Bundeskanzler Werner Faymann, Portrait. Foto: Flickr / Johannes Zinner CC-BY-SA-2.0

Der wieder gesundete österreichische Bundeskanzler Werner Faymann eilte gestern zur neuen Außenbeauftragten der Europäischen Union, Frederica Mogherini, nach Rom, um sich für das Putin-Telefonat abzusprechen. Böse Stimmen behaupten, dass er dort seine Instruktionen erhielt, um den russischen Präsidenten mit Nachdruck zur Erfüllung seiner Zusagen aufzufordern. 

Von Andre Eric Keller

Ganz allein und ohne Einflüsterer wird in Österreich kein Telefongespräch mit Vladimir Putin geführt. So scheint es jedenfalls. Ganz wichtig sind die Punkte, die Mogherini dem Kanzler diktiert hat und welche er den russischen Präsidenten dann auch brav und sogar in deutscher Sprache näherbrachte. 

1. Sofortiger Abzug aller russischen Soldaten aus der Ost-Ukraine.

2. Russland müsse die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine achten.

3. Die Grenze zur Ukraine müsse überwacht und vor neuerlichen Übertritt durch russische Soldaten gesichert werden.

4. Russland muss den Friedensprozess nachhaltig unterstützen.

Österreichs "Nummer Zwei" (nach dem Bundespräsidenten) vertrat natürlich den "totalen Kurs" des Zentralkomitees der Europäischen Union. Nur keinen Zentimeter abweichen und alles streng auf Line halten. Faymann selbst kam natürlich nicht auf die Idee, Wien als Verhandlungsort für den Frieden in der Ukraine vorzuschlagen. Da musste schon Putin das Zepter übernehmen und Wien als "hervorragenden Ort für Friedensverhandlungen" benennen. Wer den herzlichen Umgang zwischen Präsident Fischer und Putin – oder auch die köstlichen Witze mit dem Wirtschaftskammerpräsidenten Leitl bei Putins Staatsbesuch im Juni im österreichischen Fernsehen gesehen hat, weiß dass sich der Präsident Russlands in Wien sehr wohl fühlt.

Diese Eigeninitiative wird aber von niemanden in den Medien oder in der Politik lobend erwähnt. Das wird gekonnt übergangen. Es werden nur Forderungen an Putin gestellt und dieser habe schlicht und einfach zu erfüllen, was zuvor von den EU-Bonzen ausgehandelt wurde. Da es aber bei Verhandlungen zumindest zwei Partner braucht und niemand erwarten kann, dass sofort alles umgesetzt wird, sondern nur Schritt auf Schritt erfolgen kann, es allenfalls auch zu einen Rückschritt kommen kann, das wird von niemanden bedacht. Was aber bei Verhandlungen nicht passieren darf ist, dass diese zum Erliegen kommen. Eine spätere Wiederaufnahme ist nur schwer durchzuführen.

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Es ist aber genauso wichtig, eine Gesprächsbereitschaft nicht nur zu bekunden, sondern diese auch zu beweisen. Jedes kleine Entgegenkommen muss hier beachtet werden – und so ist dieser Sager wonach Wien ein hervorragender Verhandlungort sei, zu verstehen. Wer den russischen Präsidenten kennt und zwischen den Zeilen liest und hört, der weiß, dass Putin immer für Gespräche bereit ist und noch nie auch nur eine ernst gemeinte Initiative ausgeschlagen hat. 

In Anschluss an das Telefongespräch mit Wladmir Putin wurde außerdem sofort Angela "Mutti" Merkel davon informiert. Die gab sich, ob des Vermittlungsversuchs – denn mehr war als ein Versuch war es wohl nicht – zufrieden. Und weil der Werner so brav war, darf er weiterhin Österreichs Kanzlerdarsteller markieren. 

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4 KOMMENTARE

  1. ein Politdarsteller der offensichtlich nicht mal die Matura gemacht hat sondern nur einen Taxischein, braucht eben ständige Führung und Anweisungen. Für die EU der Idealfall, für Österreich die Schande.

  2. Herr BK Faymann,

    zu Ihrem sinnentstellten Telefonat , weil hinterhältig die Fakten verdrehend, erlauben Sie mir folgende Frage: "Was halten Sie als Unbeteiligter vom Thema Intelligenz?" 

     Ein Österreicher, der sich für Sie und Ihresgleichen aufrichtig schämt.

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