung versprochen, wenn diese damit beginne, Reformen umzusetzen und die grassierende Korruption zu bekämpfen. Aber auch die EU und die USA werden von der Putschregierung regelmäßig um Geldspenden angebettelt, weil man ja eine Wirtschaftskrise habe und viel Geld in den Krieg gegen die eigene Bevölkerung im Donbass gesteckt werden muss.

Allerdings stellt man sich die Frage, weshalb denn die Ukraine dermaßen auf ausländische Finanzhilfe angewiesen ist, wenn doch die ganze regierende Oligarchenriege Unsummen im Ausland – darunter auch in der Schweiz, in Österreich oder in Panama – bunkert. Deren Motto lautet ja offensichtlich: Sich auf Kosten von Staat und Volk zu bereichern ist in Ordnung, aber anstatt etwas zurückzugeben wird im Ausland um Finanzhilfe gebettelt (um sich daran möglichst auch noch zu bedienen).

Insgesamt, so die Schätzungen, kosten die Offshore-Verschiebungen der Oligarchen der Ukraine jährlich um die 11 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen. Und das bei erwarteten Steuereinnahmen von knapp 32 Milliarden Dollar in diesem Jahr – wenngleich diese Schätzung (immerhin rund 20 Prozent über den Einnahmen von 2015) sehr gewagt ist. Doch würden die Oligarchen ihr Land nicht dermaßen bescheißen, bräuchte die Ukraine wohl auch kaum internationale Finanzhilfen.

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3 KOMMENTARE

  1. Danke ein Artikel klar wie Quellwasser. Wenn das nur die Geldgeber auch so gesehen hätten und würden, wäre den Ukrainern viel Leid erspart geblieben.

  2. Bereits seit letztem Jahr konnte man in Erfahrung bringen, das z.B Milliardenhilfen der EU ihrer Bestimmung nicht zugeführt wurden, sondern auf Konten dieser sog. Oligarchen landete, die zumeist einer "besonders geschützten" Spezies angehören. Ähnlich ist es auch in Griechenland gelaufen, nur das dort durch illegale Finanzwetten die Hilfsgelder in andere Kanäle umgeleitet wurden.

  3. Der "Westen" ist gerne auf beiden Augen blind. Und dazu der Vollstrrecker IWF, dieser garantiert das die Ukraine nicht wieder auf die Füße kommen werden, bis nicht der letzte Tropfen Blut aus dem Land gequetscht wurde und in den Beuteln der Finanzoligarchen gelandet ist. Mein Bedauern gilt den Menschen dort unten, auf beiden Seiten. Missbraucht als Spielball in einem dreckigen Geschäft. 

    Ich denke nicht dass Soros hier mit einem Verlust rausgeht, seine Investitionen lohnen immer, zu Lasten der Menschen, egal wo auf der Welt. Und sowas bezeichnet der Mainstream als Philanthropen. Ich hoffe er wird in Bälde in der Hölle schmoren, die finale Gerechtigkeit ereilt uns gottseidank alle.

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