Poroschenko und Kerry. Bild: US Department of State

Anstatt die Verhandlungen mit den Separatisten in Donezk und Lugansk auf einer vernünftigen Basis voranzutreiben, bettelt der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in Washington um die Lieferung von Waffen. Die ausverhandelte Waffenruhe interessiert die ukrainische Armee und die privaten Milizen der Oligarchen ohnehin nicht.

Von Marco Maier

Die USA müssten der Ukraine einen "besonderen Sicherheits-und Verteidigungsstatus" gewähren und damit stärker an die NATO heranführen, sagte Poroschenko gestern in Washington. Sein Land brauche nicht nur Nachtsichtgeräte und Decken – die ukrainischen Streitkräfte benötigten auch neue Waffen. "Man kann den Krieg nicht mit Decken gewinnen", sagte der ukrainische Präsident, der mehrfach vom Applaus der Abgeordneten unterbrochen wurde. "Angesichts der heutigen Situation muss sich die Demokratie der Ukraine auf eine starke Armee verlassen können", verkündete er vor der versammelten US-Abgeordnetenschar.

Welche "Demokratie" er damit meint, sieht man an den Redeverboten für oppositionelle Abgeordnete, deren Familien zudem noch von den neuen Machthabern massivst bedroht werden. Auch der Umstand, dass gewichtige Kräfte in der Euromaidan-Koalition an Parteienverboten arbeiten, scheint in das "demokratische" Konzept der Ukraine zu passen, die von der Armee beschützt werden muss.

Scharfe Kritik übte Poroschenko an Russland. Die Übernahme der Schwarzmeerhalbinsel Krim nach einer Volksabstimmung im Frühjahr sei "einer der zynischsten Akte von Heimtücke in der modernen Geschichte" gewesen, sagte er. Die Ukraine habe sich nach dem Zusammenbrechen der Sowjetunion zur Aufgabe ihrer Atomwaffen bereit erklärt und habe nun von Moskau "einen Dolchstoß in den Rücken" bekommen. "Unter keinen Umständen" und "zu keinem Preis" werde sein Land die "Besetzung der Krim" akzeptieren, erklärte der Präsident.

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